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Wassenberg: Nabu übt Kritik mit offenem Brief

Es geht um den Birgeler Wald : Nabu übt Kritik mit offenem Brief

Dem Kreisverband Heinsberg des Nabu-Naturschutzbundes geht es um Windenergieanlagen in Wassenberg. Befürchtet wird ein Durchschneiden des Waldgebietes.

Der Kreisverband Heinsberg des Nabu-Naturschutzbundes ist in Sorge und äußert diese in einem offenen Brief, unterzeichnet ist das Schreiben von Kreisverbandsvorsitzender Natascha Lenkeit-Langen. Konkret geht es dabei um den Bau von vier Windenergieanlagen im Birgeler Wald. Wie es beim Nabu heißt, rechnet man im Sommer mit dem Baubeginn. Die Anlagen sollen 240 Meter hoch sein, der Rotordurchmesser soll 158 Meter betragen.

Dem Nabu geht es um dieses Problem: „Warum der Rat der Stadt Wassenberg Ende 2017 zu der Entscheidung gekommen ist, einen Bereich des einzigen großen und unzerschnittenen Waldgebiets im mit elf Prozent Waldfläche waldärmsten Kreis Heinsberg in NRW mit der 51. Änderung des Flächennutzungsplans als eine Windkraft-Konzentrationszone auszuweisen, wirft Fragen auf. Zumal es alternative Standorte mit weniger einschneidenden Auswirkungen auf Natur, Landschaft und Erholungswert gegeben hätte“, heißt es in dem Brief. Die Kritik richtet sich unter anderem darauf, das Untersuchungs- und Entscheidungsszenario für den potenziellen Standort derart angelegt zu haben, dass nur der Birgeler Wald als Standort in Frage kam und die in vielerlei Hinsicht hohe Wertigkeit des Waldes nicht angemessen gewürdigt zu haben. Sämtliche Untersuchungsparameter waren auf Anlagen von 150 Metern Höhe abgestimmt, so der Nabu weiter. „Der Kreis Heinsberg, die Stadt Wegberg, die Gemeinde Roerdalen, der Nabu-Kreisverband Heinsberg sowie namhafte Institutionen haben sich 2017 im Rahmen der Wassenberger Flächennutzungsplanänderung gegen eine Windkraft-Konzentrationszone im Birgeler Wald ausgesprochen. Die Bürgerinitiative ,Birgeler Urwald’ hatte bei einer Öffentlichkeitskampagne sogar nahezu 1700 Unterschriften gegen die Konzentrationszone gesammelt“, schreibt der Nabu weiter.

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Nach Nabu-Angaben müssten 48.000 Quadratmeter Waldfläche gerodet werden. Wegen zu bauender Zufahrtsstraßen würde der Wald massiv zerschnitten werden, begründet der Nabu weiter, der zudem auf tödliche Kollisionen mit Vögeln und Fledermäusen aufmerksam macht. Leiden würde indes auch der Premium-Wanderweg, den der Nabu in Gefahr sieht. Und: Nicht unberücksichtigt bleiben dürfe im laufenden Genehmigungsprozess die zentrale Lage des Planungsgebiets im Biotopverbundsystem „Dalheimer Busch und Birgeler Wald“, welches vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW als „von herausragender Bedeutung“ eingestuft wird, so der Nabu weiter. „Zur Erreichung der Klimaschutzziele kann nur eine naturverträgliche Energiewende mit Erneuerbaren Energien führen. Diese Voraussetzung ist beim Standort Birgeler Wald nicht gegeben“, sagt Natascha Lenkeit-Langen.

(RP)