„Abba hallo!“ in Effeld Ungewöhnlich und verblüffend

Effeld · Das Ensemble Triologic erstaunte sein Publikum in Effeld mit einem ungewöhnlichen Musikgenuss. Zuerst unplugged, dann mit elektronischen Möglichkeiten – so klangen die Werke Abba, Queen und Tina Turner.

 Katrin Banhierl (l.), Michael Gundlach (r.) und Dirko Juchem präsentierten sich als Trilogic im Effelder Bürgerhaus.

Katrin Banhierl (l.), Michael Gundlach (r.) und Dirko Juchem präsentierten sich als Trilogic im Effelder Bürgerhaus.

Foto: Laaser, Jürgen (jl)

Eine nicht alltägliche Kombination aus Violoncello, Flöte und Klavier sorgte im Bürgerhaus Effeld für einen ungewöhnlichen Musikgenuss. Auf Einladung der Kunst, Kultur und Heimatpflege Wassenberg gGmbH gastierte das Ensemble Triologic unter dem Programmtitel „Abba hallo!“ mit einem verblüffenden Auftritt, bei den es zunächst unplugged, also ohne elektronische Unterstützung, und im zweiten Teil mit den elektronischen Möglichkeiten der Klangbegleitung zu Werke ging.

Das Trio, bestehend aus Katrin Banhierl am Violoncello, Dirko Juchem mit verschiedenen Flöten und Saxophon und Michael Gundlach am Flügel hatte zahlreiche populäre Hits auf Lager, die im „klassischen Gewand“ ungewohnt, aber nicht schlechter als im Original klangen.

Mit einem Medley von Werken der legendären Band Abba aus Schweden zum Auftakt erregte das Trio die Aufmerksamkeit der vielen Zuhörer. Mit dem Zuspruch war Organisator Jürgen Laaser durchaus zufrieden. „Wir haben hier mehr Besucher als bei unseren klassischen Konzerten in Wassenberg.“

Mit viel Witz führte Gundlach, der nach eigenen Worten seinen Flügel auf einem Flohmarkt in Köln erworben hat, durch das Programm, das viele Höhepunkte aufwies. Das „Halleluja“ von Leonard Cohen bekam durch das Violoncello eine zusätzliche Tiefe, auch beim „richtig schönen“ Oblivion-Tango von Astor Piazzola verblüffte Banhierl mit ihrem Können.

Die von Gundlach eingestreuten Ratespielchen sorgten für Abwechslung während der Stücke, obgleich das versierte Publikum etwa schnell herausfand, welche „Simply the best“-Künstlerin lange in Zürich gelebt hatte; selbstverständlich Tina Turner. Bei „I Feel Good“ von James Brown spielte Juchem, der, so behauptete Gundlach, seine Flöte auf einer Kirmes an der Mosel gekauft hatte, furios auf. Oft erklang nach den Stücken lang-anhaltender, rhythmischer Beifall des zufriedenen Publikums, der auch nach der Pause nicht nachließ.

Da wurde aus dem Violoncello ein E-Cello und aus dem Flügel ein Keyboard mitsamt „vielen Musikern in der Kiste“. Gundlach spielte elektronisch Schlagzeug und andere Instrumente ein, durch die der Eindruck erweckt wurde, nicht nur ein Trio, sondern eine komplette Band stehe auf der Bühne. „The Show must go on“ von Queen sorgte schnell für Hochstimmung, gerade wundersam mutete das „Felicita“ von Al Bano und Romina Power an, bei dem sich die Cellisten dank des jazz flute-beatboxing selbst begleitete.

Das Besondere an dem Format des Ensemble Triologic erläuterte die „Chefin“ Banhierl: „Es bietet dem Publikum die Möglichkeit, die Unterschiede zwischen akustischer und elektronisch verstärkter Musik zu erleben.“ Dass es dabei nicht immer um laut und leise geht, erfuhren die Besucher zu Genüge, die mit viel Beifall die Musiker entließen.