Zum zweiten Mal in Effeld Dorftrödel belebt die Dorfgemeinschaft

Effeld · In Effeld fand zum zweiten Mal der Dorftrödel statt. Neben den Dorfbewohnern selbst zog es auch viele Besucher aus der Region in das idyllische Spargeldorf. Warum auch Kinder Spaß am Mitmachen haben.

Stöbern, handeln, Gespräche führen: Auch in Effeld kommt der Dorftrödel gut an.

Stöbern, handeln, Gespräche führen: Auch in Effeld kommt der Dorftrödel gut an.

Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Ob Spargel im Restaurant Ohlenforst, Kaffee und Kuchen im Dorfladen, oder Würstchen vom Grillstand des Instrumentalvereins – beim Effelder Dorftrödel ist für jeden etwas dabei. Und das nicht nur kulinarisch, die Bewohner des Spargeldorfs haben ihre alten Schätze herausgeholt, sodass von Schallplatten, über Kinderklamotten bis hin zu Kommoden alles dabei ist. Umso schöner, wenn Kunde und Käufer sich beim typischen Verhandeln einig werden.

Das Verkaufen rückt für die meisten aber in den Hintergrund, viel mehr geht es darum, eine entspannte Zeit im Kreise der Dorfgemeinschaft zu verbringen, zu der auch Besucher von außerhalb herzlich eingeladen sind.

Svenja Wetzel, die Initiatorin des Trödels, freut sich, dass das „Leben auf der Straße“ wieder mehr gelebt wird. Ihre Tätigkeit in der Seniorenbetreuung hat ihr gezeigt, dass genau das den Senioren fehlt. Während man früher vor der Haustür Kartoffeln geschält und geplaudert hat, ist man heute meistens mehr für sich. Auch in Effeld, denn seit zum alljährlichen Spargelfest kein Trödel mehr gehört, ist das „Leben auf der Straße“ ein wenig eingeschlafen. Diese Erkenntnis brachte sie im vergangenen Jahr dazu, den „Flohmarkt“ ins Leben zu rufen: „Stoßt an, holt die Nachbarn aus den Häusern“.

Schon im ersten Jahr gab es 75 Stände, nun sind es 60. Zum ersten Mal nimmt auch der Instrumentalverein des Dorfes teil, und unterhält die Trödelbegeisterten mit Livemusik. So entsteht zwischen den bunt verteilten Ständen eine entspannte Atmosphäre, die den idyllischen Charme des Dorfes unterstreicht.

Und nicht nur die Senioren genießen das „Gemeinschaftsding“ – besonders die Kinder haben Spaß am Trödel. Manche gehen selbst auf Schnäppchenjagd, durchforsten die Stände nach „Bibi Blocksberg“-Kassetten und Lego-Sets, andere eröffnen ihre eigenen Stände. Was wäre schließlich ein Trödel ohne Limonadenstand? Svenja Wetzels Tochter Paula hat vor dem Bauernhaus ihrer Familie einen aufgebaut, mit frischen Kräutern aus dem eigenen Garten.

Zudem hat Wetzel eine Punktejagd für die Kinder organisiert, wer an den Ständen fleißig Aufkleber sammelt, darf sich im Dorfladen eine kleine Überraschung, bestehend aus Eis und Lollis, abholen.

Die Inspiration für den Trödel stammt unter anderem vom Gerderather Martinsmarkt, aber auch von den vielen Flohmärkten aus Wetzels alter Heimat Düsseldorf, wo sie gelebt hat, bis sie der Liebe wegen in das Spargeldorf zog. Auch Judith Stieding zog es von der Landeshauptstadt nach Effeld, sie studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie. Heute hat sie sich mit „Studioo Stieding“ selbstständig gemacht, und verkauft ihre selbsthergestellte Keramik. Auf dem Trödel bietet sie Ware zweiter Wahl an, ihre anderen Werke verkauft sie auf Töpfer-Märkten in ganz Deutschland, teils auch in den Niederlanden. Außerdem bietet sie eigene Kurse in ihrer Werkstatt an.

Andere Fans vom Handwerk finden in der Kreuzstraße Brot frisch aus dem Holzofen, das vom Wassenberger Bäcker Esser angeboten wird. Seine Backwaren verkauft er auch im Tante-Emma-Laden „Mittendrin“, der auch ein Café ist. Am Tag des Dorftrödels ist so viel los, dass sogar noch zusätzlich das Waffeleisen angeschmissen werden muss.

Eins steht jedenfalls fest: In den Effelder Straßen ist viel los, sodass Svenja Wetzel den Trödel im nächsten Jahr wieder organisieren möchte. In diesem Jahr hat sie es geschafft, eine Runde durchs Dorf zu spazieren und sich die Stände anzuschauen, im ersten Jahr war dafür kaum Zeit. Die positive Resonanz zu der unverbindlichen Zusammenkunft motiviert sie. Am Morgen des Marktes klingelte es an der Tür, und eine Effelderin die sie vorher noch gar nicht kannte, überraschte sie mit Kuchen, um sich bei ihr für den Trödelmarkt zu bedanken. Es sind diese Momente der Gemeinschaft, die den Markt so besonders machen. Auch wenn sie sich freut, wenn sich die Kinderkasse füllt, ist das schönste das Dorfleben selbst, das zwischen dem Limonadenstand, der Livemusik und dem Spargelrestaurant stattfindet.