Wegberg: Datenturbo für 13 000 Haushalte

Wegberg : Datenturbo für 13 000 Haushalte

Der Wettbewerb macht's möglich: Mitte Mai wird Wegberg zu den ersten Städten Deutschlands zählen, in denen flächendeckend schnelles Internet (VDSL) verfügbar ist. Mehr als vier Millionen Euro hat die Telekom dafür investiert.

Die Deutsche Telekom AG macht Tempo: Morgen schaltet das Unternehmen das schnelle Internet (VDSL) mit bis zu 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s) für die Bürger in Rath-Anhoven, Isengraben, Flassenberg und Kehrbusch frei. "Mitte Mai werden die noch nicht mit VDSL erschlossenen Orte im gesamten Stadtgebiet von Wegberg folgen." Das kündigten Ursula Schauf-Paschek und Gregor Theißen von der Telekom gestern in den Räumen der Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SEWG) in Wegberg an.

Mehr als vier Millionen Euro hat die Telekom für den flächendeckenden Ausbau des VDSL-Netzes in Wegberg investiert. 13 000 Haushalte können ab Mitte Mai mit hohem Tempo durchs Internet surfen. Die Offensive des rosa Riesen kommt nicht ohne Grund: Neben der Telekom buhlt auch das Unternehmen Deutsche Glasfaser im Kreis Heinsberg um Kunden, die es leid sind, im Schneckentempo durchs Internet surfen zu müssen. Nach jahrelanger Durststrecke profitieren die Bürger nun vom Wettbewerb. Wegberg ist die einzige Stadt im Kreis, in der zwei Unternehmen gleichzeitig ultraschnelle Glasfaserkabel verlegen.

Während die Deutsche Glasfaser in Orten, in denen mehr als 40 Prozent der Haushalte Vorverträge abgeschlossen haben, reine Glasfasertechnik bis ins Haus als schnellstes Übertragungsmedium der Welt anbietet, setzt die Telekom auf mehr Bandbreite durch aufwendigere Signalverarbeitung auf den alten Kupferleitungen (VDSL) und hat nur die Verbindungen zwischen den Verteilerkästen mit Glasfasertechnik ausgestattet. Manche kritisieren, dass die Telekom auf den letzten Metern zum Kunden weiterhin auf die alten Telefonie-Kupferkabel setzt. Gregor Theißen weist diese Kritik zurück: "Ein großer Vorteil der VDSL-Technik ist, dass keine neuen Hausanschlüsse erforderlich sind", sagt er. Ab Herbst 2014 seien durch die Vectoring-Technik in Wegberg flächendeckend hohe Download-Geschwindigkeiten von bis zu 100 MBit/s (Upload bis zu 40 Mbit/s) möglich. Dafür sind jedoch neue Router erforderlich. "Mit 100 MBit ist das Ende der Fahnenstange beim Kupferkabel noch lange nicht erreicht", sagt Theißen und verweist auf den neuen G.fast-Standard, der Datenübertragungsraten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde über Kupferkabel verspricht.

Ihr neues VDSL-Netz muss die Telekom übrigens diskriminierungsfrei anbieten. Das heißt, dass die Bürger in Wegberg VDSL-Verträge nicht nur bei der Telekom, sondern auch bei anderen Anbietern wie zum Beispiel Vodafone, 1&1 oder O2 abschließen können, um mit bis zu 50 MBit/s durchs Internet zu surfen. Von der im Herbst folgenden Vectoring-Technik (VDSL 2), die durch neue Software doppeltes Tempo ermöglicht, profitieren in Wegberg laut Gregor Theißen allerdings nur die Kunden der Telekom.

Wer ins neue VDSL-Netz wechseln möchte, dem empfiehlt Gregor Theißen, sich an die Mitarbeiter des Teleshops Schrammen (Brückstraße 2 in Erkelenz) oder direkt an die Telekom (Hotline 0800 330 3000 oder www.telekom.de/schneller) zu wenden.

(RP)
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