Wassenberger Grüne schlagen Konzept für Fahrradverkehr vor

Anregung der Grünen : Braucht Wassenberg ein Radwegekonzept?

Die Grünen regen den Beitritt der Stadt zur AG fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte an. Immerhin würde der Radverkehr eine immer wichtigere Rolle im Nahverkehr spielen.

Die  Wassenberger Grünen wollen mehr Menschen dazu bewegen, zumindest innerstädtisch aufs Rad umzusteigen. Sie sehen allerdings Nachholbedarf bei sicheren und gut ausgebauten Radwegen auch in Wassenberg. Dass die Verwaltung und die Mehrheit im Stadtrat keine Notwendigkeit dafür erkennen, sei „eine eklatante Fehleinschätzung und eine Missachtung des Bürgerwillens“, sagte Robert Seidl in der jüngsten Ratssitzung. Der Radverkehr werde künftig einen immer wichtiger werdenden Beitrag zur Nahmobilität leisten. Der Radverkehr müsse auch in der Innenstadt mindestens den gleichen Stellenwert erhalten wie der Autoverkehr. Die Fraktion beantragte daher, dass Wassenberg Mitglied in der „Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in NRW“ werden soll. Die AGFS sei eines der größten kommunalen Netzwerke zum Thema Nahmobilität. Voraussetzung zur Mitgliedschaft sei die Erarbeitung eines nahmobilitätsfreundlichen Gesamtkonzeptes. Dazu gehöre ein Radwegenetz, das innerstädtische Verbindungen und die Anbindung an den überregionalen Rad(schnell-)Verkehr schafft. Die AGFS-Mitgliedschaft  biete im Gegenzug den exklusiven Zugang zu Fördermitteln des Landes und eine fachliche Beratung und Hilfestellung bei Fragen der Nahmobilität. Eine Mitgliedschaft koste lediglich 2500 Euro jährlich. „Für den Ausbau von kommunalen Radwegen stehen im Land NRW zur Zeit 17,3 Mio. Euro, so viel Geld wie noch nie, zur  Verfügung“, sagte Seidl. „Es wäre nicht schlau, wenn die Stadt Wassenberg diese Chance für den Ausbau der Nahmobilität verschlafen würde.“

Über den Antrag ist zwar noch nicht diskutiert worden, aber ob er durchkommt, scheint mehr als fraglich. Im Hauptausschuss wurde kürzlich ein Grünen-Antrag für ein „verkehrssicheres Radwegenetz zwischen Oberstadt/Gesamtschule und der künftigen zentralen Sportanlage in Orsbeck“ abgelehnt. Vor allem die Sicherheit von Schülern hatten die Grünen dabei im Auge. Allerdings wären in deren Routenvorschlägen zusätzliche Radwegestücke und eine Rad-/Fußgängerbrücke über die L117 anzulegen. Die Verwaltung zeigte eine Alternative auf, ebenfalls übers Judenbruch, die ohne Neubauten auskommt. Die Heinsberger Straße von der L117 bis zur Einfahrt zum neuen Sportpark werde verändert und mit einer zusätzlichen großen Querungshilfe ausgestattet, führte die Verwaltung aus. Der Vorschlag der Grünen, die Anregungen zu überdenken und zu einem Kompromiss zusammenzuführen, scheiterte.