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Wassenberg verzichtet auf Regenbogen-Flagge

Wassenberg verzichtet auf Regenbogen-Flagge : „Beschämend“ für SPD, „peinlich“ für Grüne

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses ging es um den SPD-Antrag, zum Idahobit am 17. Mai, ein Zeichen zu setzen. Der Antrag wurde abgelehnt.

Städte wie Geilenkirchen und Hückelhoven haben sich bereits dagegen entschieden – nun auch Wassenberg. Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses folgten mehrheitlich der Beschlussvorlage der Stadt Wassenberg, nach der der Anregung der SPD-Fraktion im Stadtrat nicht gefolgt wird und es somit keine Regenbogenbeflaggung am Rathaus am internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (Idahobit), 17. Mai, geben wird.

Die SPD-Fraktion verfolgte das Ziel, ein klares Zeichen gegen jede Form der Diskriminierung und Ausgrenzung zu setzen. Jonas Rudolf, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten, bezog mit deutlichen Worten Stellung zur Beschlussvorlage der Stadt. Er sagte in der Sitzung: „Es geht darum, ein Zeichen für Millionen Menschen weltweit und für zahlreiche Menschen hier in unserer Wassenberger Gemeinschaft zu setzen. Menschen, die tagtäglich Diskriminierung erfahren. Alles in allem ist es auf jeden Fall beschämend, dass im letzten Satz der Begründung zur Ablehnung dann noch gesagt wird, man wolle weitermachen wie bisher: Man wolle Toleranz und Offenheit vorleben.“

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Vom von Rudolf gewählten Begriff „beschämend“ distanzierte sich unterdessen Bürgermeister Marcel Maurer mit ebenso klaren Worten und vewies dabei auch auf die Entscheidungen Kollegen aus Geilenkirchen und Hückelhoven, die sich ebenfalls gegen die Flagge am 17. Mai entschieden haben.

Rainer Peters, Vorsitzender der CDU-Fraktion, erklärte, dass auch die Christdemokraten jede Form der Diskriminierung ablehnten und man sie somit auch nicht toleriere. Peters führte weiter aus: „Zudem sehe ich in Wassenberg glücklicherweise keine Diskriminierung, weshalb eine Beflaggung nötig wäre.“

Unterstützung erfuhren die Sozialdemokraten von Bündnis 90/Die Grünen. Robert Seidl hielt den Antrag der SPD für „sehr gut begründet“. Seidl störte indes der Ausdruck „beschämend“: „Die Argumentation der Stadt Wassenberg ist vielmehr peinlich. Es geht um die Regenbogenflagge als Zeichen. Nur darum geht es, nicht um mehr.“ Jonas Rudolf rundete die Diskussion schließlich ab: „Wenn es so einfach wäre, wären Tage wie der IDAHOBIT am 17. Mai nicht mehr nötig, damit jeder das Gefühl hat, in dieser Gesellschaft willkommen zu sein. Bei dieser Begründung zur Ablehnung ist mir fast danach, den Welttag des Lachens am Donnerstag ausgiebig zu feiern, wenn es nicht so traurig wäre. Wir lassen uns nicht abschrecken und arbeiten weiter daran: Wassenberg ist bunt.“