Rur bei Wasserberg: Wasserverband sieht keinen Grund zur Besorgnis wegen Überflutungsgefahr

Dammschutz bei Ophoven verbessern : Hochwassergefahr an der Rur jetzt im Griff

Es gibt laut Wasserverband Eifel Rur keine erhebliche Überflutungsgefahr in Karken. Die Situation könne sich allerdings ändern, wenn der nicht ausreichende Dammschutz bei Ophoven verbessert wird, erfuhr der Kreisumweltausschuss.

Nach den letzten Überschwemmungen der Rur am 16. und 17. März forderte der Umweltausschuss des Kreises Heinsberg vom Wasserverband Eifel Rur (WVER) Informationen darüber ein, ob diese Situation zur Regel werden könnte und was dagegen zu tun sei. Er setzte den Hochwassserschutz entlang der Rur – insbesondere im Bereich von Karken und Ophoven – auf die Tagesordnung. WVER-Vertreter Gerd Demny erstattete Bericht und sah keinen Grund zur Besorgnis. Der Verband habe alles im Griff.

Üblicherweise würden aus dem Talsperrenverbund in der Eifel mindestens fünf Kubikmeter pro Sekunde in die Rur abgelassen, erklärte Demny. Die Maximalmenge liege bei 60 Kubikmetern. Diese durchaus beherrschbare Wassermenge sei auch nach den massiven Niederschlägen im März eingespeist worden. Keinen Einfluss habe der WVER wiederum auf die Bäche und Flüsse, die in die Rur münden. Auch Kall, Inde und Wurm würden bei Hochwasser zwangsläufig mehr Wasser zuführen als im Normalfall. Aber auch durch diese Zuflüsse sei es nicht zu einem erhöhten Risiko an der Rur bei Karken und Ophoven gekommen, schilderte Demny.

Nach den Aufzeichnungen des Verbands würde alle sechs Jahre einmal die Höchstmenge von 60 Kubikmetern und alle vier Jahre eine Menge von 40 Kubikmetern eingespeist werden müssen, um den Wasserstand in den Talsperren zu regulieren, so dass im Schnitt alle zwei Jahre damit zu rechnen sei, dass die Rur einmal über die Ufer trete. Es gebe keine erhebliche Überflutungsgefahr in Karken, versicherte Demny. Die Situation könne sich aber ändern, wenn der nicht ausreichende Dammschutz bei Ophoven verbessert werde. Das würde zwangsläufig für eine erhebliche Überflutungsgefahr in Karken sorgen.

Nicht nur der Hochwasserschutz, sondern auch das Bewegungsverhalten der Fische müsste bei einer Veränderung beachtet werden. Im niederländischen Rur-Abschnitt könnten Fische ungehindert flussaufwärts schwimmen. „Am Wehr in Ophoven drücken sich die Lachse die Nase platt“, sagte Demny. Sollte es zu baulichen Veränderungen im Bereich von Ophoven kommen, müssten die Anlieger im Bereich des WVER mit Mehrkosten von 5 Cent pro Jahr rechnen.

Die Menschen und auch der Wasserverband müssten sich auf den Klimawandel einstellen. Weniger Regen im Sommer und vermehrte Niederschläge im Winter würden zur Regel werden, was auch Auswirkungen auf die Einleitungen in die Rur haben werde, hieß es im Umweltausschuss. Darauf müsste der WVER beim Hochwasserschutz gewappnet sein, eventuell durch Renaturierungsmaßnahmen und Veränderungen am Flussbett der Rur und des Uferstreifens.

Eine interessante Anmerkung machte Demny auf die Nachfrage, was mit der Verfüllung des Indeschen Meeres als Restsee des Tagebaus Inden sei, der durch die Inde erfolgen solle, wenn es im Sommer weniger Wasser gebe. Dann würde die Befüllung länger dauern als nach der Planung vorgesehen, so die Antwort des Experten.

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