Bierkasten-Curling-WM in Wegberg beendet: Niderrhein Yetis gewinnen 2018

Bierkasten-Curling-WM in Wegberg beendet : Eisgekühlt mit heißem Herz

Wegberg hat auch 2018 wieder einen Sieger bei der Bierkasten-Curling-Weltmeisterschaft. Im Finale siegten die „Niederrhein Yetis“ über die „Oettinger Allstars“.

Die niedrigen Temperaturen passten ideal zum Finale. Atemwolken zerflossen im Nachthimmel vor dem Wegberger Rathaus. Dort ging es lauthals zu beim Finale der Bierkasten-Curling-Weltmeisterschaft, die am Freitagabend begann und bis weit nach Mitternacht dauerte. „Der Wahnsinn“, bestätigte Manfred Vits, vor Jahren einer der „Väter“ des Bierkasten-Curlings. „Wir sind jedes Jahr mehr geworden.“ Von den anfänglichen 16 Teams wuchs das Teilnehmerfeld in diesem Jahr auf stolze 142 Nennungen.

Ein Mammut-Programm. Zusammen mit Peter Jansen, Ulrich Lambertz und Karl Küppers organisiert Vits gemeinsam mit der Wegberger Werbegemeinschaft das Ereignis, das die Zeitschrift „Stern“ als skurrilste Weltmeisterschaft Europas bezeichnete. „Am Anfang mussten wir erst die Kästen testen, inzwischen wissen wir, dass fünf Flaschen drin stehen müssen, dann geht es am besten“, erläuterte Vits das Spielgerät. Rot gegen Grün, der Werbeaufkleber spielt keine Rolle, Hauptsache, das Eis ist schön glatt. Die zwei Bahnen wurden für das Finale eigens mit einem Sprühfilm geglättet, fast wie bei den Profis.

Derweil mussten die vielen Teams sich erst durch Vorrunden kämpfen, auch die zweimaligen Sieger „Kegelclub Black Points“ und das reine Frauen-Team „Nicht ohne mein Team“. Beide schafften es ins Finale, ebenso wie die Karnevalisten aus Doveren, die sich in einem eigenen Turnier der Jecken gegen die Erkelenzer Karnevalsgesellschaft durchgesetzt hatten. So konnten am Freitag dann unter dem nächtlichen Himmel auf zwei Bahnen die Kästen rutschen, gleiten, flitzen und das gegnerische Model aus der Bahn schubsen. Gespielt wurde in Teams mit vier Spielern und vier Kästen, jeweils in drei Gruppen. Für das Erreichen der letzten Acht hatten sich die Organisatoren aus Zeitgründen ein besonderes Verfahren ausgedacht.

Sieger und Besiegte einträchtig zusammen, Organisator Manfred Vits (3.v.r.) freut sich über das gelungene Finale weit nach Mitternacht. Gewonnen wurde dieses von den „Niederrhein Yetis“. Foto: Thomas Mauer/THOMAS MAUER

Pro Team musste ein Teilnehmer den Kasten möglichst dicht an die gegenüberliegende Bande stoßen. Wer die berührte, schied aus. Die heißen Diskussionen waren ein guter Beleg für den Eifer und Kampfeswillen der Athletinnen und Athleten. Da musste mehrfach der Zollstock über sportliche Schicksale entscheiden.

„Wir hatten eigens dafür ein Trainingslager auf Malle“, bekannte Sarah von „Nicht ohne mein Team“. Mit Kim, Dana, Christina, Ida, Maike und Lena schafften sie es bis ins Viertelfinale, dann war Schluss. „Kopf und Hand waren nicht mehr eins“, sagte Trainer Michael lachend mit einer kleinen Anspielung auf die wärmenden Getränke zwischendurch. Gegen die „Niederrhein Yetis“ schoben die jungen Frauen ihre Kästen meist zu weit. Vielleicht hatten die Kopfbedeckungen ihrer Gegner sie auch verwirrt.

Erst gegen Mitternacht standen die Finalgegner fest. Passend zu den Kästen wollten es die „Oettinger Allstars“ wissen gegen die „Niederrhein Yetis“. Furios begannen die Allstars gleich mit dem ersten Punkt. Aber ein Yeti lässt sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen, und konsequent glichen die roten Haarmützen aus und gewannen am Ende auch souverän. An den Sieg hatten sie jedoch zu keinem Zeitpunkt gedacht.

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