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Wassenberg: Malerei und Skulptur im Dialog

Ausstellung im Wassenberger Bergfried : Malerei und Skulptur im Dialog

Bilder von Ingrid Pusch und Plastiken von Peter Röttges sind derzeit im Wassenberger Bergfried ausgestellt. Zu sehen sind die Werke bis Ende September.

Ein anregendes Kontrastprogramm bietet die jüngste Ausstellung im Bergfried. „Malerei trifft Skulptur“ lautet das Thema: Bilder der Erkelenzer Malerin Ingrid Pusch, Mitglied der Wegberger Atelieretage seit ihrer Eröffnung vor 13 Jahren, und der Wassenberger Bildhauer Peter Röttges mit eigenem Atelier an der Kirchstraße kennen sich von Gruppenausstellungen. Auch in Wassenberg stellten beide schon aus, Ingrid Pusch bereits vor 20 Jahren, wie Bürgermeister Marcel Maurer bei seiner Begrüßung betone. Er freute sich, dass das Wassenberger Kulturleben mitsamt seinem Ausstellungsreigen nun wieder Fahrt aufnimmt.

So unterschiedlich die Werke auf den ersten Blick auch erscheinen mögen – Puschs abstrakte Farbimpressionen und Röttges robuste figürliche Holzplastiken – so gibt es doch Gemeinsamkeiten. Beide geben Spuren ihres Arbeitsprozesses preis. Pusch durch oft sichtbare Pinselstriche und durchscheinende frühere Farbschichten, Röttges durch die Spuren der Motorsäge, mit denen er seine Figuren und Formen aus dem Baumstamm schält. Das ist sein Prinzip, zugleich die Herausforderung, über die er erzählt: Die Plastiken, auch ihre Gesichter, entstehen ausschließlich mit der Säge, nur ganz selten nutze er anderes Werkzeug zur Feinmodellierung. Umso erstaunlicher, dass die feingliederige Taubenplastik ebenfalls nur mit der Motorsäge gestaltet wurde.

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Im Untergeschoss dominiert Röttges‘ aus Erlenholz gesägte Doppelplastik „Erlkönig“: Neben der säulenartigen Figur mit Krone ist Goethes gleichnamige Ballade auf einer Holztafel zu lesen. Im Bürgersaal des Bergfrieds hat der Bildhauer ein hintergründiges Ensemble aufgebaut: Dem „SAAL“, vier hölzernen Großbuchstaben in einem aus Holzstücken gebildeten Kreis, ordnen sich am Rand eine in sich ruhende schwangere Frauenfigur zu und an der gegenüber liegenden Wand eine Collage mit einem vorgefundenen Holzstück, das verblüffend einen Embryo assoziieren lässt: Kreis(s)-Saal – Bürger-Saal. Freie Bahn für vielfältige Gedankenverbindungen. „Wir sind frei zu sehen, was wir sehen möchten“, sagte Steffi Mosburger-Dalz bei ihrer Einführung. Und meinte damit vor allem Ingrid Puschs meditative Bildwelten von oft zurückhaltender, viel Durchlässigkeit und Leichtigkeit vermittelnden Farbigkeit. Trotz Abstraktion liegen dennoch an etlichen Bildtiteln ablesbare Erinnerungen an Städte, Landschaften und Zeitstimmungen ihren Acrylbildern und Mischtechniken zugrunde. So verarbeitet sie in „Ravenna“, einem großen dreigeteilten Bild (Triptychon), die Farben der weltberühmtem Mosaike. Und sie verrät, dass sich etwa im Bild „Goldlicht“, 2020 entstanden, ihre Corona-Erfahrungen der Mitmenschlichkeit spiegeln: durch ein Netzwerk an Farbverläufen. Zu sehen sind die Werke bis 26. September, sonntags 11 bis 17 Uhr.