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Mobilitätszentrum Sodermanns: Video-Beratung für Kunden mit Handicap

Mobilitätszentrum Sodermanns aus Wassenberg : Video-Beratung für Kunden mit Handicap

Das Mobilitätszentrum Sodermanns bietet in der Corona-Krise zusätzlichen Service für Kunden mit Behinderungen an.

Das Mobilitätszentrum Sodermanns in Wassenberg, das sich auf die Umrüstung von Wagen für vielfältige Behinderungen spezialisiert hat, muss als wichtiger Dienstleister angesichts der Corona-Krise nicht schließen. Das bestätigte Inhaber Frank Sodermanns gestern im Gespräch mit der Redaktion. Aber natürlich zählen viele seiner behinderten Kunden zu den Risikogruppen in Zeiten der Coronakrise, unabhängig vom Alter. „Häufig haben unsere Kunden Vorerkrankungen oder ein geschwächtes Immunsystem. Dennoch ist die selbstständige Mobilität für jeden essenziell wichtig. Wer durch eine Behinderung in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, ist auf das Auto umso mehr angewiesen. Diese ,Grundversorgung’ in Sachen Mobilität für Menschen mit Behinderung ist unsere Aufgabe“, sagt Sodermanns.

Aber man sei sich der großen Verantwortung bewusst. „Darauf sind wir eingestellt und können mit der aktuellen Lage umgehen. Wir haben umfangreiche, ständige Hygienemaßnahmen und genaue Verhaltensregeln für unsere Mitarbeiter aufgestellt. Besuche und Beratungen bei uns im Haus sind nach wie vor gewünscht und möglich.“

Zusätzlich hat das besondere Autohaus aber auch sein Serviceangebot erweitert für Menschen, die in diesen Tagen nicht persönlich kommen können oder wollen. Neben dem immer angebotenen Hol- und Bringservice für Fahrzeuge bei fälligen Umbauten und Überprüfungen – Wagen werden vom Kunden abgeholt und wieder zurückgebracht - sind Beratungsgespräche per Live-Video ein neues Angebot. Dazu benötigen Kunden lediglich ein Smartphone mit Whatsapp oder FaceTime. „Damit können unsere Berater etwa relevante Umbaumöglichkeiten vorführen und auf die konkreten Fragen der Kunden direkt eingehen – genau so, als ob sie bei uns vor Ort wären“, erklärt Sodermanns.

Der Experte in Sachen Fahrzeugumbau für Menschen mit Behinderung blickt auf über 24 Jahre Berufserfahrung zurück. Bis zu 300 Fahrzeuge im Jahr werden bei Sodermanns individuell auf die Bedürfnisse der Kunden angepasst und umgebaut. Die Krankheitsbilder sind dabei ganz unterschiedlicher Natur. Frank Sodermanns: „Wir versorgen Menschen jeden Alters und differenzieren dabei grundsätzlich zwischen Selbstfahrer- und Beifahrerumbauten. Dank der heutigen Technik kann man im Fahrzeug fast jede Beeinträchtigung mit Hilfsmitteln kompensieren. Sei es ein Sitz, der aus dem Auto herausschwenkt, um den Einstieg zu erleichtern, ein Rollstuhlverladesystem, das den Rolli ganz ohne Anstrengung per Knopfdruck ins Auto hebt, oder sogar das Führen eines Autos mittels Joysticks und Sprachsteuerung.“

Aber wie genau ist der Ablauf, wenn man ein Fahrzeug umbauen lassen möchte? „Als allererstes findet bei uns eine individuelle Bedarfsermittlung statt. Das ist die Grundlage einer jeden Planung, denn zunächst müssen wir herausfinden, welcher Umbau der richtige für unseren Kunden ist“, sagt Sodermanns. „Dazu ermitteln wir die Kräfte und Reaktionszeiten an einem Simulator, probieren die passenden Umbauten in unserer Ausstellung aus und machen sogar eine Probefahrt auf unserem eigenen Verkehrsübungsplatz.“

Bei Sodermanns in Wassenberg können über 180 Umbauten ausprobiert werden. Sodermanns: „Danach wissen wir genau, mit welchen Hilfsmitteln der Kunde optimal zurechtkommt.“

Wenn man als Mensch mit Behinderung selbstständig ein Auto fahren möchte, müssen zwei Vorrausetzungen erfüllt sein. Zum einen benötigt man ein neurologisches Gutachten, aus dem die Fahreignung hervorgeht. Dieses Gutachten darf nur ein Neurologe mit verkehrsmedizinischer Zulassung erstellen. Die zweite Vorrausetzung ist eine erfolgreiche Fahreignungsprobe mit einem Prüfer vom TÜV in einem umgebauten Fahrschulwagen. Danach erfolgt der Eintrag in den Führerschein und man darf offiziell am Straßenverkehr teilnehmen.