Hospizdienst Regenbogen Wassenberg verabschiedet Koordinatorin Susanne Hoeren

Hospizdienst in Wassenberg : Abschied nach 16 Jahren für Sterbende

Mit einem Segen in der Hofkirche und einer Feier in der Wassenberger Burg verabschiedete der Ökumenische Hospizdienst Regenbogen seine langjährige Koordinatorin Susanne Hoeren. Nachfolgerin ist Katharina Falfasinski.

Sie schenkte ihren Gästen und Wegbegleitern kleine, selbst genähte Stoff-Herzchen als Erinnerung, der Heinsberger Gospel-Chor St. Mary, in dem sie selbst mitsingt, überraschte sie mit einem Ständchen – so emotional verlief die Verabschiedung der langjährigen Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienstes Regenbogen.

Susanne Hoeren habe 2003 ihre gesicherte Position im Rheydter Elisabeth-Krankenhaus aufgegeben, um sich für Sterbende und deren Angehörige einzusetzen, machte Regenbogen-Vorsitzender Georg Wiefels deutlich. Mit zusätzlichen Ausbildungen habe sich die gelernte Krankenschwester für ihr neues Betätigungsfeld qualifiziert, zunächst im Rahmen eines 450-Euro-Aushilfsjobs. Insgesamt 35 Jahre sei sie in der Klinik in Rheydt im Einsatz gewesen, ehe sie zu dem, so Wiefels, kleinen Verein gewechselt sei.

Individuelles Einfühlungsvermögen zeichne Susanne Hoeren aus. Besonderen Wert habe sie immer auf die enge Kooperation mit Institutionen gelegt, etwa aus dem Bereich der Altenpflege. Beim feierlichen Empfang auf Burg Wassenberg zeichnete eine Foto-Show zum Grönemeyer-Song „Sekundenglück“ noch einmal die herausragenden Stationen in Susanne Hoerens Regenbogen-Zeit nach: Ausbildung und Einführung neuer Sterbebegleiter, der Umzug in neue Räumlichkeiten, Ehrenamtler-Fest, das Wochenende im Kloster, die gemeinsame Messfeier am Strand von Renesse.

Auch Kontakte zu Schulen und Kirchen seien der Koordinatorin immer wichtig gewesen, so Wiefels. Die letzte Lebenszeit und das Thema Tod habe sie in die Gesellschaft hineintragen wollen. Dabei habe sich die Myhlerin, die bei ihrer offiziellen Verabschiedung von ihrem Lebensgefährten Eberhard Sirges begleitet wurde, auch an viele neue Aufgaben herangewagt. Als Beispiel hierfür führte Wiefels die Schatzsucher an, ein Angebot, das sich an Kinder und Jugendliche richtet, die ein enges Familienmitglied verloren haben. Diese Kindertrauerarbeit wird die Mittsechzigerin fortsetzen. Zurzeit werden rund 30 Mädchen und Jungen in drei Gruppen betreut. Georg Wiefels: „Die Nachfrage ist groß, die Tendenz steigend.“

Susanne Hoeren sprach von „16 prägenden, wertvollen Jahren in der Hospizarbeit“. Als sie zum Ambulanten Hospizdienst gekommen sei, sei der Verein erst drei Jahre alt gewesen. „Ich habe viel Kraft schöpfen können aus meiner Arbeit“, zog sie ein zufriedenes, positives Resümee.

Katharina Falfasinski ist ihre Nachfolgerin seit Januar und wurde von ihr gründlich eingearbeitet. Bei einer Segensfeier in der evangelischen Hofkirche, die sich Susanne Hoeren gewünscht hatte, beschrieb Propst Thomas Wieners sie als „Vollblut-Mensch“. Als Koordinatorin sei es ihre Aufgabe gewesen, die Ehrenamtler mit ihren Fähigkeiten zusammenzubringen mit Menschen in Bedrängnis, sagte der Wassenberger Geistliche. Und weiter: „Sie selbst ist dabei verändert, geschliffen, präzisiert und geformt worden.“Susanne Hoeren habe „Menschen zusammengebracht zum Wohl des Menschen“, dabei Einsatz gezeigt für die Sterbenden und Trauernden, machte Propst Wieners deutlich.

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