Benefizkonzert am Rathausplatz Wegberg, wie es hilft und rockt

Wegberg · Zum zweiten Mal hatte der Verein „Wegberg hilft“ zu einem Benefizkonzert auf den Rathausplatz eingeladen. Die Unterstützung geht mittlerweile weit über die Ukraine hinaus.

Saitenhieb heizten den Zuschauern am Marktplatz ein.  foto: renate resch

Saitenhieb heizten den Zuschauern am Marktplatz ein. foto: renate resch

Foto: Renate Resch

Von Daniela Giess
Menschen in Not beistehen, ihnen Hoffnung schenken in einer dunklen Zeit: Der 2022 gegründete Verein „Wegberg hilft" hat es sich zunächst zur Aufgabe gemacht, die vom Krieg in der Ukraine Betroffenen zu unterstützen. Inzwischen wird die Hilfe aber auf regionale Projekte oder Einrichtungen ausgedehnt.

Zum zweiten Mal hatten die Verantwortlichen jetzt zum großen Benefizkonzert auf den Rathausplatz eingeladen, wo die zahlreichen Besucher ein abwechslungsreiches Programm erwartete. Der Wettergott hatte ein Einsehen – nach ein paar Regentropfen blieb es trocken, und die Fläche vor der Konzertbühne füllte sich. Mit der Daria-Kriegs-Band hatten die Gastgeber eine Lokalmatadorin verpflichtet, die nach Stationen in Hamburg und Kaarst inzwischen in Klinkum heimisch geworden ist. In den 1960er Jahren wuchs die Sängerin, die gelernte Elektronikerin ist, in der Hansestadt auf. Daria Kriegs, die schon im Alter von 15 Jahren Leadsängerin einer Band wurde und die Gitarre als ihren ständigen Begleiter bezeichnet, schreibt eigene Songs. Blues- und Jazzelemente vermischt Kriegs zu ihren eigenwilligen Chansons, die sie dem Publikum in der Mühlenstadt vorstellte.

Die Akustik-Live-Band Saitenhieb war beim Abend der Solidarität unter dem bezeichnenden Motto „Wegberg hilft und rockt" aus Aachen angereist. Bereits vor 23 Jahren entstand das Quartett, das nicht nur für Hochzeiten und Geburtstagsfeiern regelmäßig gebucht wird, sondern auch auf großen Open-Air-Veranstaltungen ein gefragter Bühnengast ist.

Mit bekannten Rock-Klassikern von Deep Purple, Van Halen, Bon Jovi und Pink Floyd war die Band Wayne aus Mönchengladbach angereist. Die Formation, die ihren Sitz an der Herrather Linde hat, gab nicht zum ersten Mal ihre musikalische Visitenkarte in Wegberg ab – hier sind die Musiker erst im vergangenen Frühjahr in der Gaststätte Zur alten Post für den guten Zweck aufgetreten. Für das Hospiz der Erkelenzer Hermann-Josef-Stiftung verzichteten sie auf ihre Gage.

Zu einem rundum gelungenen Abend gehören auch kulinarische Erlebnisse. Fleischermeister Heinz Kohlen aus Klinkum versorgte die zahlreichen Konzertbesucher mit seiner hausgemachten Currywurst nach Berliner Art, am Cocktailstand waren Caipirinha & Co. zu haben.

Um die Tombola zu bestücken, hatte „Wegberg hilft" bereits im Vorfeld zu Sachspenden und der Abgabe von Gutscheinen aufgerufen. Außerdem bestand die Möglichkeit, eine „Fass-Patenschaft" zu übernehmen: Mit unterschiedlichen Spendenbeträgen konnten die Fässer, die beim Benefizkonzert zum Einsatz kamen, finanziert werden.

Die notleidende Bevölkerung im ukrainischen Kriegsgebiet soll von „Wegberg hilft" weiterhin profitieren. Die enge Kooperation mit Ralf Oettinger, der regelmäßig verschiedene Hilfsgüter ins polnische Grenzgebiet bringt, wo sie an zuverlässige Partner übergeben werden, besteht weiter. Außerdem sollen der Kinderhospizdienst „Regenbogen" im Kreis Heinsberg, die Erdbeben-Hilfe für die Türkei sowie der Wegberger Gnadenhof „Erika and Friends" mit den Einnahmen aus dem zweiten Benefizkonzert finanziell unterstützt werden. Hier haben zurzeit 51 Kühe, fünf Pferde, vier Ziegen, drei Schafe, 15 Kaninchen, ein Schwein, 18 Hühner, zwei Hähne, sechs Hauskatzen sowie mehrere Fische ein neues Zuhause gefunden.

„Wegberg hilft" legt besonderen Wert darauf, die Projekte und Organisationen mit dem Reinerlös aus der Konzertveranstaltung zu gleichen Teilen zu unterstützen. Schon die erste Auflage des Wegberger Benefizkonzerts geriet schnell zum Erfolg. Mit Künstlern wie der auch in der Mühlenstadt bekannten Formation Beets‘n‘Berries aus Erkelenz mit Sängerin Natascha Wenrich, Simple Life, Stefan Thielen, dem Duo Roman und Lioba sowie Wien plays Ween wurde ebenfalls einen ganzen Abend lang ausgelassen gefeiert für den guten Zweck. Diesmal wurde die Innenstadt zur gefragten Konzertmeile: Im nahe gelegenen Forum begingen die Rather Dorfspatzen ihr 40-Jähriges mit einem gut besuchten Jubiläumskonzert, auch nebenan in der Burg wurde ausgelassen gefeiert, jedoch im privaten Kreis.

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