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Automatensprengung in Wegberg: Zeugen warfen mit Flaschen auf Täter

Automatensprengung in Wegberg : Zeugen warfen mit Flaschen auf Täter

Nach der Sprengung eines Commerzbank-Automaten am frühen Dienstagmorgen sind neue Details ans Licht gekommen. Die Täter wurden durch Zeugen gestört, konnten aber trotzdem Beute machen.

(cpas) Nach der Sprengung eines Geldautomaten auf der Bahnhofstraße in Wegberg am frühen Dienstagmorgen hat die Polizei neue Details bekannt gegeben. Demnach haben Zeugen, die offenbar durch die laute Detonation aufmerksam geworden waren, versucht, die Täter zu vertreiben. Wie die Polizei mitteilt, warfen die Zeugen Flaschen nach den Tätern und sprachen sie „lautstark an“. Die bislang unbekannten Täter flüchteten daraufhin mit einem Fahrzeug. Nachbarn, die die Sprengung mitbekommen hatten, berichteten von zwei dunkel gekleideten Männern, die vermutlich in einem dunklen VW Golf R flüchteten.

Wie eine Polizeisprecherin auf Anfrage mitteilte, gelang es den Tätern, bei der Sprengung des Commerzbank-Automaten, Bargeld zu erbeuten. Wie viel Geld fehlt, ist derzeit noch nicht geklärt – aber selbst wenn dies feststünde, würde die Polizei eine Summe aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt geben. Wie viel Geld in Geldautomaten lagert, wird grundsätzlich nicht kommuniziert.

Der Fall hatte am Dienstag in Wegberg für viel Aufsehen gesorgt, zumal es die zweite Automatensprengung binnen weniger Monate war. Schon am 12. August hatten Unbekannte in der Deutschen Bank nur knapp 300 Meter vom jetzigen Tatort entfernt, Sprengsätze gezündet und damit in dem Gebäude große Schäden angerichtet.

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Dass die Zeugen am Dienstagmorgen versuchten, die Täter zu vertreiben, sei keine gute Idee gewesen, teilt die Polizei mit: „Für die polizeilichen Ermittlungen nach einer solchen Straftat sind Zeugenhinweise sehr wichtig. Wir möchten aber darauf hinweisen, dass es sehr gefährlich sein kann, sich Straftätern zu nähern beziehungsweise sich ihnen in den Weg zu stellen.“

Grundsätzlich sei nie auszuschließen, dass Täter Waffen dabeihaben (zumal bei einer Straftat dieses Ausmaßes) und diese auch einsetzen. Häufig würden gerade Täter der Automatensprenger-Szene mit hochmotorisierten Autos unterwegs sein und ein „sehr riskantes Fluchtverhalten“ zeigen. Hochgefährlich sei es auch, in die Nähe des Tatortes zu gehen: „Es besteht die Möglichkeit, dass der Sprengstoff nicht vollständig gezündet hat oder sich noch Gas im Gebäude befindet.“ Besser sei es, die Täter aus der Ferne zu beobachten und sofort die Polizei zu rufen.