Ausstellung "Im Auge des Betrachters im Atelier Dudziak, dem Kunsthaus Rickelrath

Deutsch-niederländische Ausstellung in Rickelrath : Kunst über die Ländergrenze hinweg

Sechs Kunstschaffende – je drei aus den Niederlanden und Deutschland – präsentierten in Rickelrath ihre Werke unter dem Titel „Im Auge des Betrachters“ und luden die Besucher zu eigenen Interpretationen ein.

Die Örtlichkeit mit idyllischer Gartenanlage und zwei Ausstellungsräumen hat Charme: Die Besucher schlenderten über Rasen an Gemälden, Skulpturen und Objekten vorbei und sahen sich in aller Ruhe Fotografien, Gemälde und Collagen im Innenbereich an. Zur akustischen Untermalung der kleinen Entdeckungsreise zu den Kunstwerken trug Harry Meschke außergewöhnliche Klänge durchs Spiel auf dem aus zwei Halbschalen bestehenden Instrument Hang bei. Sechs Künstler aus den Niederlanden und Deutschland hatten zur Vernissage der Ausstellung mit dem Titel „Im Auge des Betrachters – Deutsch-niederländische Kunst-Freundschaft“ ins Kunsthaus Rickelrath eingeladen. Ohne beeinflussende Titel konnten die Gäste die Werke nach eigenen Vorstellungen interpretieren.

Die gemeinsame Schau war durch Freundschaften und Kennenlernen auf vorherigen Ausstellungen zustande gekommen, erzählte Martina Dudziak. Sie nutzt die Räume als Atelier und richtet in ihnen seit mehreren Jahren Ausstellungen aus. „Es gibt keine Titel, und die Besucher sollen selber schauen, was sie sehen“, betonte sie. So vielfältig die Künstler aus verschiedenen Städten und Ländern waren, so unterschiedlich waren die Kunststile und Werke.

Bei der Niederländerin Marianne Roijakkers hob Claudia Uebach-Pott vom BIS-Zentrum für offene Kulturarbeit und „offenes Wohnzimmer“ aus Mönchengladbach deren Spiel mit Farben und die abstrakte oder figürliche Malweise hervor. Es entstünden Farbenspiele, sagte sie, die Künstlerin wolle Ästhetik und Schönheit darstellen.

Georg Kovac aus Erkelenz hat sich schon immer mit Fotografie beschäftigt – er zeigte künstlerisch anmutende Naturdetails. Er bearbeite auch die Fotos, um das durch die Linse Gesehene zu verändern – ein Bestreben des Fotografen ist es, dass die Fotos gefallen, so die Rednerin.

Bei Marianne Bongers-Ross aus Roermond gelangen die Bilder vom Herzen auf die Leinwand. Sie präsentierte Ganzkörperporträts in großformatigen Ausschnitten, bei denen der Schwerpunkt auf der Bewegung oder Haltung der Personen lag. Auch hatte sie figürliche Gemälde sowie ein Stillleben auf Aluminium-Trägern im Garten ausgestellt.

Die Materialien Stein und Eisen stellte Uebach-Pott als die bevorzugten Materialien von John Stultjens vor – der Wechsel von glatter und rauer Oberfläche sowie der Farben der Steine machten das Spannende seiner Skulpturen aus. Er bevorzugt geschwungene Formen beispielsweise bei der Gestaltung weiblicher Torsi aus dem durchsichtigen marokkanischen Bergkristall Selenit oder aus verschiedenfarbigem Alabaster, erzählte er am Rande. Diese standen im reizvollen Kontrast zu den oftmals gradlinigen rauen Eisenformen.

Die Kunstobjekte von Wolfgang Ruske seien erst einmal Gedankenspiele, führte die Rednerin aus, der Künstler sei sehr hintergründig in seinen Arbeiten. Zu sehen war etwa eine aus Draht geformte Figur, die in einem Drahtnetz gleichsam gefangen wie sicher gehalten war, und über der ein Windspiel bereit schien, Bewegungen akustisch zu übersetzen. Collagen und Skulpturen aus unterschiedlichen Materialien trug Martina Dudziak zur vielfältigen, spannungsvollen Schau bei. Ihre Kunst soll nach eigener Aussage die Widersprüchlichkeit der Gegensätze zeigen. Dabei bilden Öl, Acryl, Wachs, Kreide, Sand und Gips die Basis für Bilder und Skulpturen, und in ihren neuesten Arbeiten, den Collagen, fügt sie in experimenteller Arbeitsweise Restteile aus altem Eisen, Wurzelhölzer und Baumrinde ein.

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