1. NRW
  2. Städte
  3. Wassenberg

Kunstverein Region Heinsberg: Retrospektive von Vera Laros

Malerei von Vera Laros in Unterbruch : Kunstverein beendet die Corona-Pause

Eine Retrospektive im Kunstverein Region Heinsberg in Unterbruch auf dem Horster Hof stellt das hintergründige Werk der im Alter von nur 51 Jahren verstorbenen Malerin Vera Laros aus Düsseldorf vor.

Seit Jahren ziehen die ambitionierten Ausstellungen auf dem Horster Hof unweit der Stadtgrenze Wassenbergs in Unterbruch Kunstfreunde aus dem Erkelenzer Land und darüber hinaus an. Corona verordnete auch dem Kunstverein Region Heinsberg eine Zwangspause. Um so mehr freut sich Kuratorin und Vorstandsmitglied Ingrid Trantenroth-Scholz aus Wegberg, jetzt wieder eine Ausstellung ankündigen zu können, die am Sonntag, 4. Oktober, 11.30 Uhr, im Horster Hof eröffnet wird.

Trantenroth-Scholz streckt immer die Fühler aus nach interessanten Ausstellern. Diesmal stellt sie die 2018 mit nur 51 Jahren verstorbene Düsseldorfer Malerin Vera Laros in einer Retrospektive vor. „Das faszinierende Werk der so früh aus dem Leben gegangenen Künstlerin Vera Laros offenbart zwei unterschiedliche Bildwelten“, sagt die Kuratorin. „Die eine ist geprägt von einer fröhlichen Buntheit, die andere dagegen ist, in ihrer gedämpften Farbigkeit, zutiefst verstörend und depressiv. Für beide aber hat sie eine ganz individuelle Formensprache entwickelt.

Die gegenständlichen Formen verweisen auf menschliche Gestalten, die in ihren Proportionen nicht der Realität entsprechen. Die stark überzeichneten Einzelelemente werden deformiert herausgehoben.“ In expressiven Porträts wiederholt sich immer wieder ein weit geöffneter Mund mit einer dominanten Zahnreihe.

Sind es kritische Selbstporträts der Künstlerin, oder sind es Anlehnungen an Gesichter, die sie kennt und mit denen sie sich malerisch auseinandersetzen will? Fragen, die offen bleiben. Laros’ Gruppenbilder erzählen etwas über das menschliche Miteinander, in dem die Figuren sich drängen, schubsen und umarmen, sie sind ineinander verwickelt, so dass Trennendes und Zugehöriges nicht mehr eindeutig voneinander zu unterscheiden sind, beschreibt die Kuratorin die Typik der Arbeiten.

„Das rätselhafte Werk von Vera Laros ist nicht eindeutig zu entschlüsseln“, sagt Ingrid Trantenroth-Scholz. Sie nimmt wahr, dass sich ganz persönliche Ängste und Träume, Verwirrungen und Verletzungen in den Bildern spiegeln. Der Arzt und Psychotherapeut Matthias Korell wird sich bei der Ausstellungseröffnung diesen Bildwelten und der Persönlichkeit der Künstlerin nähern.

Die Schau in Unterbruch, Horster Hof 1, ist unter Berücksichtigung der Corona-Hygieneregeln bis zum 25. Oktober sonntags von 11 bis 17 Uhr, samstags von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung (Telefon 02452 65598) zu besichtigen.