Wassenberger Roßtorplatz könnte ein Dach bekommen

Temporäres Dach : Dach für den Roßtorplatz: Bürger an der Diskussion beteiligen

Der Wassenberger Rat hat ein Planverfahren beschlossen, dass die Voraussetzungen für eine temporäre Überdachung des Roßtplatzes sondieren soll.

Bürgermeister Manfred Winkens und nicht wenige Mitstreiter in Stadtverwaltung und Politik wünschen sich eine Möglichkeit, den Wassenberger Roßtorplatz bei Großveranstaltungen wie etwa dem Schlemmermarkt zeitweise überdachen zu können, damit auch bei Gewittergüssen oder Dauerregen den Gästen das ungestörte Feiern ermöglicht wird. Es gibt Modelle, etwa mit großen Segeln, aber genaue Vorstellungen, wie das Ganze aussehen könnte, wie Lichtverhältnisse oder Lärm sich auswirken und wie eine solche Vorrichtung die Anwohnerschaft betrifft, gibt es bislang noch nicht.

Um einen Einstieg in die Diskussion zu ebnen, schlug nun die Stadtverwaltung in einer Vorlage dem Rat vor, ein vereinfachtes Änderungsverfahren nach Baugesetzbuch für den Bebauungsplan Stadtzentrum durchzuführen mit der Zielsetzung, den Roßtorplatz „mit einem temporär nutzbaren Wetterschutz auszustatten“. Begründet wird das Ansinnen mit einer Attraktivitätssteigerung des Zentrums für Veranstaltungen. Die Vorlage der Stadtverwaltung verweist auch auf den Ehrgeiz der Stadt, wieder (wie früher schon einmal) die Bezeichnung „Luftkurort“ oder „Erholungsort“ (gem. Kurortsgesetz NRW) führen zu dürfen.

Aus Sicht der Bauaufsicht des Kreises Heinsberg kann die Umsetzung einer solchen Maßnahme erst erfolgen, wenn in einem vereinfachten Verfahren die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Auch das Landesamt für Denkmalpflege, mit dem eine erste Grobabstimmung erfolgt sei, sehe das so.

Etliche Ratsmitglieder jedoch fühlten sich von dieser Marschroute der Verwaltung offenbar etwas überrumpelt. Hermann Thissen (SPD), Robert Seidl (Grüne), Susanne Beckers (FDP) und andere hielten es für sinnvoll, vor Beginn eines offiziellen Änderungsverfahrens erst mal grundsätzlich darüber zu diskutieren, ob eine Überdachung überhaupt gewünscht wird. Beckers, die der Idee Sympathie abgewinnen konnte, verwies auf große Vorbehalte in der Bürgerschaft. Und Thissen wollte konkrete Modelle kennenlernen, wie eine solche Überdachung umgesetzt werden kann.

Kämmerer Willibert Darius beruhigte: „Es geht hier zunächst um eine vorgezogene Behördenbeteiligung, von der wir belastbare Stellungnahmen erwarten, ob und wie das Ganze überhaupt umsetzbar wäre.“ Um konkrete Konzepte und Gutachten zu Brandschutz, Belichtung, Belüftung etc. gehe es dann im weiteren Verfahren. Nichts werde jetzt schon festgezurrt, betonte auch Bürgermeister Winkens.

Dies müsse den Anwohnern aber auch dann so erklärt werden, wünschte sich Susanne Beckers. „So wie das hier diskutiert wird, kommt das bei den Bürgern gar nicht gut an, man muss die Anwohner mit ins Boot nehmen.“ Beckers schlug Info-Briefe vor, die das Verfahren den Anliegern erläutern. Sinnvoll sei auch, so etwas zu visualisieren, meinte Horst Vaßen von der WFW. Bürgermeister Winkens ging auf diese Vorschläge ein, versprach von Verwaltungsseite sowohl die Anwohnerinformation als auch später 3D-Präsentationen zur Veranschaulichung von Überdachungsmodellen.

Eine Mehrheit aus CDU, FDP und WFW stimmte schließlich für den Einstieg in das Planverfahren, während SPD, Grünen und Linken dies offenbar noch zu früh kam, sie stimmten dagegen.