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Absterbende Bäume gefährden Verkehrssicherheit an B 221 bei Arsbeck

Forstarbeiten nördlich von Arsbeck : Absterbende Bäume gefährden die Verkehrssicherheit

In den kommenden Wochen müssen absterbende Bäume unter anderem entlang der B 221 nördlich von Arsbeck gefällt werden. Entlang mehrerer Straßen und Wege soll ein stufiger Waldrand entstehen.

Die Trockenheit der vergangenen Sommer, Stürme und Schädlingsbefall machen sich im Wald der gemeinnützigen Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, dem DBU Naturerbe, bemerkbar: Auf dem ehemaligen britischen Übungsplatz der Royal Air Force gefährden absterbende Bäume die Verkehrssicherheit entlang der Straßen.

Kürzlich starteten nun Forstarbeiten auf der DBU-Naturerbefläche Arsbeck, unter anderem entlang der B 221 nördlich von Arsbeck, an der L 367 östlich des Golfclubs Merbeck und der K 23 (Roermonder Bahn). Das Ziel: Verkehrssicherheit gewährleisten und einen fließenden Waldübergang gestalten.

Im Auftrag des DBU Naturerbe entnimmt der Bundesforstbetrieb Rhein-Weser in den kommenden Wochen Bäume unter anderem entlang der Bundesstraße 221 nördlich von Arsbeck. Betroffen sind überwiegend Roteichen, Kiefern und die Spätblühende Traubenkirsche, aber auch einige Buchen, Birken und Eichen. „Wir fällen und entnehmen insbesondere die Bäume, die eine Gefährdung darstellen. Da die Fläche dem Naturschutz gewidmet ist, verbleiben die restlichen abgestorbenen Gehölze als Totholz im Wald, beispielsweise als Lebensraum für Insekten“, erklärt Bundesforst-Revierleiter Martin Wingertszahn. Die Arbeiten werden bis spätestens Mitte März zum Beginn der Brut- und Setzzeit abgeschlossen.

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Gleichzeitig nutzen Bundesforst und DBU Naturerbe die Gelegenheit für eine Naturschutzmaßnahme: Entlang der Straßen und Wege soll ein stufiger Waldrand entstehen. „Das bedeutet, dass der Wald angrenzend zur Straße nicht abrupt aufhört, sondern einen fließenden Übergang mit niederwüchsigen Bäumen und Sträuchern bildet. Dementsprechend stark muss eingegriffen werden, um genügend Licht für die Kraut- und Gehölzschicht zu schaffen“, sagt Wingertszahn. Solche strukturreichen Waldränder seien in Wirtschaftswäldern selten geworden. Der naturnahe Übergang biete für viele Vogelarten, Kleintiere und Insekten einen Lebensraum und sei ein wichtiger Beitrag zur biologischen Vielfalt.

Das DBU-Naturerbe verantwortet als Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) den Naturschutz auf 71 überwiegend ehemaligen Militärflächen mit rund 70.000 Hektar in zehn Bundesländern. Auch in Folge der Wiedervereinigung und des lang anhaltenden Friedens in Europa hat der Bund bislang etwa 164.000 Hektar wertvoller Naturfläche als nationales Naturerbe ausgewiesen und an Stiftungen, Naturschutzverbände oder Bundesländer übertragen. Zum nationalen Naturerbe zählen ehemals militärisch genutzte Gebiete, Flächen entlang der früheren innerdeutschen Grenze, Treuhandareale und stillgelegte Braunkohletagebaue.

Im DBU-Naturerbe sollen offene Lebensräume mit seltenen Tier- und Pflanzenarten durch Pflege bewahrt, Wälder möglichst ohne menschlichen Eingriff ihrer natürlichen Entwicklung überlassen, artenarme Forste zu naturnahen Wäldern umgewandelt und Feuchtgebiete sowie Gewässer ökologisch aufgewertet oder erhalten werden. Zudem möchte die DBU-Stiftungstochter Menschen für die heimische Natur begeistern.

(RP)