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Corona: Erster Fall an Gymnasium in Wegberg - Schülerin der 10. Jahrgangsstufe

Schülerin der 10. Jahrgangsstufe positiv getestet : Erster Corona-Fall am Gymnasium Wegberg

Eine Schülerin des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums Wegberg ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Unterricht soll dennoch ganz normal stattfinden. Landrat Pusch setzt sich dafür ein, in den Klassenräumen aller Schulen im Kreis Heinsberg spezielle Raumluftfilter zu installieren.

Maj Kuchenbecker, Leiterin des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums Wegberg, wurde am Samstagabend per E-Mail informiert. „Ich wusste bereits, dass einige Schüler getestet und jetzt die Ergebnisse erwartet wurden“, sagt die Schulleiterin. Dass eine Schülerin der Jahrgangsstufe EF (10. Klasse) tatsächlich positiv auf das Coronavirus getestet wurde, ist seit dem Wochenende Gewissheit. Da das zuständige Gesundheitsamt in Heinsberg die Schutzmaßnahmen am Maximilian-Kolbe-Gymnasium für ausreichend hält, soll der Unterricht am Montag und in den nächsten Tagen dennoch wie geplant stattfinden.

 Bereits am ersten Tag nach den Sommerferien waren die ersten Corona-Infektionen an NRW-Schulen bekannt geworden. In einem Fall musste der Schulstart gleich ganz verschoben werden. Jetzt ist mit dem Maximilian-Kolbe-Gymnasium die erste Schule im nördlichen Kreis Heinsberg betroffen.

Nachdem sie von dem positiven Ergebnis ihrer Schülerin erfahren hatte, wandte sich Maj Kuchenbecker an das Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg und deren Leiterin Heidrun Schößler. „Frau Schößler hat unsere Schutzmaßnahmen abgefragt. Ich habe ihr beispielsweise mitteilen können, dass niemand länger als eine Stunde mit der betroffenen Schülerin in einem Raum war“, erklärt Maj Kuchenbecker.

Wie an allen weiterführenden Schulen des Kreises Heinsberg gilt die Maskenpflicht für die Schüler des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums innerhalb und außerhalb des Unterrichts. Nach Angaben von Leiterin Maj Kuchenbecker werden an ihrer Schule auch alle weiteren Vorgaben des Infektionsschutzes streng eingehalten. „Ich habe bei uns noch keinen einzigen Schüler ohne Maske gesehen, trotz der großen Hitze der vergangenen Tage. Die jungen Leute sind sehr diszipliniert, vor dieser Leistung ziehe ich meinen Hut“, sagt die 55-Jährige.

Es gebe keinen Anlass zur Sorge, dass sich eine weitere Schülerin oder ein weiterer Schüler bei der nun positiv getesteten jungen Frau angesteckt haben könnte. Der nun bekannt gewordene Fall verdeutliche aber auch, wie wichtig die Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen an den Schulen sind, sagt Kuchenbecker. Darauf möchte sie auch in der nächsten Pflegschaftssitzung nochmal deutlich hinweisen.

Landrat Stephan Pusch sagte gegenüber unserer Redaktion, dass ihm ein einzelner Corona-Fall an einer Schule im Kreis Heinsberg keine Sorgen bereite. „Was mich umtreibt, ist der Blick auf die Herbst- und Wintermonate, wenn das Lüften der Räume nicht mehr so selbstverständlich möglich ist wie derzeit“, sagt er. Der Landrat wirbt deshalb offensiv dafür, dass alle Klassenräume der Schulen im Kreis Heinsberg in den nächsten Monaten mit Raumluftfiltern ausgestattet werden sollen, die die Luft weitgehend coronavirusfrei machen könnten. Mit dem System, das mit der autarken Klimatisierung von Flugzeugen verglichen wird, seien bis zu acht Luftwechsel pro Stunde möglich.

Solche Hochfrequenzfiltersysteme werden von der Firma Trotec aus Heinsberg produziert. Die Produkte des Unternehmens kommen mittlerweile auch beim Fleischverarbeiter Tönnies aus Rheda-Wiedenbrück und in den Restaurants von Fernsehkoch Tim Mälzer zum Einsatz. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hatte sich diese Filtersysteme erst vor wenigen Tagen bei einem Besuch in der Kreisstadt angesehen. „Als Kreis Heinsberg wollen wir bei der Ausstattung der Schulen mit diesem System allerdings keinen Alleingang machen. Darum soll es nun Abstimmungsgespräche mit anderen Schulverwaltungsämtern geben“, kündigt Landrat Pusch an. Die Kosten für die Virenfiltersysteme beziffert er auf 3500 bis 4000 Euro pro Klassenraum. „Wir müssen mit dem Land über Fördermöglichkeiten reden.“

Mitarbeiter des Kreisgesundheitsamtes werden das Maximilian-Kolbe-Gymnasium am Montag, 17. August, besuchen und nochmal alle getroffenen Infektionsschutzmaßnahmen und Sitzpläne prüfen. Die Schulleitung teilte mit, dass der Unterricht am Montag für alle Jahrgangsstufen (einschließlich der Jahrgangsstufe EF) regulär nach Plan stattfindet.