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Welle der Hilfsbereitschaft nach Großbrand in Wassenberg

Feuer in Wassenberg und Hückelhoven-Ratheim : Welle der Hilfsbereitschaft nach Brand

Nachdem eine Familie aus Wassenberg bei einem Feuer ihr Dach über dem Kopf verloren hat, rufen Freunde und Verwandte nun Hilfskampagnen ins Leben. Auch in Ratheim wurde ein Haus durch einen Brand unbewohnbar.

Seit zwei Tagen ist alles anders. Das Feuer in Wassenberg, das in der Nacht zum Sonntag ausbrach, hat das Leben der dort wohnenden Familie aus den geordneten Bahnen geworfen. „Seit zwei Tagen sind wir quasi durchgängig am organisieren und koordinieren. Wir stehen da vor einer großen Herausforderung“, sagt die Familie. Es müsse nun alles mit den Behörden und den Versicherungen geregelt werden. Das ist insofern schwierig, weil sämtliche Akten und Ordner bei dem Feuer vernichtet wurden. „Es ist nichts mehr da“, sagen die Betroffenen, die nun auf Hilfe angewiesen sind.

Die Bereitschaft dazu in den sozialen Medien ist groß. So hat Jörg Wendeler, ein Freund der vom Brand betroffenen Familie, im Internet eine Kampagne auf der Spendenplattform Gofundme initiiert. „Ich mache diese Kampagne für Freunde, die bei einem Großbrand alles verloren haben und jetzt als sechsköpfige Familie ohne alles da stehen“, schreibt er. Noch sei ungewiss, was und wann die Versicherung bezahlt. Darum brauche diese Familie schnell eine Unterstützung. Sie suchen zurzeit erst einmal eine Ersatzwohnung für die Zeit, in der das Haus wieder aufgebaut wird. „Bitte unterstützt die Familie, die auch noch einen pflegebedürftigen Sohn hat, mit Spenden“, schreibt Jörg Wendeler. Er steht im engen Austausch mit der Familie, die für seine Hilfe sehr dankbar ist: „Er ist unsere rechte Hand und regelt viele Dinge für uns.“ Auch bei Facebook wurde ein Aufruf der Familie vielfach geteilt und kommentiert. Die Anteilnahme ist groß. Auch der Zusammenhalt in der Nachbarschaft sei riesig, betont die Familie. In einer Notsituation wie dieser zeige sich, dass man im Dorf zusammenhalte. Der Zusammenhalt sei nun auch innerhalb der Familie gefragt. „Wir müssen stark sein und uns gegenseitig unterstützen.“ Doch ohne Hilfe von außen geht es nicht.

Am wichtigsten sei aktuell die Suche nach einer großen möblierten Wohnung oder zwei kleineren Wohnungen in Wassenberg. „Wir hoffen, dass die Eltern in einer neuen Unterkunft schneller zur Ruhe kommen können“, heißt es von der Familie, die vorübergehend bei der Freundin des Sohnes untergekommen ist.

Angebote für Alltagsgegenstände und Kleidung hat die Familie zahlreich erhalten. Was neben den Wohnungen benötigt wird, ist Geld. Geld, um damit die Häuser wieder aufbauen zu können. Die sind durch den Brand unbewohnbar und teils einsturzgefährdet. Die Familie muss abwarten, was die polizeilichen Ermittlungen zur Brandursache ergeben. Daher sei nun unbürokratische Hilfe gefragt.

Bei dem Großbrand an der Roermonder Straße, bei dem der Häuserkomplex ausgebrannt ist, waren in der Nacht zum Sonntag 120 Einsatzkräfte mehr als zehn Stunden im Einsatz. Neben dem Wohnhaus der Familie sind auch mehrere Hobbyräume betroffen. Eine große Hilfe bei den Löscharbeiten war für die Wehrleute der Einsatz einer Drohne, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet war. Aufgrund der Einsturzgefahr hatten die Feuerwehrleute nicht ohne Weiteres in den Komplex hineingehen können. Am Sonntagabend und am Montagmorgen hatte die Feuerwehr das Areal abermals kontrolliert, weitere Nachlöscharbeiten waren allerdings nicht notwendig.

Auch im Hückelhovener Ortsteil Ratheim hat eine Frau nach einem Brand ihr Dach über dem Kopf verloren. Die Feuerwehr Hückelhoven war am Dienstagmorgen (12. Januar) um 3.25 Uhr zu einem Feuer in einem Zechenwohnhaus an der Ackerstraße alarmiert worden, in dem eine Dame lebt, die sich nach Angaben der Feuerwehr in der Brandnacht nicht in ihrem Haus aufhielt. Bei der Leitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst in Erkelenz war eine Rauchentwicklung und ein akustischer Alarm gemeldet worden, der vermutlich durch einen Rauchmelder erzeugt wurde. Als die Einsatzkräfte der Feuerwehr eintrafen, kam ihnen bereits dichter Rauch entgegen. Die Feuerwehrleute, die unter Atemschutz vorgingen und eine Wärmebildkamera einsetzten, verschafften sich gewaltsam Zugang zu dem Haus. „Da es sich um alte Bausubstanz eines ehemaligen Zechenhauses handelt, mussten umfangreiche Löschmaßnahmen durchgeführt werden, um den Brand auch in den letzten Zwischenräumen ablöschen zu können“, erklärt Hückelhovens Feuerwehrchef Josef Loers. Feuerwehrleute kontrollierten das Mobiliar, die Holzdecke sowie das darin verbaute Füllmaterial aus Stroh, Lehm und Asche. „Durch den Brand wurden die Räume im Erdgeschoss stark in Mitleidenschaft gezogen, so dass das Wohnhaus bis auf Weiteres unbewohnbar bleibt“, sagt Josef Loers.

Die Feuerwehr Hückelhoven löschte am Dienstagmorgen ein Feuer in einem Zechenwohnhaus an der Ackerstraße in Ratheim. Foto: Feuerwehr Hückelhoven

Gegen 7.10 Uhr war der Brand in Ratheim endgültig gelöscht, im Einsatz waren insgesamt 49 Feuerwehrleute aus Ratheim, Kleingladbach, Millich und Hückelhoven. Mitarbeiter des städtischen Bauhofs sicherten das Haus am Dienstagmorgen gegen unbefugtes Betreten. Auch der Rettungsdienst war vor Ort. Die Polizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, die noch unklar ist.