Wassenberg: Lyrisches Zusammenspiel in der Galerie Noack

Gedichte in der Wassenberger Galerie Noack : Vom Wunsch, die Zeit zurückzudrehen zu können

Die Poetry-Slammerin Valerie Schippers (16) trat in der Galerie Noack auf. Beim „Lyrischen Zusammenspiel“ waren auch weitere Mitwirkende zu Gast, die mit verschiedenen Texten den Sommer verabschiedeten.

Der Wunsch, die Zeit zurückdrehen zu können. Nochmal sonntags gemeinsam mit Opa am Küchentisch zu sitzen. Acht Stühle, die besetzt sind. Aber es bleiben nur sieben. Als ihr Großvater vor einem Jahr starb, schrieb Valerie Schippers einen Text, den sie in der Kirche vor den Trauergästen vortrug.

Zum „Lyrischen Zusammenspiel“ in der Galerie Noack hatte die 16-jährige Schülerin, die das Hückelhovener Gymnasium besucht und später Musik und Medizin studieren möchte, nicht nur Papa Josef Schippers mitgebracht, sondern auch den Text, in dem die junge Poetry-Slammerin ihre Gedanken und Gefühle verarbeitet hat. Als Valerie, die mit ihrer Familie in Doveren lebt, bei der Veranstaltung „Kunstlabor“ in Hohenbusch auftrat, fiel sie dem Wassenberger Galeristen Klaus Noack auf. Er sprach sie an, bat sie, beim Lyrik-Abend an der Roermonder Straße mitzumachen. Mit zahlreichen Gedichten, vorgetragen von fünf Mitwirkenden, wurde der Sommer in der Galerie Noack verabschiedet. Annett Manzel, die Ehefrau des Galeristen, Renate Resch, Gabriele Klein, Günter Rixen sowie Klaus Noack selbst, der auch durch das rund zweistündige Programm führte, trugen die Gedichte vor, die sie ausgewählt hatten. Sommerliche Lyrik und Poetry-Slam im zweiten Teil kamen gut an beim Publikum in der voll besetzten Galerie.

Heinz Erhardts „Der Schmetterling“, „Im Sommer“ von Sarah Kirsch, Theodor Fontanes „Gedanken zum Sommer“ wie auch Joachim Ringelnatz‘ „Sommerfrische“ stimmten die Zuhörer entweder nachdenklich oder trugen zur allgemeinen Erheiterung bei. Hermann Hesses „August“, „Sommernacht“ von Ludwig Thoma, Joseph von Eichendorffs „Die Mondnacht“ sowie „Im Sommer“ von Wilhelm Busch gehörten ebenso zum abwechslungsreichen Lyrik-Programm wie „Juli“ von Theodor Storm oder das berühmte Sonett „Shall I compare thee to a summer‘s day“ aus der Feder des englischen Dichters William Shakespeare. Günter Rixen trug das Gedicht in deutscher Übersetzung und im Original vor, ließ sich dabei von Keyboarder Eckart Krause begleiten.

Viele Besucher kamen Noacks Aufforderung nach, ihre Lieblingsgedichte zum Thema Sommer vorzutragen, sogar auswendig. Bereits im vergangenen Jahr sei die Lyrik-Veranstaltung auf großes Interesse gestoßen, machte Galerist Klaus Noack deutlich. Aus diesem Grund habe er sich zu einer Wiederholung entschlossen. Eine feste Gage gibt es für die Mitwirkenden nicht. Die Gäste warfen Geld in zwei Hüte, einen für 16-jährige Poetry-Slammerin Valerie Schippers und einen für die Gedichte-Leser.

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