In Wassenberg-Ophoven entsteht ein integratives Bürgerhaus nach einem Konzept des Architekturbüros pvma Aachen

Planung vorgestellt : Ophoven: Neues Bürgerhaus für die Stadt

Ophoven bekommt ein Bürgerzentrum, das einen Saalbau und ein neues Feuerwehrhaus in einem Komplex mit der historischen Alten Schule verbindet. Das Dorf und die Stadt Wassenberg sollen gleichermaßen davon profitieren.

Ophovens Dorfzentrum soll künftig einen Akzent für die Gesamtstadt Wassenberg setzen. Der neue Saal, der statt der heutigen Mehrzweckhalle in Verbindung mit der Alten Schule (als gleichsam historischer Marke) und dem künftigen Neubau des Feuerwehrhauses entsteht, soll sich als „gesamtstädtisches Musikzentrum positionieren“, also Konzerten aller Vereine offenstehen. So lautete eine der Vorgaben der Stadt an die Architekten für das zentrale Projekt im Rahmen des vor zwei Jahren angestoßenen Dorfentwicklungsprozesses.

Bekanntlich waren Bürger und Vereine von Anfang an eng einbezogen in die Planung. Wie mehrfach berichtet, wurden nach einer Bürgerwerkstatt zum Auftakt drei Architekturbüros mit Vorplanungen beauftragt, die im Sommer öffentlich vorgestellt wurden. Eine Jury aus überregionalen Fachleuten und Vertretern der Stadt beschäftigte sich anschließend mit den Konzepten und den Anregungen/Statements aus der Bürgerschaft. Die Entscheidung für den Auftrag zur Umsetzung des „integrativen Bürgerhauses“ fiel letztlich auf das Aachener Architekturbüro pvma. Die Abkürzung steht für die Namen der drei Gesellschafter: Pfeiffer, Volland, Michel Architekten.

Ben Michel stellte das überarbeitete Konzept jetzt im Planungsausschuss vor. Zu Beginn charakterisierte er pvma als junge Architektengemeinschaft mit mittlerweile zehn Mitarbeitern, die sich in den vergangenen drei Jahren überregional bereits mit etlichen öffentlichen Bauaufträgen etwa im Schul- und Hochschulbereich profilieren konnte. Die Planungen von pvma seien stets eng auf die Ortsumgebung bezogen, was in Ophoven besonders wichtig sei, erklärte Ben Michel.

Die Alte Schule und die Wallfahrtskirche im Bereich der früheren Bleiche („Bleek“) bezeichnete der Architekt als identitätstiftend für den Ortskern, aber auch die bauliche Dorfumgebung mit ihren Hofstrukturen. Die nimmt das Baukonzept auf. Zwischen Alter Schule, dem anschließenden Saal und dem zur Schützenstraße vorgezogenen neuen Feuerwehrhaus entsteht ein offener hofähnlicher Bereich, der vom Saal aus den Blick frei gibt auf die Kirche. Der zentrale Eingang in Form eines Glasfoyers schließt sich rechts ans alte Schulgebäude an, die heutige Verbindung zum alten Spritzenhaus, demnächst Café, entfällt und ermöglicht so freie Sicht über den Hof auf den gesamten Bürger-/Feuerwehrhaus-Komplex.

Besonderheit: Der Bühnenbereich des Saals reicht in die Alte Schule hinein, die Nebenräume für die Bühne bekommt. Im separat erreichbaren Schulkeller erhalten die Sportler Umkleide- und Duschmöglichkeiten. Der Saal für rund 300 Besucher ist nach pvma-Konzept in zwei Räume unterteilbar und von beiden Seiten erreichbar. Besonderheit des Saals ist eine extravagante Faltdeckenkonstruktion, die den Blick auf den Außenbereich vergrößert. Das Dach soll begrünt werden.

Bewusst rationell geplant ist ein zentraler Toilettenbereich im Übergang zum neuen Feuerwehrhaus (Klinker, Ziegel, Satteldach), das Platz für zwei Fahrzeuge bietet, einen Schulungsraum und Vereinsräume.

Die einhellige Zustimmung des Ausschusses, die dem Ende September bereits eingereichten Förderantrag bei der Bezirksregierung nachgereicht werden muss, war Formsache.