Die Heiligkreuzkapelle in Kipshoven ist wieder geöffnet

Nach umfangreicher Sanierung : Die Heiligkreuzkapelle in Kipshoven ist wieder geöffnet

Die Gemeinde feiert die umfangreichen Restaurierungsarbeiten mit einem Gottesdienst. Festprediger war Pfarrer Kurt J. Wecker.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützte vor drei Jahren die Konservierung und Restaurierung der Malereien im Gewölbe und auf den Wandflächen der Kapelle mit 26.000 Euro. Die gotische Heiligkreuzkapelle ist eines der über 460 Projekte, die die private Denkmalstiftung dank Spenden und Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in NRW fördern konnte.

Nahe der Stadtgrenze zu Mönchengladbach (Rheindahlen) liegt unweit der Bundesstraße 57 Richtung Wegberg und Kipshoven die vermutlich 1492 auf der einstigen Burg erbaute Heiligkreuzkapelle. Die dreischiffige, backsteinerne Stufenhalle mit mehreckigem Chor deckt ein Satteldach, das im Barock einen Dachreiter mit Laterne, kleiner Schweifhaube und abschließendem Spitzhelm erhielt. Zwischen die gleichmäßig um den Bau verteilten Strebepfeiler sind spitzbogige Maßwerkfenster gespannt, die im Chor fast doppelt so hoch sind wie im Schiff.

1879 wurde das kleine Gotteshaus grundlegend instandgesetzt. In die Seitenschiffe wurden Türen eingebrochen und im Westen ein neuer Haupteingang geschaffen, über dem ein großes dreibahniges Fenster Licht einlässt. Im Inneren prägen die Kapelle schlichte spätgotische Formen. Achteckige Pfeiler tragen den fensterlosen Obergaden. Die Arkadenbögen sind einfach gestuft. Alle Joche im Chor und im Langhaus sind rippengewölbt. Auf dem Hochaltar steht ein stark veränderter dreiteiliger Schnitzschrein aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der Altar wurde 1872 aus Düsseldorf-Wittlaer übernommen. Bemerkenswert ist das hölzerne Triumphkreuz aus der Zeit um 1500.

Die Gewölbe, die oberen Wandpartien und die Chorwände schmücken Wand- und Gewölbemalereien, die ein Schriftzug auf das Jahr 1522 datiert. Die spätgotischen Gewölbemalereien zeigen Rankenwerk mit Wappenschilde, teilweise auch figürliche Malerei mit allegorischen Szenen. An den Obergadenwänden stellen fast lebensgroße Figuren die Apostel und den Heiland dar. Die Malereien wurden 1968 freigelegt und partiell ergänzt. Laut Landesdenkmalamt gehören die Malereien „zu den herausragenden künstlerischen Erzeugnissen spätgotischer Zeit am Niederrhein“.

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