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Wassenberg: Auf Jutta Nieswand folgt Bianca Lüttke im Kindergarten Apfelbaum

Wechsel in der Leitung vollzogen : Kinder wachsen lassen im Apfelbaum

Bianca Lüttke folgt auf Jutta Nieswand: In der Kindertageseinrichtung Apfelbaum in Wassenberg ist der Wechsel an der Spitze vollzogen. In der Einrichtung spielte das Qualitätsmanagement schon früh eine wichtige Rolle.

„Meine Oma schminkt sich immer mit Make-up“, hat die kleine Mia aus dem Spatzennest gesagt. Die Erklärung folgte prompt, als Abby entgegnete: „Das muss sie machen, damit sie nicht als alte Dame erkannt wird.“ Für Jutta Nieswand, die nun ehemalige Leiterin des Kindergartens und Familienzentrums Apfelbaum in der Wassenberger Oberstadt, „ist das ein guter Tipp für meinen nächsten Lebensabschnitt“, schmunzelte sie. Die Erzieherin und Sozialpädagogin weiß schließlich aus Erfahrung: Kinder bereichern das Leben, ihre Sichtweise auf die großen und kleinen Dinge des Alltags sind oftmals herrlich erfrischend.

Für Jutta Nieswand (64) ist die Zeit im Kindergarten nun vorbei. Mit einem Fest wurde sie nun in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Bei dieser Gelegenheit stellte der Träger, der Christliche Kindergartenverein Wassenberg, auch gleich ihre Nachfolgerin vor, denn Bianca Lüttke (34) wird die Leitungsaufgaben übernehmen. Als stellvertretende Leiterin verabschiedet wurde Renate Zohren, ihre Nachfolgerin ist Julia Hinzen.

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Der Apfelbaum hatte also allen Grund zum Feiern. Auf das, was Jutta Nieswand in den vergangenen siebeneinhalb Jahren als Leiterin geleistet hat, blickte vor allem Klaus Eberl, früherer Oberkirchenrat und heutiger stellvertretender Vorsitzender des Trägervereins, mit großer Zufriedenheit. Eberl, der auch den Gottesdienst zur Feierstunde geleitet hatte, erinnerte sich: „Wir haben den Verein 1993 gegründet, weil wir das Bestmögliche für die Kinder wollten. Als Oberkirchenrat war ich für 1600 Kindergärten zuständig. Und der Wassenberger Apfelbaum war damals die erste Station, in der wir das Qualitätsmanagement, das ich eingeführt hatte, realisiert haben.“ Eberl ist stolz, dass im Apfelbaum und im Myhler Rosengarten inklusiv gearbeitet wird, „dass es überhaupt heute unendlich viele Möglichkeiten gibt. Wer einen Kindergarten leitet, hat eine verantwortungsvolle Aufgabe“.

Diese Aufgabe hat Jutta Nieswand, selbst Mutter, mit viel Sachverstand ausgefüllt. „Es gäbe viel zu berichten über die Meilensteine des Apfelbaums. Eine zentrale Bedeutung hat für mich die Weiterentwicklung des Teams. Jede Rolle ist wichtig und geschätzt“, sagte sie in ihrer Ansprache. Ihr persönliches Herzstück sei der Teamtag zum Thema Schatzsuche, dabei ging es darum, voneinander zu lernen, was der beste Weg ist, Ideen einzubringen und weiterzugeben, auch Bedenken zu äußern und Fehler machen zu dürfen, aber sich stets Anerkennung und Wertschätzung zu geben. Jutta Nieswand: „Das ist gelebtes Qualitätsmanagement – unser Leitbild und unsere Grundsätze, miteinander umzugehen, und das nicht nur auf dem Papier.“

Jutta Nieswand dankte für ein gutes Netz und die gute Zusammenarbeit, für Vertrauen, Offenheit und Kreativität, sie dankte dem Team, den Eltern, dem Vorstand des Trägers, den Wegbegleitern und Kooperationspartnern und ganz besonders den Kindern, „denn sie haben mein Leben bereichert“, sagte sie voller Stolz. Jutta Nieswand gab den Staffelstab an Bianca Lüttke weiter, die 2010 nach dem Ende ihrer Ausbildung in den Apfelbaum kam. Sie ist staatlich anerkannte Sozialpädagogin und hat Bildungs- und Sozialmanagement mit Schwerpunkt frühe Kindheit studiert.  „Ich danke dafür, dass ich im Apfelbaum wachsen durfte“, sagte sie – mit dem Wissen, dass sie es künftig in der Hand hat, den Kindern das Rüstzeug zu vermitteln, wachsen zu dürfen. Oder wie es Klaus Eberl ausdrückte: „Lasst uns Kinder zu Rosen machen, dieser Anspruch wird hier umgesetzt.“ Eberl überreichte an Nieswand einen Pskower Engel, der vor allem in Wassenberg bestens bekannt ist. „Es ist ein behinderter Engel mit einem großen und einen kleinen Flügel. Und trotzdem ist er großartig“, so Eberl.

Für die Stadt Wassenberg überbrachte der stellvertretende Bürgermeister Frank Winkens Grüße. Für Winkens war es ein Ausflug in die eigene Kindheit, denn auch er hat damals den Apfelbaum besucht, „als es noch Schwester Theopista gab“, betonte Winkens die Tatsache, dass in alten Zeiten Ordensschwestern in Kindergärten tätig waren.