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Wassenberg: Helmut Preuß schreibt über Effeld

Früherer Kreis-Dezernent Helmut Preuß als Autor : Das kleine Effeld dokumentiert

Helmut Preuß, früherer Dezernent beim Kreis Heinsberg und gebürtiger Effelder, hat sein viertes Buch herausgegeben. Eine Doku auf 500 Seiten.

Seit sieben Jahren genießt Helmut Preuß seinen wohlverdienten Ruhestand. Bis 2014 war der Effelder Dezernent beim Kreis Heinsberg und so täglich im Kreishaus an der Valkenburger Straße in Heinsberg anzutreffen. Für seine Zeit als Pensionär hatte Preuß schon damals konkrete Ideen. „Unsere Enkelkinder“, nennt der 72-Jährige mit hörbarem Stolz einen wichtigen Bestandteil seines Lebens. Für die Gartenpflege bleibt auch noch genügend Zeit.

Doch aus dem ehemaligen Dezernenten ist auch ein Buchautor geworden. „Effelder Allerlei“, so hat er sein neuestes Werk genannt, ist viel mehr als „Allerlei“. Denn: Preuß hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wissen und Geschichte zu konservieren, quasi für die Nachwelt zu erhalten. „Möge das Buch dazu beitragen, dass ihr euren Heimatort nicht vergesst!“ Mit diesen Worten fordert Preuß seine Leserinnen und Leser auf, sich auf die eigene Heimat zu besinnen, sich bewusst zu machen, wie sehr Heimat ein Juwel sein kann. Sein Werk will er als eine Art Gesamtdokumentation verstanden wissen.

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Das spiegelt sich auch in den Reaktionen wider, die der Autor schon bei seinen drei vorherigen Werken bekommen hat. „Wissen Sie“, sagt Preuß, „es gibt heutzutage nur noch eine Handvoll Leute, die die alten Geschichten erzählen können.“ Dies sei für ihn Motivation, diese auch niederzuschreiben. Übrigens: Viele dieser Geschichten kennt Helmut Preuß selbst, ist er doch gebürtiger Effelder und somit besonders eng mit seinem Heimatdorf und den Menschen dort verbunden.

Weit mehr als satte 500 Seiten im DIN A4-Format hat Helmut Preuß gefüllt. Zahllose alte Fotos lassen die Gedanken schweifen, rufen Erinnerungen hervor. Auch an das rege Vereinsleben in dem kleinen Ort nahe der niederländischen Grenze. „Den Effeldern geht der Ruf voraus, sie seien lustige, derbe, aber wahre Leute“, zitiert Preuß einen alten Text aus einer Zeitung, die vor rund 90 Jahren in Effeld erschienen war. Daran, so Preuß habe sich wohl wenig verändert, denn Effeld und seine Bewohner präsentierten sich nach wie vor als gastfreundlich. Wie dem auch sei: Helmut Preuß hat jedem einzelnen Ortsverein ein eigenes Kapitel gewidmet, so dass kleine Chroniken dieser Vereine das Ergebnis von Preuß’ Arbeit sind.

Wer an Effeld denkt, verbindet damit den Spargelanbau. Effeld ist als „das Spargeldorf“ weit über die Stadtgrenzen Wassenbergs hinaus bekannt. Der Leser erfährt, dass der Anbau des weißen Goldes seinen Anfang Mitte des vergangenen Jahrhunderts nahm. Preuß nimmt seine Leserschaft mit zum 18. Februar1952, als die Obst- und Gartenbauberatungsstelle der Landwirtschaftsschule Heinsberg zu einer Informationsveranstaltung ins Gasthaus Wilms eingeladen hatte. Der Rest der Geschichte ist bekannt – Effeld baute fortan das schmackhafte Gemüse an. Mit dem Spargel hängt schließlich auch eine Gastronomie zusammen, mit der Effeld punkten kann. Auch wenn das Dörfchen abgelegen scheint, so zieht es Freunde des Gaumenschmauses immer wieder nach Effeld, denn auch die Gasthäuser dort bringen eine Menge Geschichte mit, die manche bis heute fortschreiben.

Man staunt zuweilen beim Lesen des Buches auch, wie viele ortsgebunde Lieder das kleine Effeld hervorgebracht hat. Das Effelder Heimatlied von Gerhard Döremkamp, das Lied vom Spargel, die von Wilhelm Preuß verfasste Vereinslieder für das Trommler- und Pfeiferkorps Effeld und die Effelder Kaffeemänn geben Zeugnis von der Effelder Geschichte.

Und wie kann es hierzulande auch anders sein: Das Effelder Platt findet sich schließlich auch in Preuß’ Werk, das bei ihm selbst zum Preis von je 29,50 Euro erhältlich ist. Preuß will besonders junge Menschen und auch Neubürger mit dem Buch ansprechen.

Zurück zu seinen drei Enkeln: Ihnen widmet der Opa das „Effelder Allerlei“. Wer kann schon von sich sagen, dass sein Opa erfolgeicher Buchautor ist?