Wassenberg: Podiumsdiskussion vor Europawahl in Betty-Reis-Gesamtschule

Vor der Europawahl : Europas Bedeutung für Deutschland

Vor der Europawahl am 26. Mai hatte die Betty-Reis-Gesamtschule Wassenberg zu einer Podiumsdiskussion eingeladen. Zu Gast waren Politiker von CDU, SPD, FDP, Grünen, Linkspartei und AfD.

So, wie die Politiker auf dem Podium positioniert waren, ergab sich aus dem Zuschauerraum heraus ein interessantes Bild: Ganz links die Linkspartei, am rechten Rand nahm die AfD ihren Platz ein. Dazwischen teilten sich CDU und FDP einen Tisch, während auch die Sozialdemokraten und die Grünen eine gewisse Nähe zueinander präsentierten.

Am 26. Mai ist der Tag der Europawahl. Und auch junge Leute sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Schülerinnen und Schüler der Betty-Reis-Gesamtschule in Wassenberg sind deshalb mitten im Thema und hatten zur Podiumsdiskussion eingeladen. Der Einladung gefolgt waren CDU, SPD, FDP, Grüne, Die Linke und AfD.

Um das politische Interesse ihrer Schülerinnen und Schüler zu stärken, hat die Betty-Reis-Gesamtschule im Vorfeld der Europawahl nicht nur im Unterricht die aktuelle Politik behandelt, die Teilnahme an der Podiumsdiskussion war letztlich auch für die Schüler der Jahrgänge 11 und 12 eine Pflichtveranstaltung. Shalini Bowens aus der Q1 und Janne Thomsen (EF) moderierten die Diskussion, während weitere Schüler im Publikum per Stoppuhr genau darauf achteten, dass die Politiker ihre Redezeit nicht überstrapazierten.

Wie wichtig Europa ist, wie wichtig Europa für Deutschland ist, in dieser Frage zeigten die Politiker bis auf Jürgen Spenrath (AfD) Einigkeit. „Der Bürger kann in Europa an keiner Entscheidung teilhaben. Das klappt nur vor Ort, weshalb wir uns auf die eigene Kraft besinnen müssen“, sagte Spenrath, der die AfD unter anderem im Heinsberger Kreistag vertritt. Er untermauerte seine Haltung bei der ersten Frage der Schüler, die wissen wollten, was die Ziele der Europäischen Union und der einzelnen Parteien beim Brexit seien. Spenrath: „Es hat gezeigt, dass der EU die Bindekraft fehlt.“ Die Schüler erkannten schnell, dass die AfD mit dieser Haltung allein dasteht, denn die übrigen Vertreter der Parteien betonten klar, „dass Großbritannien nur wegen einer Vielzahl an populistischen Fehlinformationen für den Brexit gestimmt hat“, sagte etwa Europaparlamentarierin Sabine Verheyen (CDU). Dem harten Brexit erteilte sie eine klare Absage. Auch Arndt Kohn von der SPD sagte zu den Schülern: „Es ist ein bedauerliches Beispiel dafür, was populistische Parolen auslösen können. Auf allen Seiten wird es daher nur Verlierer geben.“ Patrick Schunn (FDP) sagte sogar: „Es ist ein Land im Chaos. Ein zweites Referendum müsste her und ehrlicher und fairer sein.“ Dass vor allem die junge Generation der Verlierer des Brexit ist, machten die Politiker auf dem Podium den Schülerinnen und Schülern ebenfalls deutlich.

Auch die Urheberrechtsreform stand im Fokus der Diskussion im Forum der Schule, zudem stand die Frage nach der Zukunft des Euro im Raum. Jedoch: Mit mehr Wortbeiträgen der Schülerinnen und Schüler wäre die Diskussion sicherlich noch interessanter und lebendiger geworden, so hätte sich mehr Interaktion entwickelt. Dennoch: Dass sich Schulen wie die Betty-Reis-Gesamtschule die Mühe machen, Veranstaltungen wie diese auf die Beine zu stellen, ist respektabel, um nämlich jungen Menschen die Bedeutung demokratischer Wahlen zu vermitteln.

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