Pape hat gewonnen „Ich bin der Bürgermeister für alle“

Wegberg · Er hat die unterschiedlichsten Menschen getroffen und ihnen zugehört. Als neuer Bürgermeister von Wegberg will Christian Pape jetzt die Wünsche der Bürger berücksichtigen. Anfangen wird er mit einer Bestandsaufnahme.

 Im Freudentaumel: der neue Wegberger Bürgermeister Christian Pape mit seiner Frau Silvia (li.) und Tochter Amelie.

Im Freudentaumel: der neue Wegberger Bürgermeister Christian Pape mit seiner Frau Silvia (li.) und Tochter Amelie.

Foto: Renate Resch/RENATE RESCH

„Können Sie sich vorstellen, Bürgermeister zu werden?“ – mit dieser Frage von Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Parteien fing vor einem knappen Jahr alles an. Und endete schließlich in einem eindeutigen Sieg bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag: Christian Pape bekam 72,9 Prozent der Stimmen und ließ seine Mitstreiter damit weit hinter sich.

Einen Tag nach der Wahl sieht man einen glücklichen Bürgermeister, dem die Anstrengungen der vergangenen zehn Monate allerdings ins Gesicht geschrieben stehen. Wann Christian Pape ins Rathaus einzieht, weiß er allerdings noch nicht genau – „da werde ich erst einmal den Wahlausschuss abwarten“.

Was dann folgt, welches sein erster Schwerpunkt sein wird, weiß der 50-Jährige, der die Wegbergerinnen und Wegberger mit Nahbarkeit und Empathie gepaart mit immer wieder neuen kreativen Ideen und letztendlich auch politischem Wissen überzeugt hat, ganz genau: „Als erstes werde ich in die Verwaltung gehen und werde die Kommunikation in den Mittelpunkt stellen. Ich werde mich bei jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter persönlich vorstellen und eine Bestandsaufnahme machen. Ich will erfahren, wie jeder Einzelne das bisherige Arbeitsleben in der Verwaltung betrachtet hat. Klar ist, ich werde vom ersten Tag an vorleben, dass jetzt Dienstleistung ins Rathaus einzieht, denn das ist mir immanent, das liegt mir im Blut.“

Christian Pape wünscht sich, dass die Bürgerinnen und Bürger als Kunden angesehen werden, für deren Wohl sich die Verwaltung Tag für Tag einsetzt. „Das muss im Auftreten, in der Kommunikation und auch im Schriftverkehr ganz klar zu erkennen sein.“ Dass dem bisher nicht so war, hat er in seinen unzähligen Gesprächen herausgefiltert, sei es am Foodtruck bei „Pommes mit Pape“ oder im privaten Rahmen bei „Pape zu Besuch“. Zudem hatte er auf seine Postkartenaktion 1300 Rückmeldungen bekommen. „70 Prozent von ihnen wünschten sich eine bürgernahe Verwaltung. Das ist natürlich jetzt mein Ansinnen. Ich kritisiere noch gar nichts, aber ich nehme das auf und mache wie gesagt eine Bestandsaufnahme.“

Dabei ist es Christian Pape wichtig, dass alle Wege zur Verwaltung für jedermann offen sind. „Digitalisierung der Verwaltung ist wichtig, um Prozesse zu beschleunigen. Aber alle anderen Wege müssen auch bespielbar sein. Und zum Beispiel ältere Herrschaften müssen bedient werden, ohne vorher online einen Termin vereinbaren zu müssen.“ Zwar habe Pape noch nie in einer Verwaltung gearbeitet, aber: „Ich habe meine Vorstellungen. In einem Team zu arbeiten, das respektvoll ist, Werte vermittelt, freundlich ist, wo Atmosphäre herrscht – das habe ich jetzt bei den Parteien gemerkt – das macht Spaß. Und wir müssen alle mit Spaß zur Arbeit gehen. Und das muss ich als Chef der Verwaltung vorleben.“

Christian Pape beginnt sein Bürgermeisteramt in einer besonderen Situation: Denn bald beginnt fast schon der nächste Wahlkampf für die Fraktionen für die Kommunalwahl 2025. „Trotzdem merke ich, dass die Parteien, die Wählervereinigungen und Wählergemeinschaften – und das kam gestern auch noch einmal zum Ausdruck – sich bekannt haben: Es geht um die Sache und nicht mehr um das Parteibuch. Und das werde ich vorleben und immer wieder die Kommunikation suchen, die Atmosphäre weiter ausbauen. Und hier werde ich auch der CDU die Hand reichen. Ich bin der Bürgermeister für alle. Und es wäre toll, wenn jetzt auch wirklich alle Parteien ausnahmslos die Sache voranbringen.“ Seine Stärke sieht er in seiner großen Empathie für Menschen. So will er Ziele formulieren und mit Volldampf und als Teamplayer umsetzen. Die Stadt wird schnell merken: Da ist der frische Wind. Und ich werde auch sehr schnell sichtbare Zeichen setzen.“

Jetzt gilt es für Christian Pape, sich in seinem neuen Amt einzurichten und Stück für Stück Ideen umzusetzen. „Die Aufgabe ist da und ich stelle mich ihr mit großer Begeisterung. Wenn ich mir etwas vornehme, gebe ich 100 Prozent, das ist mein Naturell“, sagt er. „Ich gestalte den Tag und verwalte ihn nicht.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort