Wassenberger Wirtschaftstreff zu Gast bei Automobile Sodermanns/Reha-Mobilitätszentrum NRW

Zu Gast im Mobilitätszentrum Sodermanns : Wirtschaftstreff will Unternehmer zusammenführen

Der Gewerbeverein Wassenberg lud zur Premiere der neuen Reihe ein. Gastgeber war das Autohaus Sodermanns.

Weit über 100 Unternehmen von der überschaubaren Steuerberaterpraxis bis hin zum großen Produktionsbetrieb gibt es in Wassenberg. 150 stehen in der Adressenliste, die der Gewerbeverein Wassenberg angeschrieben hat, um sie zum ersten „Wassenberger Wirtschaftstreff“ einzuladen. Das sind weit mehr als die rund 85 Mitgliedsfirmen. Denn es geht dem Vorstand, wie Vorsitzender Georg Hensges betonte, nicht um Vereinstreffen bei der neuen Reihe der Wirtschaftstreffs. Drei- bis viermal im Jahr möchte der Gewerbeverein zum Gedankenaustausch zu Gast in einer Wassenberger Firma sein – die, so Hensges, nicht zwingend Mitglied im Gewerbeverein sein muss. Alle Interessierten Unternehmer sollen willkommen sein. Ziel der Treffen soll sein, die Firmenlandschaft in der Stadt kennenzulernen, mehr voneinander zu erfahren, Kontakte zu knüpfen und den Gedankenaustausch zu pflegen.

Dass beim ersten Treffen nur zehn Mitglieder des Gewerbevereins zusammenkamen, solle die Initiatoren nicht entmutigen, sagte Bürgermeister Manfred Winkens, der wie Stadtkämmerer Willibert Darius und Jürgen Oeben, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Stadt Wassenberg GmbH (EWS), der Einladung ins Autohaus Sodermanns gefolgt war. „Ich finde gut, dass ihr euch besucht, um mehr voneinander zu erfahren“, sagte Winkens. Er und Hensges glauben, dass das Format bekannter werden muss und mehr Interessierte anziehen dürfte. Hensges will auch auf Nicht-Mitgliedsfirmen zugehen, um sie als Gastgeber für die Treffen zu gewinnen. Frank Sodermanns als Gewerbevereinsmitglied und erster Gastgeber unterstrich an einem Beispiel, wie er selbst durch einen Zufallskontakt mit einer anderen Wassenberger Firma für sein Unternehmen profitierte. Er bekannte: „Dass wir von Unternehmen in der Nachbarschaft oft so wenig wissen, ist schlecht.“ Solche Treffen seien die beste Gelegenheit, Interessantes aus der Unternehmenswelt der eigenen Stadt zu erfahren.

Das fanden wohl auch die Teilnehmer, denen natürlich „Automobile Sodermanns“ ein Begriff war. Aber welche erstaunlichen Lösungen das auf die Umrüstung von Autos für Menschen mit Behinderungen spezialisierte Unternehmen anbietet, war auch den meisten Vereinskollegen so eindrucksvoll noch nicht dargestellt worden. „Dass man ein Auto, ohne Lenkrad und Pedale zu berühren, fahren kann, können sich viele nicht vorstellen“, sagte Sodermanns, der Kunden mit den schwersten körperlichen Einschränkungen aus ganz Deutschland auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittene, umgerüstete Automobile anbieten kann. Anhand eines Films und später bei einer Führung durch Ausstellungshalle und Werkstatt bekamen die staunenden Besucher einen Eindruck davon. Auch einige Mitarbeiter sind Rollstuhlfahrer. „200 Umbauten, bis zu 25 in einem Wagen, bearbeiten wir gerade in der Werkstatt“, sagte Sodermanns. Die Firma sei in den vergangenen 15 Jahre zum umfangreichsten Umrüster in NRW geworden und biete auch eine eigene Fahrschule an. Nur 38 ähnliche Betriebe gebe es in Deutschland.