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Ausgelassene Stimmung in vollen Festsälen

Karnevalssitzungen in Dalheim und Klinkum : Törööö! Tolle Stimmung in vollen Festsälen

Wenige Tage vor dem Auftakt des Straßenkarnevals feierten die Jecken in Dalheim und Klinkum stimmungsvollen Sitzungskarneval.

Sitzungspräsident Thomas Cassel war begeistert vom tollen Bild, das sich ihm und dem Elferrat von der Bühne im geschmückten Jugendheim aus bot: Sie blickten in ein ausverkauftes Haus. Karneval bedeute, miteinander zu feiern und zu teilen, führte er nach einem drei Mal kräftigen Schlachtruf „Dalhem all he!“ aus: So hatte die KG „De Maibloemkes“ ein Sparschwein für den kranken Ben aus Klinkum aufgestellt, das im Laufe des Abends auch regelmäßig gefüttert wurde.

Den traditionellen Auftakt stellte im Weiteren der Prolog von Heinz-Peter Hastenrath dar – als Start in ein bunt gemischtes Programm aus tollen Tanz und Büttenreden. So kam Hastenrath auf die jüngste Wahl in Thüringen zu sprechen, bei der die Blauäugigkeit von FDP und CDU enorm gewesen sei – jetzt laufe dort das Programm Schadensbegrenzung. Als „schwere Geburt“ bezeichnete er den Brexit. Und er wies auf die diesjährigen Kommunalwahlen hin.

Die Minis auf der Dalheimer Bühne. Tänze der Mariechen und Garden sowie Auftritte befreundeter Gruppen heizten die großartige Stimmung bei „De Maiblömkes“ weiter an. Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Die Jugend ergriff wenig später das Wort: So zog Prinz Paul I. (Magoley) mit seinen Pagen Mirja und David Bartsch, von Hoppeditz Marie Schmitz angeführt, in den Saal ein. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es gelingen werde, den Abend mit Spaß und Freude zu verbringen. Unter den Zuhörern befanden sich Marcus Johnen und Petra Otten von der CDU – Bürgermeister Michael Stock hatte zuvor die Damensitzung besucht. Dem Prinz schloss sich Mirja Bartsch in der Bütt an. Sie berichtete in spaßiger Weise von langen Verhandlungen mit ihren Eltern, bei denen gegen sie die Mediennutzung als Druckmittel verwendet wurde.

Zu ihrer dritten Rede setzte später Mia Roggendorf an, die zum Vergnügen von jungen und älteren Zuhörern über den Sinn von Schule, die Eigenschaften von Lehrern sowie Familienereignisse lamentierte. Bewährte Redeasse wie Steffi Krönke, Sketche, Tänze der Mariechen und Garden sowie Auftritte befreundeter Gruppen folgten und heizten die großartige Stimmung weiter an.
In Klinkum unterhielten heimische, regionale und überregionale Akteure das jecke Publikum im voll besetzten Saal Grand Sato. Mit ihrem Kinderprinzenpaar an der Spitze folgte ein rednerischer oder tänzerischer Höhepunkt dem nächsten. So brachten etwa musikalische Eigengewächse wie De Kloetschköpp und So!lala Stimmung in den Saal, bot das XXL-Männerballett Showtanz mit akrobatischen Elementen und unterhielt der ehemalige Sänger der Gruppe De Kloetschköpp, Manni (Müschen), Ne Fisternöll mit Reden und mit der Gitarre begleitetem Gesang das Publikum. Er sorgte mit Liedern über „Sonn Männ“ (stattliche Kartoffeln), wehmütig mit „Die Kehle brennt“ über die örtliche Kneipenhistorie sowie mit einem Lied über eine Bohnensuppe zusammen mit rosa Elefant Michael Stock für Höhepunkte, zu denen auch kräftig geschunkelt wurde.

Ein aus Funk und Fernsehen bekannter Redner war Wolfgang Trepper, der aus dem familiären Nähkästchen plauderte und sich angesichts der großen, fürsorglichen Liebe seiner Mutter regelmäßig geschlagen geben musste – selbst den verpönten Blumenkohl verspeiste er nach deren Veto mit Vergnügen.

Den Comedy-Grand-Prix-Sieger Thorsten Bär hatte Literat und Präsident Franz-Gerd Zaunbrecher (Zauni) rechtzeitig gebucht und mit Hastenraths Will (Christian Macharski) stattete ein gebürtiger Klinkumer den Feiernden einen launigen Besuch ab. Viel Power und tänzerisches Können brachten dazu Mariechen und Garden auf die Bühne, wobei der energiegeladene Showtanz von Prinzen- und mittlerer Garde eine Premiere darstellte.

Die befreundete KG „Flöck op“, die zu Beginn der Session Sonja Opwis zur Ehrenpräsidentin ernannte, kam mit Sitzungspräsident René Brockers, zwei Mariechen und der Gruppe „Die wilden Weiber“ und sorgte ebenfalls für beste Unterhaltung. Wobei auch die Klinkumer für den Jungen Ben Geld sammelten sowie Jürgen Boix André Körfer mit dem VKEL-Verdienstorden und Zauni mit dem Großen VKEL-Verdienstorden auszeichnete.