1. NRW
  2. Städte
  3. Wegberg

Drohen bei den Feuerwehren in Wegberg und Wassenberg im Einsatz

Wassenberg und Wegberg : Feuerwehren machen gute Erfahrungen mit Drohnen

Seit 2017 arbeitet die Freiwillige Feuerwehr in Wassenberg mit den Fluggeräten, ein Jahr später zogen die Kollegen in Wegberg nach. Inzwischen ist die Technik nicht mehr wegzudenken, sie hat sich schon vielfach bewährt.

Die vorige Woche hatte ein bisschen was von Weihnachten für Alex Haasen von der Freiwilligen Feuerwehr in Wassenberg. Da durfte der für Drohneneinsätze zuständige Feuerwehrmann nämlich ein nagelneues Fluggerät auspacken. Und das Beste daran: Die Neuanschaffung kann deutlich mehr als die alte Drohne, die kürzlich bei dem Großeinsatz im Waldgebiet De Meinweg kaputtgegangen war. Kollege Dirk Eßer, der sich bei der Freiwilligen Feuerwehr in Wegberg um das Thema Drohnen kümmert, freute sich kräftig mit. Denn die beiden Wehren arbeiten eng zusammen, eben auch bei den neuartigen Möglichkeiten der Luftüberwachung.

Wobei der Einsatz von Drohnen für die beiden in enger Partnerschaft verbundenen Feuerwehren so neu nicht mehr ist. Bereits 2017 erwiesen sich die Wassenberger als Visionäre und bemühten sich intensiv um die Anschaffung eines solchen Fluggeräts. „Wir haben dann mit Hilfe eines Sponsors eines anschaffen können“, erzählt Alex Haasen. Das Problem damals: Es gab noch keine offiziellen Einsatzvorschriften für solch ein technisches Hilfsmittel. So machten sich die Wassenberger Wehrleute daran, mit Hilfe eines als Berufspilot arbeitenden Kollegen eine eigene Ausbildung zu entwickeln. Inzwischen haben fünf Feuerwehrmänner die Befähigung, eine Drohne zu fliegen.

Die Kollegen aus Wegberg zogen etwa ein Jahr später nach und profitierten dann von der Vorarbeit in Wassenberg. „Damals fehlte in der Stadt ein wenig die Vorstellungskraft, wie so eine Drohne der Feuerwehr helfen kann. Deswegen waren wir froh, dass wir auch mit Hilfe von Sponsoren ein Gerät anschaffen konnten“, sagt Dirk Eßer. Aktuell gibt es in Wegberg vier Feuerwehrmänner, die eine Drohne fliegen können, weitere werden ausgebildet. Die Steuerung erfolgt über eine Fernbedienung, die Bilder der eingebauten Kamera werden auf ein Tablet übertragen, über das auch Programmierungen vorgenommen werden können. „Zu Beginn der Ausbildung hat man schon viel Respekt. Aber das legt sich schnell, wenn man merkt, dass so ein Gerät sich auch selber in der Luft halten kann“, erklärt Eßer.

Hier kommt eine Drohne bei einem Dachstuhlbrand in der Wassenberger Innenstadt zum Einsatz. Sie liefert Bilder, die der Feuerwehr helfen, effektiver gegen den Brand vorzugehen. Foto: Feuerwehr Wassenberg

Dem Respekt folgt auch schnell die Faszination, denn so eine Drohne bietet viele Möglichkeiten, die der Feuerwehr enorm nutzen. So ermöglicht sie zum Beispiel einen Blick über mehrere Kilometer, wenn sie auf Höhen zwischen 80 und 120 Metern aufgestiegen ist. „Auf diese Weise können wir in der Frühphase eines Einsatzes die Lage schnell überblicken und zum Beispiel bei einem Waldbrand unsere Kräfte gezielt einsetzen“, sagt Dirk Eßer. Auch bei Verkehrsunfällen, Dachstuhl- oder Hallenbränden kann schnell die Lage eingeschätzt werden. Ein weiterer Einsatzbereich ist bei der aktuell sehr akuten Trockenheit die Waldbrandprophylaxe. Drohnen werden eingesetzt, um die Waldbrandstreifen zu unterstützen, die regelmäßig bei hohen Temperaturen am Boden in den Waldgebieten unterwegs sind.

Doch es gibt auch Bereiche, bei denen Drohnen – je nach Ausstattung – an ihre Grenzen stoßen. So war unter den 21 Einsätzen der Wassenberger Feuerwehr seit 2018 zum Beispiel einer zur Unterstützung der Polizei, als die vermutete, dass jemand in die Rur gesprungen war. „Da muss man dann zu tief übers Wasser fliegen und sieht nichts mehr. Zumal auch keine Temperaturunterschiede zu erkennen sind. Dagegen ist so eine Drohne ideal, um eventuell Menschen aufzuspüren, die wegen eines Schocks eine Unfallstelle verlassen haben“, erklärt Alex Haasen.

Die neue Drohne, die die Stadt Wassenberg für 4000 Euro angeschafft hat, bringt aber noch mal andere Möglichkeiten. Denn sie ist mit einer Wärmebildkamera und einem Lautsprecher ausgestattet, so dass gezielt nach hohen Temperaturen am Boden Ausschau gehalten und Sprechkontakt zu gesuchten Personen aufgenommen werden kann. Dass in Sachen Drohnentechnik noch viel mehr geht, macht die Feuerwehrleute in Wassenberg und Wegberg aber nicht unzufrieden. So haben die Nachbarn in den Niederlanden etwa Geräte zur Verfügung, die mit 25.000 Euro zu Buche schlagen und die sogar drei Tage alte Glutnester aufspüren können. „Für unsere Zwecke reichen unsere kleinen Drohnen. Aber generell gehört dieser Technik die Zukunft“, erklärt Haasen. Die Wegberger wiederum neiden den Kollegen aus Wassenberg nicht die jetzt bessere Ausstattung, im Gegenteil. „Wir ergänzen uns gut mit unseren Erfahrungen. Und wenn wir mal eine neue Drohne brauchen, dann können wir auf die neuen Erfahrungen der Wassenberger Kameraden zurückgreifen“, sagt Dirk Eßer. Am Ende ist ohnehin alles nur einem höheren Zweck untergeordnet: nämlich die Sicherheit der Bevölkerung weiter zu erhöhen.