Veranstaltung Kunststroom in Wassenberg

In Wassenberger Gebäuden : Wo Kunst und Kreativität strömen

60 Künstler präsentierten im Rahmen der Ausstellung „Kunststroom“ ihre Werke in bedeutsamen Gebäuden Wassenbergs. Skulpturen, Grafiken oder Installationen zeigten, wie Kunst sich ihren Weg bahnen kann.

Das Kunstprojekt der Grundschule Birgelen hatte den Namen der Stiftung mit dem Objekt „Gefilzte Wasserströme, die durch Lehmgestein fließen“ wörtlich genommen. Im Rahmen der Wochenendaktion der Roerdalener Stiftung „Kunststroom“ trug sie ihren Teil zur Ausstellung bei. Die Schule widmete sich den vier Elementen Erde, Wasser, Feuer und Luft in Filzinstallationen im Lichthof des Alten Rathauses, erarbeitet von Schülern der 2. Klasse mit ihren Lehrerinnen Beate Stukenbröker und Birgit Menzel – Christina Heynen erläuterte den Besuchern diese frei im Raum stehenden Werke.

„Kunststroom“: Der Name verbindet das Strömen der Kunst, die Strömung(en) in der Kunst und beides im Tal der Roer/Rur, dem (kleinen) Strom, der Wassenberg und Roerdalen, Deutschland und die Niederlande, Kunst und Künstler sowie deren Interessenten. Letzteres auch über den Glücksexpress, ein Elektrobähnchen mit 63 Plätzen.

Neben dem Alten Rathaus, einer Privatimmobilie, von Eigentümer Norbert Dahmen zur Verfügung gestellt, diente die evangelische Hofkirche direkt gegenüber als Ausstellungsraum, während die ebenfalls vorgesehene Effelder Herz-Jesu-Kirche den Gläubigen vorbehalten blieb: Die Künstler hatten wegen Krankheit abgesagt. Lustig-bunte Keramik-Frauenbüsten und Keramikfiguren auf Hochsitzen sind das Metier der Belgierin Veronique van Asch, die sich für ihre Themen von internationalen Sprichworten leiten lässt. Markante Details der Figuren stellen die Verbindungen zu den Texten her.

Harz- und Betonplastiken, Acryl- und Aquarellbilder ihrer Landsfrau Erna Vollrath weisen auf deren Darstellungsbreite von Themen, die sie bei bekannten Persönlichkeiten aus der Geistes- und Materiengeschichte aus der Kultur wählt. Auch bei ihr sind die Quer-Verbindungen von Text und Bild deutlich, sie arbeitet gleichzeitig in Malerei und Bildhauerei an verschiedenen Themenstellungen.

Schon dem anderen Raum, der 367 Jahre alten evangelische Hofkirche, konnten der Keramiker Lei Hannen aus Echt und die Malerin Ingrid van Poolen aus Den Haag echtes Flair abgewinnen. Ihre Werke, vor allem die großformatigen Ölbilder, setzten farbliche Akzente in der schlicht weiß gehaltenen Kirche. Freiheit ist das Grundthema von Lei Hannen, der mit seiner „leichten“ Keramik vor allem sich bewegende Tiere durch den Raum schweben lässt. Der Künstler aus dem nahe gelegenen Echt lässt sich inspirieren von japanischen Denkschulen und Brenn-Techniken in ihren Traditionen.

Das Leben ist Ingrid van Polens eigentlich unsichtbares Objekt der Darstellung, das sie durch Szenen von Essen, Trinken und Musizieren in realistisch gemalten Szenen lebendig werden lässt. Küchen-, Bar- und Gasthaus-Szenen werden akribisch durch Studium vor Ort und per Fotos akribisch vorbereitet. Betrachter sitzen praktisch mit an Tresen, Tisch oder neben dem Pianisten am Flügel.

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