Kindertagesstätte feiert Fest Myhler Rosengarten „blüht“ seit 20 Jahren

Myhl · Der Christliche Kindergartenverein Wassenberg gründete die Kindertagesstätte in Myhl am 1. Juni 2004. Wie es zum integrativen Konzept kam und warum es bald Veränderungen geben muss.

Der Myhler Rosengarten gab einen Einblick in die Arbeit. Hier bastelt Alltagshelferin Nadine Lauf (l.) mit Kindern, stellvertretende Leiterin Sabine Randerath schaut zu.

Der Myhler Rosengarten gab einen Einblick in die Arbeit. Hier bastelt Alltagshelferin Nadine Lauf (l.) mit Kindern, stellvertretende Leiterin Sabine Randerath schaut zu.

Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Die Alte Schule in Myhl vereint Tradition und Zukunft auf geradezu ideale Weise. Seit nunmehr 20 Jahren nämlich beherbergt das Gebäude, mit dem viele alte Myhler auch ihre eigene Kindheit verbinden, die Kindertagesstätte „Rosengarten“ in Trägerschaft des Christlichen Kindergartenvereins Wassenberg.

Der evangelische Trägerverein hat die verwinkelten Räume des Hauses barrierefrei in einen modernen Kindergarten für Mädchen und Jungen mit ohne und Behinderungen aus- und umgebaut. Jetzt wurde das kleine Jubiläum, auf den Tag genau am 1. Juni, gefeiert. Die Kita öffnete ihre Türen und gab – neben einem historischen Rückblick mit Dokumenten zur Entwicklung der Kita im „Jubiläumszimmer“ – auf kurzweilige Art und Weise, etwa mit Mitmachaktionen wie einem Bewegungsparcours, Einblicke in die pädagogische Arbeit. Wobei das inklusive Konzept der Einrichtung auf besonderes Interesse stieß.

So erfuhren die Gäste durch Leiterin Michaela Moser und ihr Team, dass – anderes als üblich – Therapiekräfte etwa für Krankengymnastik, Beschäftigungstherapie oder Logopädie nicht von außen zu speziellen Terminen in die Einrichtung kommen, sondern fest zum Team gehören und in die Gruppenarbeit eingebunden sind. Oberkirchenrat a.D. Klaus Eberl, Stellvertretender Vorsitzender des Trägervereins, betonte den Vorteil dieses integrativen Konzepts: „Die förderbedürftigen Kinder müssen damit nicht immer aus ihren Gruppen zur Therapie herausgezogen werden.“

Eberl, der auch die Kita „Apfelbaum“ in der Oberstadt vor rund drei Jahrzehnten mit anregte, erinnerte sich an die Entstehungsgeschichte des „Rosengartens“: „Bereits 1997 fanden erste Gespräche und Überlegungen statt, die am 1. Juni 2004 dank reichlich persönlichem Einsatz und Engagement des Trägers unter Leitung von Hermann Zohren, der zukünftigen Eltern und dem künftigen Personal in einer Eröffnungsfeier endeten. Im Laufe der Zeit wurde die Nachfrage nach Kindergartenplätzen immer größer. Und so entstand die Idee, auch die restlichen oberen Räume zu nutzen.“ Leiterin der Kita in den ersten zehn Jahren war Eberls Ehefrau Irmgard.

In einer zweiten Um- und Ausbauphase seien später weitere Räume entstanden, „die zum Spielen, Träumen, Verweilen und Lernen einladen“. Seit dem 1. August 2013 werden nun insgesamt 53 Kinder in drei Gruppen im Rosengarten betreut. „Gemeinsam leben hier Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren, mit und ohne Behinderung ihren Alltag, profitieren und lernen voneinander, nehmen aufeinander Rücksicht und geben aufeinander Acht“, umriss Eberl die inklusive Idee. Die Kita werde regelmäßig nach dem Qualitätssicherungssystem des Bundesverbandes Evangelischer Kita-Einrichtungen zertifiziert.

Dass Kinder getauft bzw. evangelisch sind, sei keine Voraussetzung für eine Aufnahme, erläuterte Eberl, wohl aber die Akzeptanz der christlichen Ausrichtung der Kindertagesstätte, die in ihre Gruppenarbeit auch die Vermittlung christlicher Werte etwa durch biblische Geschichten einbezieht. Erleichtert war Eberl, dass die Einrichtung „durch die gute Personalausstattung und Gemeinschaft“ bislang von gravierenden Engpässen bzw. Ausfällen verschont blieb.

Aber Klaus Eberl kündigte auch einen Einschnitt an. Gemeinsam mit Hermann Zohren will er sich im Herbst aus dem Vorstand des Vereins zurückziehen und bis dahin Jüngeren den Weg ebnen. Da bislang mit der Vorstandsarbeit auch viel ehrenamtliche Verwaltungsverantwortung verbunden war, standen Nachfolgerinnen oder Nachfolger für das bewährte Führungsduo nicht gerade Schlange, räumte Eberl ein. Deshalb werde es künftig eine Steuerung der Finanzangelegenheiten durch die Verwaltung des Kirchenkreises Jülich mit einem Geschäftsführer geben, sodass sich die Ehrenamtlichen vor Ort, die gleichwohl nach wie vor die Richtung bestimmen, auf die pädagogischen Belange konzentrieren könnten, so Eberl, der sich natürlich freuen würde, wenn Interessierte nun auf ihn zukommen.

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