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Wassenberg: Vielfalt im Bergfried als Angebot für Auge und Hirn

Ausstellung in Wassenberg : „Vielfalt“ als Angebot für Auge und Hirn

Noch bis zum 17. Juli ist die Ausstellung zu sehen, an der fünf Künstlerinnen und Künstler des Künstlerforums Schloss Zweibrüggen beteiligt sind.

„Vielfalt“ lautet das Thema der aktuellen Ausstellung im Wassenberger Bergfried. Und in der Tat machen die fünf Ausstellenden den Kunstfreunden mit ihren Bildern, Skulpturen und Objekten ein breites Angebot für Augen und Hirn. Astrid Bohne aus Eschweiler, Heribert Gossen aus Übach-Palenberg, Maria Kontz aus Kornelimünster, Katharina Sauer aus Wassenberg und Brigitte Schneider aus Aachen eint die Zugehörigheit zum Künstlerforum Schloss Zweibrüggen, mit dem die Stadt Wassenberg – heute deren  Kunst, Kultur und Heimatpflege gGmbH – schon seit einigen Jahren in ihrem Kulturprogramm zusammenarbeitet.

Das Erstaunliche: Alle fünf Kreativen, obwohl im selben Verein,  lernten sich erst durch das Wassenberger Ausstellungsprojekt persönlich kennen, wie Maria Kontz erzählt. Und alle Fünf stellen zum ersten Mal im Bergfried aus. Den eigenwilligen Reiz des historischen Gemäuers fanden sie inspirierend, unterstreichen auch Heribert Gossen und Katharina Sauer.

Sauer ist die Lokalmatadorin  der Gruppe. Die duftig-leichten Blüten- und Landschaftsaquarelle, ein Markenzeichen Sauers, sind nicht zum ersten Mal in der Stadt zu sehen. Bilder mit Landschaftseindrücken von ihren vielen Reisen und Kreuzfahrten, auf denen Sauer auch Kunstkurse anbietet, sind auch im Bergfried wieder präsent. Darüber hinaus zeigt die vielseitige, auch auf dem Feld der Seidenmalerei und entsprechender Textilkreationen aktive, Seniorin mit ironischen Skulpturen, die sie aus vorgefundenen und teils sogar vom Schrottplatz gefischten Eisenteilen zusammenfügt und mit der Flex bearbeitet, eine ganz andere Seite: etwa bei einem „Denkenden“ ohne Hirn und einer „Familiendiskussion“ am runden Tisch, die bei genauem Hinsehen gar keine ist. Eine Hommage an den Heimatort ist Sauers Specksteinplastik mit Roßtor, Kirche und Burgeingang.

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Collagen und Drucke sind eine Domäne von  Maria Kontz, die in der Schau etwa aus verschiedenen, teils zusätzlich bearbeiteten Drucken zusammengestellte Collagen auf Schaltafeln zeigt, die vielfach pflanzliche Formen variieren. Aber auch Acrylgemälde sind zu sehen: „Alarmstufe 2“ etwa mit aktuellem Bezug zur Coronalage, die auch hintergründige Objekte wie etwa „Maskenball“ (Kopf aus OP-Masken) oder „Corona-Gold  2020“ (Blattgold auf Toilettenpapier) aufs Korn nehmen. Heribert Gossen macht keinen Hehl daraus, von Surrealisten wie Magritte inspiriert zu sein. Blickfang in der Schau bilden großformatige Ölgemälde wie das Bild „Blaubäume“, deren Wurzeln und Äste sich bei genauem Hinsehen als geisterhafte Wesen entpuppen, die auch in Wolkenformationen aufscheinen oder gemeinsam mit Fischen mystische Spiralen bilden. Kleinere grafische Arbeiten mit Holzkohle, Bleistift oder Pastellkreide variieren Motive wie Fische, Schnecken oder Federn.  

In andere Stilistik entführt Brigitte Schneider in Traumgefilde. Menschen in Begegnung, wie schwebend wirkende Liebespaare umgeben von Masken der Fantasie prägen ihre Acryl- und Aquarellarbeiten in pastelligen Tönen. In magischen Weiten des Universums begleiten Astrid Bohnes großformatige Öl- und Acrylbilder die Betrachter, bei denen sphärische Blau- und Grüntöne dominieren. Interessant sind auch zwei kleinere Drucke, deren Vorlage wohl Gemälde sind. Sie zeigen in einer  „Hoffnungswelt“ Menschen, erst vereinzelt auf einer Spirale, in die dann im zweiten Bild immer mehr Menschen zu einer eng verbundenen Gemeinschaft anzuziehen scheint.

Die Schau ist noch bis 17. Juli jeweils samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.