Wassenberg: Digitaldruckerei Comdatek expandiert

Wassenberg : Digitaldruckerei Comdatek expandiert

Mit der Errichtung ihres Hauptsitzes im Industriepark Rurtal beabsichtigt das Unternehmen, modernste Druckerei in Europa zu werden. Es könnten bis zu 600 Arbeitsplätze entstehen.

Manfred Winkens, Bürgermeister der Stadt Wassenberg, zeigte sich begeistert: Die bevorstehende Ansiedlung der Digitaldruckerei Comdatek sei ein ganz wichtiger Erfolg für die Stadt Wassenberg und den gesamten Wirtschaftsstandort Kreis Heinsberg. Es werden in den nächsten Jahren hunderte neue, zukunftsorientierte Arbeitsplätze entstehen, kündigte er beim Pressegespräch im Rathaus an. Die Comdatek, eine der größten Digitaldruckereien Deutschlands, verlegt mit umfassenden neuen Verwaltungs-, Produktions- und Logistikkapazitäten ihren Hauptsitz auf eine rund 120.000 Quadratmeter große Fläche in den Industriepark Rurtal. Der bisherige Standort an der Rheinstraße in Hückelhoven mit rund 340 Mitarbeitern soll dabei erhalten bleiben.

Investor und Eigentümer Viktor Kelm, der das Unternehmen 2008 mit seinen Brüdern Erich und Alexander gründete, beschrieb ein rasantes Wachstum vom kleinen Betrieb bis zur heutigen Größe. Nach eigener Angabe liegt der Jahresumsatz bei mehr als 40 Millionen Euro. „340 Mitarbeiter arbeiten in drei Schichten“, sagte er, „und mit der Neuansiedlung wollen wir die modernste und effektivste Druckerei in Europa werden.“ Er hofft auf einen schnellen Baubeginn und die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts Ende 2020. Derzeit werden bei Comdatek bereits 4000 bis 6000 Pakete täglich an Kunden versandt: Von Visitenkarten über Etiketten, Flyern bis zu Büchern. Dabei lernt die Firma die Mitarbeiter – sie sind im Online-Shop, Grafikbereich oder an den Maschinen beschäftigt – teils selber an. Eine Expansion an jetziger Stelle war nicht mehr möglich. Für die Neuansiedlung steht eine Fläche im Wassenberger Teil des Interkommunalen Industrieparks Rurtal (Hückelhoven-Wassenberg) zur Verfügung: Die Vermarktung des Geländes erfolgte gemeinsam durch den EBV als Grundstückseigentümer des ehemaligen Zechengeländes und die Stadt Wassenberg.

Für Planung und Projektmanagement zeichnet das Hückelhovener Architekturbüro Emondts verantwortlich. Stellvertretend für Wolfgang Emondts legten Architektin Jenny Hering und Projektleiter David Roden anhand von Plänen das Bauvorhaben dar. So sollen im ersten Bauabschnitt ein Bürokomplex für rund 200 Mitarbeiter sowie zunächst rund 20.000 Quadratmeter Produktionsflächen entstehen, die um ein Logistik- und Versandzentrum in der Größenordnung von etwa 7200 Quadratmetern ergänzt wird. Allein in Produktion und Versand sollen 550 bis 600 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. In den nächsten Jahren sollen die neuen Produktionskapazitäten noch einmal deutlich erweitert, ja sogar verdoppelt, werden. Auch Ulrich Schirowski, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg, freute sich über die Entwicklung: „Damit ist die letzte große Fläche im Kreis Heinsberg weg“, sagte er, „es zeigt auch, dass wir zukünftig Flächenbedarf haben.“ Es werde bereits daran gearbeitet, weitere Flächen zur Verfügung stellen zu können.

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