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Ostern: Botschaft der Hoffnung für den Kreis Heinsberg von Klaus Eberl

Oster-Gedanken von Theologe Klaus Eberl : Kreis Heinsberger sind Botschafter der Hoffnung

In einem Gastbeitrag erklärt der Theologe, warum gerade die Menschen im Kreis Heinsberg zu Ostern Hoffnung haben dürfen.

Hoffnung ist ein seltenes Gut in diesen Tagen, in denen ein Virus die Welt zu beherrschen scheint. Fast so schwer zu bekommen wie Atemmasken und Schutzkleidung. Aber zum Glück gibt es Ostern. Und Ostern macht alles neu. Die biblische Auferstehungsgeschichte ist eine unfassbare Zumutung. Sie ermöglicht uns, Hoffnung zu leben, wo noch keine Hoffnung zu sehen ist. Sie ist so unverschämt zuversichtlich, dass darüber alle Angst, alle Verzagtheit, alle Einsamkeit verblassen soll. Denn das Leben, das Gott verspricht, ist stärker als der Tod, stärker als alle düsteren Prognosen.

Aber wie soll man das glauben? Wem kann man in der Krise vertrauen? Das Evangelium gibt darauf eine überraschende Antwort. Vertrauenswürdige Träger der Hoffnung sind oft die, denen man es nicht zugetraut hat. Frauen, die zum Grab gehen und den Stein weggerollt sehen, sind die ersten Auferstehungszeugen. Ihre Aussage hatte in der Antike wenig Beweiskraft. Nicht anders ist es bei allen, denen der Auferstandene begegnet. Rand­existenzen. Keiner hat einen Titel. Keiner hat ein Amt. Aber irgendetwas muss passiert sein, damals, im Garten des Josef von Arimathia. Irgendetwas, dessen Kraft aus trauernden Frauen und verstörten Fischern Gründer einer Weltreligion werden ließ. Sie werden zu Botschaftern einer Hoffnung, die die Christenheit bis heute lebt und erlebbar macht.

Am Rand befindet sich der Kreis Heinsberg, am westlichen Rand der Republik. Man steht hier normalerweise nicht im Zentrum des öffentlichen Interesses. Mehr noch: Am Anfang der Corona-Krise wurden in den Großstädten Fahrzeuge mit dem HS-Kennzeichen sogar als Infektionsherde gemieden. Das hat sich geändert. Inzwischen gilt der schnelle, besonnene und mutige Umgang mit der Pandemie als vorbildlich. In Gangelt finden wissenschaftliche Untersuchungen statt, die entscheidende Lösungsansätze für den Umgang mit dem Virus bringen könnten.  Der Kreis Heinsberg ist vom Rand in die Mitte gerückt. Wer hätte das den Menschen, die jetzt zu Botschaftern der Hoffnung werden, zugetraut? Vielleicht sogar sie selbst nicht. Der Krisenstab um Landrat Pusch, die engagierten Pfleger und Ärzte, der Lieferservice, der Lebensmittel zu Älteren und Gefährdeten bringt, die ehrenamtlichen jungen Leute, die Kassiererin an der Supermarktkasse. Sie alle sind Botschafter der Hoffnung und können auf eine Kraft trauen, die sie nicht selbst bereitstellen müssen. Denn Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.

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