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Wassenberg: Freude über ersten Gottesdienst

Gläubige in Wassenberg : Freude über ersten Gottesdienst

Die Kirchentüren waren in Wassenberg seit dem ersten Fastensonntag geschlossen: Jetzt kamen mehr als 30 Gläubige zum Gebet zusammen. Mit ihnen feierte Pfarrer Thomas Wieners in der Propsteikirche.

Beim ersten Gottesdienst im Kreis Heinsberg seit Beginn der Corona-Krise herrschte eine ruhige, konzentrierte Stimmung in der Wassenberger Propsteikirche St. Georg, die Pfarrer Thomas Wieners mit seiner Gestaltung bewusst verstärkte. Dabei wurden einige Hygieneregeln beachtet. Bevor die Gläubigen, die sich zuvor telefonisch im Pfarrbüro anmeldeten, ihren Platz in der Kirchenbank einnehmen konnten, standen Händedesinfektion und Eintragung in eine Liste mit Namen und Telefonnummer für die Kontaktaufnahme bei einem Coronavirus-Fall für sie an. Diese Schritte organisierten zwei Männer, die den Ordnungsdienst versahen. Jeweils zwei Bankreihen hintereinander waren mit Bändern versperrt, auf die eine freie Reihe folgte. Etwas mehr als 30 Gläubige nahmen schließlich mit Alltagsmasken Platz im Kirchenraum, um am Familiengottesdienst teilzunehmen.

„Es ist endlich wieder soweit, dass wir gemeinsam eine Heilige Messe feiern dürfen“, wandte sich Pfarrer Thomas Wieners an die Gemeinde, „während des Gottesdienstes können Sie die Masken ruhig abnehmen und beim Rausgehen wieder aufsetzen.“ Dabei sei immer unbedingt auf die Sicherheitsabstände zu achten. Auf diese Weise werden auch die nächsten geplanten Gottesdienste, zu denen sich die Menschen telefonisch oder auch in der Kirche schriftlich anmelden müssen, durchgeführt werden. „Und wir haben überlegt, die Messdiener Pfingsten wieder einzuladen“, fügte Wieners an. Zudem werde er vor der Austeilung der Kommunion die Gebetsformel für alle sagen. Somit werde er sich vor dem Verteilen den Mundschutz aufsetzen, in die Reihen kommen und die Hostie jeweils in die Hände am ausgestreckten Arm legen, ohne die Finger zu berühren. Im Kirchenraum standen die Besucher paarweise zusammen oder allein. Einige Plätze für Familien blieben frei – letztlich hätten mehr als 60 Personen kommen können. Anstatt immer wieder gemeinsam zu singen, trugen Sopranistin Janette Lisson und Organist Jürgen Hausmann die Musikstücke von der Orgelempore aus bei. Und während der Messe wurde in den Fürbitten ebenso an die Menschen, die aus Schutz vor der Covid-19-Erkrankung in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und isoliert sind, gedacht.

Froh darüber, dass sie wieder in den Gottesdienst gehen konnte, war Agnes Schaffrath, wie sie nach der Heiligen Messe in der Wassenberger Propsteikirche betonte. Das letzte Mal, dass sie einen Gottesdienst besuchen konnte, war Mitte März in Ratheim beim Jahresgedächtnis für eine Verwandte gewesen. Gewundert hatte sie sich im Vorfeld allerdings, dass sie sich telefonisch zum Gottesdienst anmelden sollte, da sie eigentlich gedacht hatte, dass es Platz genug in der Kirche geben würde. Auch das Paar Henriette Foltis und Volkmar Kamps fand es sehr positiv, wieder eine Messe besuchen zu können. Er hieß den Mut, den man hatte, reinzugehen, gut und sie fand, dass Pfarrer Thomas Wieners die Messe sehr gut gestaltet hatte. „Es ist auf jeden Fall ein schönes Gefühl, in die Kirche zu gehen“, meinten beide, „die sonntäglichen Übertragungen von Messen im Fernsehen sind dagegen etwas anonymer.“

Pfarrer Thomas Wieners empfand die Atmosphäre während des besonderen Gottesdienstes als eine andere als sonst, erzählte er, und er habe außerdem versucht, sie ruhig zu gestalten. Für ihn stellt die Gemeinschaft in der Kirche die Möglichkeit dar, die Gegenwart Gottes für die Gläubigen erfahrbar zu machen, die Heilige Kommunion bewusst zu empfangen und die innere Gemeinschaft mit Jesus zu betonen.“ Für die Besucher gelten keine Altersbeschränkungen, sagte er, dies läge in der eigenen Verantwortung. Mit Krankheitsanzeichen ist allerdings kein Besuch einer Messe möglich. Und um die Bewohner in den Altenheimen zu erreichen, würden als Zeichen der Solidarität davor Gottesdienste mit Mikrofon abgehalten, fügte er an.