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Kommunalwahl 2020 in Wassenberg: Themen, Parteien und Kandidaten im Überblick

Wahlkampfthemen und Kandidaten : Die wichtigsten Antworten zur Kommunalwahl in Wassenberg

Sechs Kandidaten streben bei der Kommunalwahl am 13. September die Nachfolge des scheidenden Bürgermeisters Manfred Winkens (CDU) an. Kommunalwahl 2020 in Wegberg: Themen, Parteien und Kandidaten im Überblick

16 Jahre lang saß Manfred Winkens als Bürgermeister im Wassenberger Rathaus. Daher dürfte die Wahl seines Nachfolgers besonders spannend werden, zumal es gleich sechs Kandidaten gibt. Wer will Bürgermeister werden? Und welche Themen sind die entscheidenden im Wahlkampf? Wir geben die wichtigsten Antworten.

Wann wird gewählt?

Die Kommunalwahl 2020 findet am Sonntag, 13. September, statt. In der Regel sind die Wahllokale zwischen 8 und 18 Uhr geöffnet. Per Briefwahl können wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger ihre Stimme bereits vor dem Wahltermin abgeben. Spätestens bis 16 Uhr am Wahltag muss der Wahlbrief beim Wahlamt der Stadt Wassenberg vorliegen.

Sollte keiner der Kandidaten oder Kandidatinnen für das Bürgermeisteramt beziehungsweise das Amt des Landrats die absolute Mehrheit der Stimmen erreichen, findet eine Stichwahl statt. Die ist zwei Wochen nach dem ersten Wahltermin, also für den 27. September, angesetzt.

Was wird gewählt?

Die wahlberechtigten Wassenbergerinnen und Wassenberger wählen im September einen neuen Bürgermeister, einen Landrat sowie den Stadtrat und Kreistag.

Was sind die wichtigsten Themen der Kommunalwahl?

Herausragend sind die miteinander einhergehenden Themen Mobilität und Klima. Hier bieten sich noch etliche Ansätze für Parteien, denn beispielsweise ein schlüssiges Verkehrs- und Radwegekonzept gibt es noch nicht. Klimaschutz-Projekte in Baugebieten, wie etwa von den Grünen angeregt, wurden von der Verwaltung bislang eher abgeblockt. Immerhin: In Sachen Nahverkehr tut sich etwas durch den von der West angekündigten Stadtbus. Und die gerade erst von den Jusos wieder angeregte Anbindung ans Bahnnetz verdient ebenfalls eine Diskussion.

Alle Parteien möchten die Schulvielfalt der Stadt erhalten und die Neuansiedlung von jungen bauwilligen Familien weiter fördern. Bislang fehlt aber die stärkere Einbeziehung junger Menschen und ihrer Anliegen in die Stadtpolitik. Die CDU regt deshalb die Bildung eines Jugendparlaments an.

Im Ortskern gibt es noch immer einige leerstehende Ladenlokale - hier braucht es weiter frische Ideen gegen des Sterben des Einzelhandels.

Wer kandidiert für das Amt des Bürgermeisters?

Nachfolger von Manfred Winkens möchte CDU-Mann Marcel Meurer werden. Gute Chancen, mit ihm in eine Stichwahl zu kommen, haben Hermann Thissen (SPD) und Torsten Lengersdorf von der Wählergemeinschaft „Wir für Wassenberg“ (WFW). Für die FDP tritt Sven Müller-Holtkamp an, für die Grünen kandidiert Thomas Lang und für die Linken versucht es Wolfram Steinhage.

Wie haben die Parteien bei der vergangenen Kommunalwahl abgeschnitten?

Winkens sicherte sich mit 58,7 Prozent als Bürgermeister für die CDU die absolute Mehrheit. Mit exakt 50 Prozent war die CDU auch im Rat stärkste Kraft. Die SPD holte 31, FDP 5,8, Grüne 9,1 und Linke 4,6 Prozent. Bei der SPD gab es danach aber einen regelrechten Exodus: Hatte SPD-Vorsitzender Hermann Thissen vor sechs Jahren noch stolz auf den Zuwachs an SPD-Stimmen von sechs Prozent und achtbare eigene 35,6 Prozent bei der BM-Wahl verweisen können, erlebten die Wassenberger Sozialdemokraten zahlreiche Parteiaus- und übertritte. WfW gründete sich aus vielen Ex-SPDlern, die fortan nicht mehr für die Sozialdemokraten im Rat saßen.

Welche Topthemen wurden seit der letzten Wahl umgesetzt?

Das vier Jahrzehnte währende Dauerbrenner-Thema B221n Wassenberg kam Anfang des Jahres mit der Eröffnung der Umgehungsstraße zum erfolgreichen Ende. Die Entlastung der Graf-Gerhard-Straße/B221 vom Durchgangsverkehr machte durch eine Sondergenehmigung schon im Vorfeld den verkehrsberuhigten Umbau der Geschäftsstraße möglich, der untere Teil soll Ende des Jahres fertig werden. Flankierend sorgten ein relativ erfolgreiches Leerstands-Management und ein Marketingkonzept, das auf Nischenprodukte, neue Gastro-Ideen und Kunst setzt, für Akzente gegen eine Verödung der Innenstadt. Neu gestaltet wurden auch die Mittelpunkte/Marktplätze der Wassenberger Dörfer. In Ophoven gibt es bald zudem den Spatenstich für das neue Bürgerzentrum, das auch eine Kulturhalle für die gesamte Stadt beherbergen wird. In Effeld, das wie Ophoven und Orsbeck über kein einziges Geschäft mehr verfügt, ist der Verein „Effelder Leben“ dabei, Pionierarbeit durch ein bürgerschaftlich getragenes Nahversorgungs- und Dienstleistungszentrum zu leisten, das die Stadt unterstützen will.