Dieses Konzept soll aus dem Forum Wegberg eine Bürgerhalle machen

Stadtrat Wegberg entscheidet am 17. Dezember : So soll aus dem Forum eine Bürgerhalle werden

Die Stadt Wegberg wird das Forum als größte Veranstaltungshalle künftig in Eigenregie vermarkten. So sieht das geplante Konzept aus.

Über ein neues Vermarktungskonzept des Forums berät am Dienstag, 17. Dezember, der Stadtrat. Die Verwaltung legt der Politik ein Konzept vor, das mit den Vereinen besprochen wurde. „Wir denken an den Betrieb einer echten Bürgerhalle für Vereine in der Stadt“, sagt Bürgermeister Michael Stock.

Das Forum wurde 2003 eröffnet. Die Veranstaltungshalle bietet bis zu 700 Besuchern Platz. Verwirklicht wurde ihr Bau nach dem Prinzip einer öffentlich-privaten Partnerschaft. Eigentümer ist die Grundstücksgemeinschaft Florack & Florack aus Heinsberg, die das Forum an die Stadt Wegberg vermietet.

Die Stadt hatte das Forum bisher weiterverpachtet mit einer Klausel, wonach das Forum für eine bestimmte Zahl von Veranstaltungen für Wegberger Vereine zur Verfügung stand. So konnten beispielsweise die Theateraufführungen der Schwalmbühne Harbeck, Karnevalssitzungen der KG Flöck op Wegberg und die Veranstaltung des Martinskomitees Harbeck-Berg im Forum stattfinden.

Nachdem der Pächter des Forums den Vertrag mit der Stadt zum Jahresende 2018 gekündigt hatte, war die Sorge vieler Vereinsvertreter groß, dass das Forum den Wegberger Vereinen künftig gar nicht mehr oder zu deutlich schlechteren Konditionen zur Verfügung steht. Nach einer Ausschreibungsphase lagen der Stadt Wegberg fünf Bewerbungen vor, von denen laut Bürgermeister Stock keine überzeugend war. Der Stadtrat beschloss daraufhin, dass die Stadt Wegberg die Vermarktung des Forums selbst in die Hand nehmen soll. Eine zentrale Rolle spielt dabei Stadtmarketing-Mitarbeiter Mario Kempf, der sich als Meister der Veranstaltungstechnik in der Vergangenheit schon erfolgreich um die Vermarktung einer größeren Veranstaltungshalle in Leverkusen gekümmert hat. Zuvor war er 16 Jahre lang für die technische Abwicklung der Harald-Schmidt-Show zuständig. Mario Kempf begreift das Betreiberkonzept in städtischer Regie als Chance. Die Stadtverwaltung geht allerdings davon aus, dass es einige Jahre dauern wird, bis die Vermarktung des Forums nennenswerte Einnahmen erzielt.

Ende November wurde das vorliegende Konzept mit 26 Vertretern aus 16 Vereinen und Institutionen diskutiert. Dieses Konzept soll der Stadtrat in der nächsten Sitzung am Dienstag, 17. Dezember, im Wegberger Rathaus beschließen und zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. „Die Vereinsvertreter zeigten sich erfreut über die Initiative der Verwaltung, die Vereine in den Prozess der Vermietung des Forum mit einzubeziehen und ihnen die Gelegenheit zu geben, über die künftigen Mietkonditionen zu diskutieren“, heißt es in der Beschlussvorlage. Vertreter einzelner Vereine bestätigten gegenüber unserer Redaktion, dass sie mit den Vorschlägen einverstanden sind.

Grundsätzlich haben die Mieter des Forums bei Veranstaltungen künftig die Möglichkeit, den Ausschank, die Bestuhlung und Bewirtung an den Tischen selbst zu übernehmen. Alternativ könne weiterhin der Rund-um-Service der Burg Wegberg oder eines anderen gewerblichen Anbieters genutzt werden.

Folgende Mietkonditionen sind geplant: Die Gesamtkosten für interne Veranstaltungen von Wegberger Vereinen unter 100 Personen und ohne Eintritt wie der Bingo-Nachmittag des Vereins Seniorensport belaufen sich künftig auf 50 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer), bei gleichartigen Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen (Weihnachtsfeier Seniorensport) 300 Euro. Für externe Veranstaltungen wie Hochzeiten, Abiturfeiern externer Schulen und Buchungen von Veranstaltern werden 1000 Euro Miete fällig, plus 200 Euro pro Auf- und Abbautag und 200 Euro für Nebenkosten (Energie). Wegberger Vereine und Schulen erhalten einen Rabatt von 50 Prozent und zahlen keine Kosten für Auf-, Abbau- oder Probentage. So beträgt die Miete fürs Forum bei öffentlichen Veranstaltungen von Wegberger Vereinen wie der Kölsche Ovend der Karnevalsgesellschaft Sonn Männ Klinkum, der Flöck-op-Karneval, die (Abi-)Partys städtischer Schulen und der Schwalmbühne Harbeck jeweils 500 Euro plus 100 Euro Nebenkosten zuzüglich Reinigung je nach Aufwand. Kulturveranstaltungen externer Anbieter in Kooperation mit dem Stadtmarketing sollen je nach Konzept zum Beispiel über eine Eintrittskartenbeteiligung bemessen werden, die Nutzung des Foyers für kleinere Feiern kostet 180 Euro plus 50 Euro pro Auf- oder Abbautag und 100 Euro Nebenkosten.