Wassenberg wird von WEP an Fernwärme angeschlossen

Hückelhovener WEP baut Netz aus : Fernwärme für Wassenberg

Gute Neuigkeiten für Wassenberg. Die Stadt wird an die Fernwärme angeschlossen. Das Unternehmen WEP investiert dafür bis 2021 zunächst fünf Millionen Euro.

Dank einer Investitionsförderung der Europäischen Union kann die WEP ihr Fernwärmenetz nach Wassenberg erweitern. Der lokale Energieversorger aus Hückelhoven stellte das Bauvorhaben, das schrittweise über mehrere Jahre umgesetzt werden soll, an der Grenze beider Städte vor und kündigte den sofortigen Baustart an. Die ersten Häuser in Orsbeck und Luchtenberg sollen noch in diesem Jahr angeschlossen werden.

Die Fernwärme, die bei der Stromerzeugung in einem Heizkraftwerk der WEP an der Sophiastraße seit 2004 aus dem regenerativen Energieträger Holz gewonnen wird, versorgt bislang rund 4000 Häuser in Hückelhoven. Wassenberg anzuschließen, war zwar schon seit mehreren Jahren ein Wunsch der Stadt, ließ sich technisch zunächst jedoch nicht umsetzen. „Jetzt können wir erstmals ein Kombinationsrohr für den Vor- und den Rücklauf des heißen Fernwärmewassers einsetzen, was nicht nur einfach zu verlegen ist, sondern vor allem die Wärmeverluste geringer hält“, erklärte Christoph Langel, Geschäftsführer der WEP. Damit werde es wirtschaftlich, das Netz von Hückelhoven nach Wassenberg auszudehnen, auch wenn dabei über längere Strecken nicht bewohnte Gebiete zu überwinden seien.

Verlegt werden zwischen den beiden Nachbarkommunen zwei Hauptleitungen: eine von Krekelberg nach Luchtenberg und Orsbeck und eine über den Hückelhovener Zechenring in Wassenbergs Stadtzentrum. Davon ausgehend werden anschließend Nebenstrecken und Hausanschlüsse verlegt. „Die Rohre werden 1,25 Meter tief in den Boden gelegt, wobei wir vor allem unter Wirtschaftswege, Fahrbahnen und Bankette sowie manchmal Bürgersteige gehen“, erläuterte Thorsten Wirtz von der WEP.

Investieren wird das Unternehmen bis Ende 2021 in der ersten Phase etwa fünf Millionen Euro, wobei der Anteil von 3,4 Millionen Euro für den Netzausbau mit 65 Prozent bezuschusst wird. Die EU fördert solche Investitionsvorhaben für den Klimaschutz mit 50 Prozent, das Land Nordrhein-Westfalen steuert weitere 15 Prozent bei, teilte die WEP mit. Ziel sei es, über diese Phase hinaus, „bis zu den Jahren 2026 bis 2030 etwa 500 Hausanschlüsse auf Wassenberger Stadtgebiet zu realisieren“, erklärte WEP-Geschäftsführer Fabian Brücher das weitere Ausbauszenario.

Dass sich in den nächsten Jahren viele Privathaushalte für einen Anschluss an die Hückelhovener Fernwärme entschließen könnten, hält Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens für realistisch: „Es hat ein Umdenken im Klimaschutz gegeben.“ Begrüßen würde die Stadt das, denn das würde ihr „sehr helfden, die angestrebten Klimaziele gemeinsam mit unseren Bürgern zu erreichen“.

Die der Maßnahme zuzurechnenden CO2-Emissionen sinken laut WEP um 2500 Tonnen pro Jahr auf etwa ein Viertel der bisherigen Werte. „Auch wir als Stadt Wassenberg werden jetzt zeitig in Planungen einsteigen, ob und wie kommunale Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen werden können“, kündigte Winkens an. Sie sei sauber und umweltfreundlich und stelle eine Alternative zu Gas oder einem Ölkessel im Keller dar. Aber, auch das sei wichtig zu betonen: „Ein Anschlusszwang besteht bei uns nicht.“