Wassenberg: Stadt will zur "Smart City" werden

Schule fit für digitales Zeitalter : Wassenberg will „Smart City“ werden

Durch ein tragfähiges WLAN-Netz kann die Betty-Reis-Gesamtschule den Unterricht zukunftsweisend gestalten.

Wassenbergs Bürgermeister Manfred Winkens ist eigentlich Lehrer von Beruf. Sowohl zu seiner Studienzeiten, als auch später vor der Klasse, war es für ihn kaum vorstellbar, vom digitalen Unterricht zu sprechen. Doch die Zeiten haben sich geändert – und Winkens ist froh darüber, dass Lehrern und Schülern heute völlig andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Als positives Beispiel nennt er etwa die Betty-Reis-Gesamtschule in seiner Stadt, die ein Teil des Projekts „Smart City“ ist, welches die Stadt derzeit vorantreibt.

Partner der Stadt Wassenberg ist das Unternehmen „The Cloud Networks“ in München, europaweiter Anbieter für so genannte „Public WiFi-Lösungen“. Im Klartext: Im Innenstadtbereich wird ein kostenfreies WLAN-Netz aufgebaut. Doch neben der Innenstadt mit ihren touristischen Sehenswürdigkeiten soll die ganze Stadt von der „Smart City“ profitieren. „Wir arbeiten am Konzept ,Smart City’ und sind Mitglied im Netzwerk Innenstadt, dem rund 80 Kommunen in Nordrhein-Westfalen angehören“, erklärte Bürgermeister Manfred Winkens. Ein wichtiger Aspekt dabei sei der Bereich Schule und Bildung, so Winkens weiter. Und so hat „The Cloud“ die Gesamtschule quasi ans Netz geholt. WLAN sei eine riesige Baustelle gewesen, formulierte es Guido Wienen für die Schule, „es ist ein anspruchsvolles Projekt, das nun störungsfrei läuft.“ Die digitale Bildung sei aus dem heutigen Unterrichtsalltag nicht mehr wegzudenken, betonten Schulleiterin Karin Hilgers und ihr Stellvertreter Helmut Frohn. „Alleine hätten wir als Schule das technische Know-how und auch die finanziellen Mittel kaum aufbringen können“, merkte Frohn an, der weiter sagte, dass die Medienkompetenz fest im Lehrplan verankert sei. Die beiden Schüler Nick Kaspers, der Schülersprecher ist, und Lisa Sieben, Schülervertreterin Mediengruppe, berichteten, weshalb ein tragfähiges WLAN-Netz für den schulischen Alltag wichtig ist: „Zu den Ansatzpunkten zählen die Recherchearbeiten mit Smartphone oder iPad. Zudem geht es darum, dass es für uns Schüler wichtig ist, dass beispielsweise Präsentationen, die etwa in Google Drive hinterlegt sind, in der Schule abrufbar sind.“ Die Lehrer berichteten davon, dass die Schüler auch nach dem Unterricht noch in der Schule sind, um das WLAN-Netz für ihre Arbeit zu nutzen.

Möglich gemacht hat all das Tim Gülicher, er ist Managing Director bei dem Unternehmen „The Cloud“. „Länder wie Schweden und Dänemark sind diesen Weg schon vor fünf bis zehn Jahren gegangen. Es ist wichtig, den Schülern die Teilhabe an der Digitalisierung zu ermöglichen“, befindet er. Schüler, die über kein Smartphone verfügen, können die iPads nutzen. Diese werden der Schule von „The Cloud“ zur Verfügung gestellt.

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