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Ausstellung von Modelleisenbahnen in der Kastanienschule Rath-Anhoven

Ausstellung in Kastanienschule Rath-Anhoven : Leidenschaft für Modelleisenbahnen

Eine eindrucksvolle Miniaturwelt hat die Modelleisenbahn AG der Kastanienschule Rath-Anhoven aufgebaut. An einem Teil davon wird schon seit Jahrzehnten gebastelt. Und: noch immer leitet der ehemalige Schulleiter Fritz Wendt die AG.

Alte Lokomotiven und Waggons, Schienen, Eisenbahntunnel und -brücken – und alles, was sonst noch zu einer richtigen Modelleisenbahnanlage dazu gehört – baute die Modelleisenbahn AG an der Kastaniengrundschule GGS Rath-Anhoven zum bereits 29. Mal in der Mehrzweckhalle auf. Fast 55 Meter ist inzwischen eine Strecke der Miniaturwelt lang. Fährt ein Zug also eine ganze Runde, sind es rund 110 Meter, die er zurücklegt. Es geht vorbei an Häusern mit Gärten, über eine Brücke, durch Industriegebiete, Bahnhöfe und Tunnel. Noch heute leitet der ehemalige Schulleiter Fritz Wendt die Arbeitsgemeinschaft (1981-2000). Sie ist ein Teil seines Lebenswerkes.

Zuhause hat Wendt selbst eine Modelleisenbahnsammlung. Ein ganzer Kellerraum ist dafür reserviert. Dort steht seine Anlage fest aufgebaut. Seit fast 70 Jahren, seit 1952 um genau zu sein, sammelt der über 80-Jährige Modelllokomotiven und Zubehör. „Bei so einem Hobby ist es immer einfach für die Verwandten zum Geburtstag oder zu Weihnachten“, sagt er lachend. Mittlerweile sei seine Sammlung aber so gut wie komplett. „Es ist ein teures Hobby heutzutage“, gesteht Wendt. Zeitintensiv zudem die Pflege des Materials.

Seinen Enkel hat Fritz Wendt jedenfalls angesteckt mit seiner Leidenschaft: „Ich interessiere mich jetzt auch für die Züge. Modelleisenbahnen sind ansteckend“, warnt der Viertklässler. „Wenn er hier zur Schule gehen würde, wäre er sicherlich auch in der AG“, ergänzt sein Großvater schmunzelnd, der sich freut, dass sein Enkel seine große Leidenschaft mit ihm teilt. Momentan sind sechs Kinder in seiner Arbeitsgemeinschaft, drei Jungen und drei Mädchen. Noch bis Januar dürfen sie mithelfen und mit den Bahnen spielen. Danach wird gewechselt: im zweiten Halbjahr sind die nächsten sechs Kinder an der Reihe. Das Angebot richtet sich hauptsächlich an Viertklässler. „Anfangs waren es fast ausschließlichen Jungen, die sich für die Modelleisenbahnen interessiert haben“, erinnert sich Wendt. Mittlerweile haben sich aber auch zunehmend mehr Mädchen an die Materie gewagt. Die Nachfrage nach der AG ist immer noch groß.

Wenn nicht gerade die traditionelle Ausstellung ansteht, bauen sie unter der fachlichen Anleitung von Fritz Wendt gemeinsam neue Module oder reparieren einzelne Stücke. Laufendes „Großprojekt“ ist momentan die Erweiterung einer Eisenbahnbrücke. Sie soll pünktlich zur Ausstellung im kommenden Jahr fertig werden, versichert die AG. Das älteste Modul der Anlage stammt aus dem Jahr 1993. Auch in diesem Jahr wurde schon ein neues Modul gefertigt. Acht Kinder haben daran gearbeitet: „Wir haben die Fläche aufgeteilt, sodass jeder ein Stück Platz hatte, das er selbst gestalten durfte“, erklärt Wendt. So entstanden neben den Schienen kleine Parzellen mit Häusern, Gärten, einer Windmühle und Beleuchtungen.

Von den fünf Bahnhöfen mit den klangvollen Namen Lindental, Glückstadt, Altkirchen, Talheim und Schwarzburg schicken sich die Kinder die Züge hin und her. Zwischen den Modulen sind Bänder unter den Schienen: „Wenn mir vom nächsten Bahnhof ein Zug herübergeschickt wird, hört der Strom an genau dieser Stelle zwischen den Modulen auf. Dort kann ich den Zug dann übernehmen“, erklärt Viertklässler Leon. Seine Begeisterung für Modelleisenbahnen lässt sich ganz kurz auf den Punkt bringen: „Sie fahren“. Im nächsten Jahr, zum 30-jährigen Jubiläum, will Wendt ein letztes Mal die Modelleisenbahnausstellung betreuen und danach das Zepter weiterreichen an Paul Hilgers, der ihn inzwischen unterstützt.