SPD in Wassenberg: Ratsmitglied legt nach GroKo-Entscheidung Mandat nieder

SPD in Wassenberg: Ratsmitglied legt nach GroKo-Entscheidung Mandat nieder

Ratsmitglied Frank Gansweidt legt laut SPD-Chef Hermann Thissen sein Mandat nieder.

Frank Gansweidt, Stadtverordneter der Sozialdemokraten in Wassenberg, hat seiner Partei den Rücken gekehrt. Der frühere Juso-Chef wird sein Ratsmandat mit Wirkung zu Ende März niederlegen, erklärte Ortsvereinsvorsitzender Hermann Thissen bei der Mitgliederversammlung der SPD in der Gaststätte "Zur Rennbahn". Der Grund für Gansweidts folgenschweren Entschluss soll die Unzufriedenheit mit der GroKo-Entscheidung auf Bundesebene der Genossen gewesen sein.

Und Gansweidt ist in Wassenberg nicht der Einzige, der jetzt die Konsequenzen gezogen hat. Auch Dietmar Trzinski, ebenfalls langjähriges Mitglied des Wassenberger Stadtrats, hat laut Thissen inzwischen seinen Austritt aus der SPD erklärt. Eine weitere Kündigung eines Mitglieds ist außerdem noch beim Ortsvereinsvorstand eingegangen. Thissen bedauerte die Austritte ausdrücklich. Mit Gansweidt verliere die Partei ein "Urgestein mit langer Juso-Karriere". Thissen wörtlich: "Das hat uns umgehauen. Ich finde das sehr schade."

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Das Ja zur GroKo hatte in der vergangenen Woche schon bei der SPD in Wegberg für Krisenstimmung gesorgt. 15 Mitglieder, darunter der Ortsvereinsvorsitzende, hatten ihren Parteiaustritt erklärt. Zwölf der Alt-SPDler wollen dort eine Ortsgruppe der Partei "Die Linke" gründen. Unzufriedenheit verspüre zurzeit jedes Parteimitglied "mehr oder weniger", sagte Thissen bei der Mitgliederversammlung des von ihm geführten Wassenberger Ortsvereins. Ein Austritt sei aber eher kontraproduktiv und bewirke nichts. Besser sei es, die Entscheidung zur GroKo auszudiskutieren und auf diese Weise Druck zu erzeugen. Thissen: "Eine Mitgliedschaft in der SPD muss man sehen wie ein Eheversprechen - in guten wie in schlechten Tagen." Vergeblich habe er versucht, mit Gansweidt zu reden. Den Austritten stünden aber mehrere Neueintritte gegenüber.

Bei der rund dreistündigen Versammlung, der auch Kreisvorsitzender Norbert Spinrath beiwohnte, wurde Vorsitzender Hermann Thissen mit großer Stimmenmehrheit wiedergewählt (23 Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen, eine Enthaltung). Auch sein Stellvertreter Hans-Joachim Gossing macht weiter. Als Kassierer verwaltet Michael Kox wie gehabt die Finanzen, Martin Wiebus bleibt Schriftführer. Beisitzer sind Marion Wiebus, Natalie Krings, Bastian Holten, Oliver Barten, Lars Röder und Wolfgang Schütz. Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden Heinz Hensen sowie Lothar Kranewitz mit der goldenen Ehrennadel der SPD ausgezeichnet.

(cb)