50 Jahre Hotel Esser in Wegberg-Kipshoven Früher Lebensmittelladen, heute ein Hotel

Kipshoven · Das Hotel Esser in Kipshoven existiert seit 50 Jahren. Kurt Esser übernahm 1968 die Gaststätte von Mutter Josefine.

 Das aktuelle Team des Hotels Esser in Kipshoven (hinten, von links): die Söhne Rene und Michael Esser, Küchenchef Dietmar Heck und Stellvertreter Uwe Küppers. Vorne sind Helene und Kurt Esser vor der im Jahr 2000 renovierten Fassade zu sehen.

Das aktuelle Team des Hotels Esser in Kipshoven (hinten, von links): die Söhne Rene und Michael Esser, Küchenchef Dietmar Heck und Stellvertreter Uwe Küppers. Vorne sind Helene und Kurt Esser vor der im Jahr 2000 renovierten Fassade zu sehen.

Foto: Nicole Peters

Mit kräftiger Unterstützung seiner Familie hat Kurt Esser 24 Hotelzimmer, ein Seminarhaus mit 19 Übernachtungszimmern sowie ein Appartementhaus hinzu bauen lassen. Als er das Haus im Jahr 1968 von Mutter Josefine übernahm, war er 20 Jahre alt. 1961 war er als Koch in die Lehre gegangen und hatte anschließend in mehreren Restaurants gearbeitet.

Ursprünglich bestand der Betrieb im Herzen von Kipshoven aus einem Lebensmittelladen, den Schwester Helene führte, einer Dorfschänke und Bauernhof. Somit plante er, die Gastronomie als Restaurant weiterzuführen. Dass es im Rhythmus von acht bis zehn Jahren große bauliche Aktivitäten geben und die Tätigkeitsbereiche enorm erweitert werden sollten, hatte er zu dem Zeitpunkt nicht geahnt.

 Dieses Foto von Haus Esser stammt aus dem Jahr 1960. Bei dem Familienbetrieb, den Kurt Esser 1968 von seiner Mutter übernahm, handelte sich zu dieser Zeit um einen Lebensmittelladen, Dorfschenke und einen kleinen Bauernhof. Rechts im Hintergrund ist die Heilig-Kreuz-Kapelle zu sehen.

Dieses Foto von Haus Esser stammt aus dem Jahr 1960. Bei dem Familienbetrieb, den Kurt Esser 1968 von seiner Mutter übernahm, handelte sich zu dieser Zeit um einen Lebensmittelladen, Dorfschenke und einen kleinen Bauernhof. Rechts im Hintergrund ist die Heilig-Kreuz-Kapelle zu sehen.

Foto: Nicole Peters

50 Jahre ist die Übernahme des Elternbetriebs nun her – das Jubiläum wird Anfang 2019 mit speziellen Speiseangeboten mit den Gästen gefeiert werden. Der erste Umbau war bereits 1967 erfolgt, als eine Kegelbahn hinzugenommen wurde. 1970 gestaltete die Familie – Vater Franz war verstorben, aber seine Mutter wurde 99 Jahre alt – im rückwärtigen Bereich des ursprünglichen Gebäudes einen großen Gesellschaftsraum. Auf Wunsch der Mutter kamen 1976 die ersten zwölf Gästezimmer hinzu. „Diese Bauphase wurde ‚Aprilscherz in Kipshoven’ genannt“, erinnert sich der Hausherr lächelnd, „wir haben am 1. April 1975 angefangen und waren ein Jahr später am 1. April fertig.“ Bis auf das Erdgeschoss wurde dabei der obere Bereich abgetragen, die Zimmer wurden in zwei Etagen draufgesetzt.

1983 und 1984 wurden die nächsten zwölf Zimmer in zwei Etagen auf dem Gesellschaftsraum mit Stube und Kegelbahn aufgebaut. Der Familienbetrieb war zum kleinen Hotel angewachsen. „Die Nachfrage nach gutem Essen und Schlafen war so groß“, begründet Kurt Esser diese Schritte, deshalb seien sie immer tätig geworden. „Es war zeitweise hart“, meint er mit Blick auf die damit einher gehende Arbeit, „aber dann ist meine Frau Helene dazugekommen, und wir haben 1985 geheiratet.“ Sohn Michael kam im gleichen Jahr zur Welt – er hat inzwischen eine Ausbildung zum Hotelfachwirt abgeschlossen und arbeitet als Zahlenanalytiker für die Hotellerie.

1989 wurde Sohn Rene geboren, der sich zum Bierbrauer und Mälzer ausbilden ließ und der jetzt in den Traditionsbetrieb mit eingestiegen ist. Der Grund, warum viele Gäste seit mehr als 45 Jahren herkommen, liege zu einem großen Teil beim guten saisonal ausgerichteten Essen, das Küchenchef Dietmar Heck seit über 30 Jahren auf die Teller zaubert, sagt Kurt Esser. Heck ist sogar bei ihm in die Lehre gegangen. Stellvertreter ist Uwe Küppers, und es sind des Weiteren Beiköche und zwei Lehrlinge in der Küche beschäftigt. Kurt Esser kocht derweil nicht mehr, bespricht aber mit Gästen die Menüs und steht als gute Seele hinter der Theke. Im Service arbeitet zudem ein weiterer Lehrling mit. Und sieben Mitarbeiter halten die Zimmer, Seminarräume und den Restaurantbereich sauber.

In der Historie der Familie Esser war 1992 bis 1993 mit dem Bau des gegenüber vom Hotel liegenden Seminarhauses ein weiterer Meilenstein vollzogen worden: Es verfügt im Erdgeschoss über drei Konferenzräume sowie oben über zwölf Einzel-, fünf Maisonett- und zwei Hochzeitszimmer. Dazu hat die Familie im Jahr 2000 ein Appartementhaus mit drei Wohnungen in unmittelbarer Nähe errichten sowie im gleichen Jahr die moderne Fassade des Stammhauses gestalten lassen.

Eine große Umstrukturierung erfolgte 2010 mit der Grundrenovierung der Gaststätte, die sich somit in frischer, moderner und gleichzeitig gemütlicher Atmosphäre präsentiert. „Zu Tagungen und ins Hotel kommen die Gästen aus allen Himmelsrichtungen zu uns“, beschreiben Kurt und Helene Esser die Situation, „sie kommen aus dem Kreis Heinsberg, Rheydt, Düsseldorf und darüber hinaus her.“ Sie begrüßten sogar welche aus ganz Europa und aus dem überkontinentalen Raum. Liebhaber des Restaurants und Biergartens stammten aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern.

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