1. NRW
  2. Städte
  3. Wassenberg

Wassenberg: Galerist Klaus Noack bereitet Anatol-Ausstellung für September 2020 vor

Galerie Noack in Wassenberg : Vorfreude auf Anatol-Schau im September

Zu Besuch in der Wassenberger Galerie Noack. Klaus Noack bereitet eine Schau mit Collagen von Anatol vor – flankierend zur Eröffnung der Wassenberger Skulpturengasse, in der zwei „Wächter“ des Neusser Künstlers Blickfang sein werden.

Zufrieden ist Galerist Klaus Noack, dass der Kunstbetrieb nach der corona-bedingten Pause langsam wieder hochfährt. Und so freute er sich, im Juni seine Wassenberger Galerie an der Roermonder Straße wieder öffnen zu können mit der Fortsetzung der Schau „Allerhand aus dem Bestand“, die er diesmal „Schatzfinder“ nennt. Denn sie lädt dazu ein, Kunst unterschiedlicher Stilrichtungen und Techniken zu entdecken, die Noack aus dem Fundus ans Licht geholt hat. Blickfang ist die Skulpturengruppe „Emigration“ von Viktor Nono, die, obgleich schon 2008 entstanden, die aktuellen Flüchtlingsschicksale eindrucksvoll ins Bild setzt.

Nun sind Galerien außerhalb von Ausstellungseröffnungen und Sonderveranstaltungen nie Ladenlokale mit üppiger Laufkundschaft. Und so liege es keineswegs am „verschlafenen“ Wassenberg, wenn an einem normalen Werktag gerade mal zwei Besucher kommen, sagt Noack. Aber er nutzt die Zeit dann, um das Depot zu ordnen oder Rahmungen vorzubereiten. Dabei ist er mit dem Geschäft in Corona-Zeiten sogar zufrieden. „Die Leute hatten Zeit, ihren Haushalt zu ordnen und zu renovieren. Und mancher merkte, dass ein Bild der frisch gestrichenen Wand gut tut.“

Und so erzählt Noack vom Verkauf des Bildes „Endlich Sommer“, einem Swimmingpool-Szenario des Künstlers Jörg Hermlé, das ein Passant im Juni im Schaufenster der Galerie entdeckte, spontan zum Probehängen mit nach Hause nahm und dann kaufte. Gerade haben „alte Bekannte“ aus Mönchengladbach, Beate und Helmut Weckauf, die Galerie betreten und wollen mal schauen, „was der Klaus noch so treibt“. Weckauf war Kollege des pensionierten Hauptschullehrers Klaus Noack in Viersen.

Seine Kunstleidenschaft führte Noack in die regionale Galerieszene, wo er schon neben seinem Lehrerberuf aktiv war. Die Einladung nach Wassenberg vor nun dreieinhalb Jahren reizte den Dalheimer. Der Mietvertrag im früheren Schlecker-Markt läuft noch knapp zwei Jahre. Noack würde sich freuen, wenn der Galerie-Standort erhalten bliebe. Ob er selbst weiter macht? „Nun, ich bin jetzt 77 Jahre, mal schauen...“

Corona-bedingt hatte Noack zuletzt auf eine Vernissage verzichtet, auf die hofft er jedoch im September, zumindest mit begrenzter Besucherzahl. Denn zur Eröffnung der Wassenberger Skulpturengasse mit der Aufstellung zweier von der Museumsinsel Hombroich stammender „Wächter“ des bekannten, 2019 mit 88 Jahren verstorbenen Neusser Bildhauers Anatol bereitet Noack eine Ausstellung mit Anatol-Collagen auf Pappe vor.

„In wenigen Tagen treffe ich Anatols Witwe Erdmute Herzfeld im früheren Atelier des Künstlers in Hombroich, um mit ihr zusammen die Arbeiten auszusuchen. Die meisten werden auch zu erwerben sein“, kündigt Noack an. Das gilt nicht für zwei Fensterläden, auf denen Anatol den langjährigen Jüchener Bürgermeister Peter Giesen und seine Frau porträtierte, sie kommen später in die nach Giesen benannte Festhalle in Jüchen.

Die Verbindung zu Anatols Witwe knüpfte der Wassenberger Kunstsammler Jürgen Neumann, der für die Stadt auch die Fäden zum Erwerb der „Wächter“ und der gerade aufgestellten Cragg-Skulptur in der Gartenachse zog. Aber auch vorher hatte Noack Anatol bereits kennengelernt, etwa bei einem Besuch mit seinem Dalheimer Kunstzirkel im Hombroicher Atelier. Noack: „Er hat uns durch seine Lebendigkeit, Aufgeschlossenheit und vielen tollen Ideen beeindruckt.“