Wassenberg geht neue Wege in der Telemedizin Mehr Sicherheit für Senioren

Wassenberg · Das SZB Wassenberg beteiligt sich an wichtiger Studie des Uniklinikums Aachen. Das Projekt läuft bis zum 31. März 2024, es ist also bewusst langfristig angelegt.

 Jürgen Waldeck und die Eheleute Weber, Angehörige aus dem SZB Wassenberg, sind von der Idee überzeugt.

Jürgen Waldeck und die Eheleute Weber, Angehörige aus dem SZB Wassenberg, sind von der Idee überzeugt.

Foto: Heinrichs Gruppe/Isabelle Ernst

Die Versorgung geriatrischer Patienten soll verbessert werden. Einen Beitrag dazu will auch die Heinrichs Gruppe leisten, die das SZB in Wassenberg betreibt. Geschlossen werden soll eine Lücke im System. Konkret geht es darum, Senioren nicht unbedingt nötige Aufenthalte in einem Krankenhaus zu ersparen. Eine große Rolle dabei spielt das Projekt optimal@NRW der Uniklinik RWTH Aachen.

Dies begrüßt auch Gisela Weber, deren Mutter im SZB Wassenberg lebt. Verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Seniorin, so sorgt das Pflegepersonal für medizinische Hilfe, ruft etwa den Hausarzt. Steht dieser nicht zeitnah zur Verfügung, bleibt ohne Telemedizin nur, den Rettungsdienst zu rufen. In der Folge steht dann eine Einweisung in ein Krankenhaus an. „Wegen dieser Lücke im System ist auch meine Mutter schon ins Krankenhaus eingewiesen worden, was für sie eine absolute Stresssituation war“, berichtet Gisela Weber.

Das ist nur einer der Gründe, weshalb sich das SZB Wassenberg an der Studie der Aachener Uniklinik beteiligt, auch andere stationäre Senioreneinrichtungen gehen diesen Weg. Bei der Studie handelt es sich um ein vom Innovationsfonds mit rund 15 Millionen Euro gefördertes Projekt, an dem sich 25 Altenheime in Stadt und Städteregion Aachen, im Kreis Düren und im Kreis Heinsberg beteiligen. Diese Studie gliedert sich in drei Phasen: Datenerhebung, Ausstattung mit Telemedizin und Einsatz der Telemedizin. Das Projekt läuft bis zum 31. März 2024, es ist also bewusst langfristig angelegt.

„Wir wollen die Hausärzte entlasten, denn sie haben auch irgendwann einmal Feierabend. Der Innovationsfonds ermöglicht die Bereitstellung eines rund um die Uhr besetzten Telefons, mit dessen Hilfe die Pflegekraft immer einen Arzt erreicht, der per Telesprechstunde gemeinsam mit der Pflegekraft eine Entscheidung trifft, wie im konkreten Fall verfahren werden kann“, sagt Projektleiter David Bücken. Er schätzt vor allem die unverzichtbare Schnittstelle, denn die Pflegekraft kann den Bewohner in der Regel gut einschätzen und kennt auch die Expertise des Arztes. So soll schließlich auch ein neues Miteinander zwischen Pflegekraft und Arzt geschaffen werden. Die Mitarbeiter im SZB Wassenberg sagen dazu: „Der Ortswechsel, fremde Personen, unklare Situationen – all das bedeutet für unsere Bewohner Stress. Alles, was in der gewohnten Umgebung stattfinden kann, ist ein Gewinn.“ Gisela Weber unterstreicht das: „Diese Lösung erscheint mir sehr sinnvoll. Es erspart nicht nur meiner Mutter Stress, sondern gibt Pflegekräften Sicherheit.“ Interessierte Ärzte und Angehörige erhalten Infos unter Telefon 0241 8038899.