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Wassenberg: Zum 40-Jährigen geht Blick nach Afrika

Wassenberg : Zum 40-Jährigen geht Blick nach Afrika

Mit einer Spende für ein Brunnenbau-Projekt von Pater Tanye in Ghana setzen die Wassenberger Malereibetriebe Cremer ein Zeichen zu ihrem Jubiläum. Die Firma ist als Spezialist für Fassadendämmung überregional gefragt.

Sein 40-jähriges Firmenbestehen feiern die Wassenberger Malereibetriebe Matthias Cremer in diesem Jahr - aber statt allein die Sektkorken knallen zu lassen setzt der Betrieb ein Zeichen: 4000 Euro spendet die Firma für ein Brunnenprojekt an der Grundschule von Tampaala im Norden Ghanas, der Heimatregion von Pater Gerald Tanye, Seelsorger in Wassenberg, der sich bekanntlich mit einem Förderverein für Bildung und Infrastruktur in dieser Region einsetzt. Mit mehreren Aktionen, zuletzt erst wieder einem großen Benefizkonzert, hat die Pfarrei St. Marien diese Projekte schon unterstützt (die RP berichtete), und da Cremer - auch bekannt als langjähriges Stadtratsmitglied - dem Kirchenvorstand angehört, lag die Verbindung nahe.

Bei der Übergabe erzählte Tanye über das Brunnenbau-Vorhaben, für das insgesamt rund 7600 Euro veranschlagt werden und das dank der Spende nun bald verwirklicht werden kann. Unvorstellbar hierzulande, dass die Schulkinder derzeit kilometerweit zu einer Quelle laufen müssen, um Trinkwasser für den Schulalltag zu schöpfen und heranzuschleppen. Zeit, die täglich vom Unterricht abgeht. "So ist das bei uns aber", berichtet Tanye. Wasser sei ein knappes und kostbares Gut in seiner vom Ackerbau geprägten Heimat mit häufigen Dürreperioden. "Aber Kinder müssen viel trinken, und dazu soll nun ein Brunnen neben der Grundschule und dem Kindergarten gebaut werden", erzählt Tanye, der auch erwähnt, dass der Kindergarten von Eltern organisiert wird und noch kein Gebäude hat. Die Spendenzwecke für die arme Region sind halt unerschöpflich. Aktuell aber ist der Brunnen dringlich. "Bildung: Saatgut gegen Armut und Not" heißt die von Pater Tanye unterstützte Initiative, die Förderer in ganz NRW hat, aber nach wie vor auf Spenden und Paten angewiesen ist. Gefördert wird vor allem auch der Schulunterricht, der ist in Ghana nämlich nicht kostenlos. Kinderreiche Familien auf dem Land können das Schulgeld oft nicht für alle Kinder aufbringen, erläutert Tanye.

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Die Spendenübergabe nutzte Matthias Cremer (68) auch, um seinen Rückzug als Firmenchef aus der ersten Reihe bekanntzugeben. Schon mit im Boot sitzt Tochter Miriam Cremer als Prokuristin. Ab 1. Juli firmiert Hans Willi Schulte, der bereits jetzt als Berater mit der Firma Cremer zusammenarbeitet, als kaufmännischer Leiter.

Grund zur Zufriedenheit hat der Malerbetrieb, der sich in 40 Jahren vom traditionellen kleinen Familienbetrieb in Nachfolge der Firma Heinrich Stroms zum überregional aktiven Betrieb mit heute rund 30 Mitarbeitern entwickelt hat. 25 Jahre war der Betrieb in Wegberg ansässig, bevor Cremer 2005 im expandierenden Wassenberger Gewerbegebiet Forst, Auf dem Taubenkamp, neu baute. Die Firma hat sich vor allem als Spezialist für Wärmedämmerung einen Namen gemacht. Kunden in ganz NRW, vereinzelt sogar in Berlin, Hamburg oder Frankfurt schätzen das Know-how der Firma bei Verbundsystemen für Gebäudeoberflächen. Rekonstruktionen historischer Fassaden und Aufgaben in der Denkmalpflege mit Hilfe gegossener Fasadenprofile sind eine Cremer-Domäne geworden.

Das Auftragsspektrum reicht von der Sanierung eines historischen Klostergutes in Münster bis hin zur Gestaltung der DGB-Zentrale in Düsseldorf, Fassaden an Einfamilienhäusern sind ebenso Thema wie Wohnanlagen und große Firmengebäude.

(RP)