Wassenberg: Mittelaltermarkt mit neuem Konzept am alten Bergfried

Mittelaltermarkt Wassenberg mit neuem Konzept : Elfenhaar und Odins Popel am Burgberg

Nach dem Auslaufen der Vorgängerveranstaltung und einer einjährigen Pause kehrte der Mittelaltermarkt mit einem neuen familienfreundlichen Konzept zurück auf das Gelände rund um den alten Bergfried.

Umringt von Marktleuten, edlen Rittern und Gauklern, machten zahlreiche Besucher in Wassenberg am Wochenende eine Zeitreise gut 500 Jahre zurück in die Geschichte. Rund um das Areal um den alten Bergfried herum bis zum Gondelweiher hatten Spielleute, Händler, Handwerker und ganze Heerlager ihre Zelte aufgeschlagen. Mit Fellen ausgelegt und mittelalterlichen Gerätschaften bestückt, wurde das Leben von Wikingern und Rittern aus verschiedenen Zeiten und Ländern anschaulich dargestellt. Das Gelände selbst zwischen den alten Stadtmauern erinnert an vergangene Zeiten und bot so die richtige Kulisse für den Markt. Zahlreiche Schaulustige ließen sich von der faszinierenden Atmosphäre und der Leidenschaft der Aussteller in den Bann ziehen.

Zur „Nacht der Gaukler und Feuerkünstler“ wurde der Mittelaltermarkt am Freitagabend eröffnet. Musikanten, Gaukler und Feuerspucker zeigten ihr Können und nahmen die Besucher mit in bunte und aufregende Zeiten: Ein Gaukler zauberte riesige Seifenblasen, ein anderer unterhielt mit Kartentricks und wieder ein anderer mit einem „Walking Act“ auf Stelzen. Rund 800 Beteiligte bestritten den Markt gemeinsam und ließen die Vergangenheit aufleben. Von Gruppen aus Deutschland und den Nachbarländern Belgien, Niederlande, Polen und Tschechien reichten die Wurzeln einiger Vereinigungen bis nach Spanien und Ungarn.

Viel zu entdecken gab es bei diesem Spektakel für Groß und Klein allemal. Mit einem Kinderritterturnier und verschiedenen weiteren Shows und Spielen wurde ein besonders umfangreiches Kinderprogramm angeboten. So konnte beispielsweise bis zu den „Sterntalern“ geklettert werden oder eine Runde mit dem alten handbetriebenen Holzkarussell gedreht werden. William, ein waschechter Zauberer, überraschte mit einer „Zauberkanne“, die sich auf wundersame Weise immer wieder mit Wasser füllte sowie Tricks mit Tüchern, Bällen und Seilen, für die er „vom Volk zu Wassenberg mit großem Händegeklapper“ belohnt wurde.

Rund um den Bergfried herrschte reges Markttreiben. Das Angebot reichte von Schmuck und Waffen, dem Mittelalter nachempfundene Kleidung über Gewänder, Schuhe, Mützen und Lederwaren bis hin zu Seifen und Edelsteinen. Handwerker, die mit viel Herzblut teils vor Ort ihr Können vorführten oder ihre fertiggestellten Waren anboten, waren ebenso vertreten. Eine Spinnerei bot Einblicke in die frühere Wollherstellung, in der Wahrsagerei konnte man einen Blick in die Zukunft wagen und in der „Häärlichen Flechterei“ wurden kunstvolle Flechtfrisuren gezaubert. Bunt und abenteuerlich wurde es ebenfalls bei den mittelalterlichen Verpflegungsmöglichkeiten. Hinter den für heutige Ohren ungewöhnlichen Namen „Odins Popel“ und „Elfenhaar“ verbargen sich Popcorn und Zuckerwatte. Daneben lockten andere Köstlichkeiten mit verführerischem Duft: ausgefallene Fleisch­spezialitäten, selbstgemachtes Brot, Flammkuchen oder Waldhonigwein. In einem Wikingerschiff war eine Cocktailbar eingerichtet worden.

Auch an musikalischer Untermalung fehlte es nicht: Die fünfköpfige Band „Spielmannsfeuer“ hatte ihre Dudelsäcke, Rauschpfeifen und allerhand Schlagwerk auf die Wassenberger Bühnen mitgebracht. Die Gruppe „Fairykelt“ verzauberte ihr Publikum mit den mystischen und zugleich majestätischen Klängen des Celtic Folk. Einer der Höhepunkte am Freitagabend war die Feuershow mit anschließendem Feuerwerk, das das Auftaktprogramm des Marktes abschloss.

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