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Wassenberg: Mit 90 immer noch gern aktiv für die Mitmenschen

Wassenberg : Mit 90 immer noch gern aktiv für die Mitmenschen

Hedwig Wolters gehört zu den unermüdlichen Ehrenamtlerinnen in der Begegnungsstätte und im Johanniter-Stift.

Hedwig Wolters (geborene Kremers) wird morgen 90 - unglaublich. Denn am agilen Auftreten der in Wassenberg bekannten Ehrenamtlerin scheint sich seit Jahren kaum etwas geändert zu haben.

Nach wie vor ist die Seniorin aus dem Team, das sich um die Bewirtung und Unterhaltung der Senioren in der Begegnungsstätte kümmert, nicht wegzudenken. "Einmal in der Woche bin ich immer da", sagt sie. Und wenn Leiterin Liesel Rademacher verhindert ist, springt sie gerne noch zusätzlich ein. "So lange ich kann, werde ich da hingehen. Mir macht es einfach Spaß, mich zu den Leuten zu setzen und zu erzählen", sagt sie. Doch damit nicht genug. "Allmorgendlich auf dem mit Einkaufstaschen schwer bepackten Fahrrad unterwegs in Richtung Johanniter Stift - so kennt man Hedwig Wolters in Wassenberg" - das schrieb die Rheinische Post vor elf Jahren. Und aufgehört hat Wolters mit dem Radeln erst vor kurzem, weil der Rücken nicht mehr so ganz mitmachte. Aber die Besuche bei drei Altenheim-Bewohnerinnen, für die Hedwig Wolters - nun zu Fuß - kleinere Besorgungen macht, sind geblieben.

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Hedwig Wolters ist in Wassenberg auch noch durch ein anderes Hobby populär: ihre Büttenvorträge in Platt bei den Sitzungen der IG Färvpott und Auftritte bei Mundartabenden des Heimatvereins. Und immer war es Ehemann Jakob, der dabei sein Fett wegbekam. Der Tod dieses bekannten Wassenberger Heimatkundlers, SPD-Ratsherrn und Vereinsmenschen 2012 stoppte Hedwig Wolters' Aktivität als Humoristin. Mit ihrem Mann teilte die Seniorin ihr ehrenamtliches Engagement. Jakob Wolters' Tod kurz nach dessen 90. Geburtstag empfand sie als schmerzhafte Zäsur, wenngleich sich Hedwig Wolters heute doch dankbar an ein langes Leben zu zweit in 67 gemeinsamen Ehejahren erinnern kann. Und so ganz abwegig ist auch die Hoffnung nicht, dass sie mal wieder mit einem Mundart-Beitrag auftritt.

Dass Aktivität und Bewegung fit halten, beherzigt die Seniorin beispielhaft: "Täglich verabrede ich mich mit der Nachbarin zum Einkaufen, oder wir gehen im Wald spazieren." Dass sie den Haushalt - mit Ausnahme einer Hilfe fürs Putzen - noch selbst stemmt, ist selbstverständlich für die Tochter eines Effelder Schusters, die wie ihre fünf Schwestern in Haushalten gearbeitet hat und später etliche Jahre in der Küche des Lokals "Tante Lucie". Über den Tod des Ehemanns habe ihr auch die intakte Familie hinweggeholfen: Drei Töchter, die Schwiegersöhne, fünf Enkel und ein Urenkel gehören dazu. Eine Tochter mit Familie wohnt seit langem mit im Haus. Die Familie hat auch die Geburtstagsfeier am kommenden Samstag liebevoll vorbereitet.

(RP)