Rurauen-Theaterverein führt Komödie "Am Dorfplatz" in Orsbeck auf

Komödie des Rurauen-Theatervereins : Geheimer Tunnel als Attraktion

Dass sich das Ensemble des Rurauen-Theatervereins für die Komödie „Am Dorfplatz“ von Sigrid Schilmeier entschieden hat, kommt nicht von ungefähr. In dem Stück gibt es viele Parallelen zum Aufführungsort Orsbeck.

Sie wünschen sich eine Sehenswürdigkeit wie die Burg Wassenberg. Aber damit kann Orsbeck nicht dienen. Immerhin: Hannelore von Grienseisen (gespielt von Monika Matzerath) verweist auf die alte Pfarrkirche St. Martini. Zusammen mit ihren beiden Freundinnen Erika Schuster (Ruth Wientgen) und Renate Bügel (Ellen Gerighausen), die sich zurzeit in ihrer persönlichen Klimakatastrophe befinden, also unter Wechseljahrsbeschwerden leiden, bildet die übereifrige Frau den eigenmächtig agierenden Arbeitskreis Dorferneuerung.

„Am Dorfplatz“ heißt die urkomische Komödie in drei Akten von Sigrid Schilmeier, für die sich das Ensemble des Rurauen-Theatervereins ganz bewusst entschieden hat. Denn es gibt wichtige Parallelen: Auch in Orsbeck steht eine Neugestaltung des Dorfplatzes an. In drei voll besetzten Vorstellungen erzählten die Akteure die fiktive Geschichte des Ortes, der dringend eine Generalsanierung benötigt. Unter der bewährten Leitung von Regisseurin Melanie Thönnißen ging es rund dreieinhalb Stunden lang zur Sache. Dafür verwandelten die Hobbymimen die Mehrzweckhalle der Grundschule vorübergehend in einen Theatersaal.

Die Gemeindearbeiter Manfred Schuster (Thomas Steinbusch) und Rudi Bügel (Bert Wientgen) haben allerhand zu tun. Ständig müssen sie unterirdische Leitungen reparieren, während sich ihre Ehefrauen Erika und Renate mit Freundin Hannelore sündige Schwarzwälder Kirschtorte gönnen. Dorfplatzgestalter Adebar Bämbel (Michael Staschewski) plant die notwendige Generalsanierung. Er kann kein A sprechen, wird von Hannelore ganz schön genervt, die immer wieder mit neuen Ideen aufwartet. Plötzlich machen die beiden Bauarbeiter eine sensationelle Entdeckung – sie finden einen geheimen Tunnel. Ihre unverhoffte Entdeckung wollen sie zunächst für sich behalten. Die beiden Männer befürchten Gutachter und Geologen in dem kleinen Ort. Die Frauen-Clique, zu der sich auch die raffinierte Leiterin der örtlichen Volkshochschule, Margarete Wahl (Melanie Thönnißen), gesellt, hat Adebar Bämbel schnell durchschaut. Schließlich hat er auch den neuen Dorfplatz im benachbarten Birgelen entworfen. Seitdem passt dort nicht mal mehr ein Festzelt drauf, wie sie genervt berichten.

Anhaltender Applaus belohnte die Bühnen-Akteure, die sich mit ihrer aktuellen Inszenierung besonders viel Mühe gegeben hatten. Sie mussten den unterhaltsamen Schwank zunächst aus dem Schwäbischen übersetzen und auf Orsbecker Verhältnisse anpassen, wie Regisseurin und Darstellerin Melanie Thönnißen schmunzelnd in der Pause verriet. „Einige Schimpfwörter haben wir gar nicht verstanden“, erklärte sie augenzwinkernd.

Bereits seit Mai hatte sich das Ensemble des Rurauen-Theatervereins Orsbeck zu den wöchentlichen Probeabenden in Wassenberg getroffen. Nach dem zweiten Akt konnten sich die engagierten Laiendarsteller – im Gegensatz zum Publikum an der Luchtenberger Straße – kaum eine Pause vom Geschehen gönnen. Sie sorgten im Rahmen eines umfangreichen Umbaus für ein komplett neues Bühnenbild. Dabei wechselte die Szenerie von einer Open-Air-Kulisse, die den Orsbecker Dorfplatz mit Häuserfassaden und Bauarbeiten darstellte, nach drinnen.