Erkelenz: Wassenberg 1945 - eine Stadt in Trümmern

Erkelenz: Wassenberg 1945 - eine Stadt in Trümmern

Am 27. Februar erreichten die Alliierten die Stadtgrenzen Wassenbergs. Der Krieg hatte tiefe Wunden geschlagen: Von der Kirche ragte der Turmrumpf aus der Schuttwüste.

Noch 13 Wassenberger sind im Ort, so berichtet Chronist Heribert Heinrichs in seinem Standard-Werk "Wassenberg", als die Alliierten am 27. Februar den Stadtrand erreichen. Ein Teil der Stadt wird besetzt. "Der erste Panzer dringt an der Bahnlinie entlang von Birgelen her in Wassenberg ein", berichtet Heinrichs. "Jeeps und Trucks folgen und bahnen sich mühsam einen Weg durch die Trümmerwüste. Das Rathaus am Roßtorplatz ist zerstört, das Roßtor zeigt sich gleichsam gekappt, die Hofkirche schwer mitgenommen, und die Propsteikirche St. Georg ist ein Schutthaufen."

Vor allem die Zerstörung der Kirche durch Bombardierungen im Zuge der Kämpfe um Heinsberg am 16., 19. und 20. Januar 1945 werden zum Trauma für Zeitzeugen. Zuletzt stehen nur noch der von Phosphorbomben stark beschädigte Turm ohne Helm und Reste des Chorbereichs, das Kirchenschiff ist nicht mehr erkennbar, eine Trümmerwüste. Auch die Dörfer erleiden schwere Zerstörungen, Fotos aus Effeld, Birgelen und Orsbeck belegen das in der Ausstellung, die der Heimatverein Wassenberg zur Zeit im Bergfried zeigt.

Hier gibt es Bilder aus dem zerstörten Wassenberg.

  • Fotos : Wassenberg zum Ende des Zweiten Weltkriegs

Fotodokumente aus seinem eigenen Archiv, aus dem Kreisarchiv und aus Privatbesitz zeigen das Ausmaß der Zerstörung, einrückende Soldaten, Trümmerfrauen. Aus dem Buch "Flucht und Krieg" von Karl Lieck sind Berichte von Zeitzeugen zu lesen.

Die Ausstellung ist noch bis Mai bei Führungen, die in der RP angekündigt werden, und zu den Sonntagsöffnungen des Bergfrieds (die nächste ist am 12. April, 14 bis 16 Uhr) zu besichtigen. Am Mittwoch, 18. März, führt der "Kulturhistorische Spaziergang" des Heimatvereins zur Schau in den Bergfried. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Pontorsonplatz. Einen Tag später, am 19. März, 14.30 Uhr, zeigt und erläutert Sepp Becker in einem Dia-Vortrag in der Begegnungsstätte am Pontorsonplatz Fotos und Dokumente aus der Ausstellung.

(RP)
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