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Franz-Josef und Käthe Breuer: Zwei Birgelener seit 65 Jahren ein Paar

Franz-Josef Breuer und Ehefrau Käthe feiern Eiserne Hochzeit : Zwei Birgelener sind seit 65 Jahren ein Paar

Ehrenbürger und Heimatkundler Franz-Josef Breuer und Ehefrau Käthe feiern in ihrem Heimatort Birgelen das seltene Fest der Eisernen Hochzeit. Sie blicken glücklich auf ein bewegtes Leben zurück.

Gleich dreifach Grund zum Feiern haben Franz-Josef und Käthe Breuer geb. Jansen aus Birgelen in diesen Tagen. Am 10. Mai feiern der Wassenberger Ehrenbürger und seine Frau das stolze Fest der Eisernen Hochzeit. Vor 65 Jahren gaben sich beide vor dem Standesamt das Ja-Wort, ein Jahr später wurde kirchlich geheiratet. Am 8. Mai hatte Käthe Breuer schon 86. Geburtstag, ihr Mann wird am 11. Mai 89 Jahre alt.

Ein bisschen traurig ist das Paar, dass es aufgrund der Corona-Krise nur im engen Familienkreis feiern kann und nicht mit allen Vereinen des Ortes. Die hätten normalerweise eine Art Dorffest für die Jubilare organisiert. Schließlich ist Franz-Josef Breuer mit allen Vereinen des Ortes verbunden: als Mitgründer und in vielen Fällen auch langjähriges Vorstandsmitglied. Immer noch führt er die Briefmarkenfreunde und ist selbstredend Ehrenmitglied in anderen Vereinen. Der gelernte Schuhmacher und langjährige Inhaber des heute von Tochter und Schwiegersohn geführten Schuhhauses ist einziger noch lebender Gründer der Interessengemeinschaft der Birgelener Gewerbetreibenden. Und immer noch sprudelt es aus dem agilen Senior nur so heraus, wenn er von seinen Heimatstudien berichtet. Noch täglich sitzt der unermüdliche Ortschronist mit riesigem Heimatarchiv vor dem Computer. Nach der Veröffentlichung der Bilddokumentation zur Birgelener Schulgeschichte ist das nächste Projekt schon in Arbeit: die Geschichte der Birgelener Mühle ab 1810. „Ich bin so glücklich, wenn ich wieder eine Seite fertig habe. Die Arbeit lässt mich die Corona-Krise vergessen“, sagt Breuer, der sich jeden Tag noch zum Birgelener Pützchen aufmacht, wo er – wie auch an den Kreuzwegstationen – nach dem Rechten sieht.

Ehefrau Käthe geht es nicht mehr ganz so gut. Sie ist pflegebedürftig, aber mit ihrem Mann und der im Hause lebenden Betreuerin führt auch ihr Weg im Rollstuhl noch gerne zur Wallfahrtskapelle. Dass Käthe Jansen ihren Franz-Josef auf der Bühne des Theatervereins anhimmelte, erzählt Breuer mit Schmunzeln. Bei ihm „fiel der Groschen“ etwas später, aber dann funkte es: ausgerechnet nach einem Wasserrohrbruch im Elternhaus, was ihn zum damaligen Wassermeister Hubert Jansen führte. Dort fiel ihm Tochter Käthe auf: „in der Küche beim Rote-Socken-Stricken“. Später unterstützte die gelernte Textilfachverkäuferin, die aus dem Wassenberger Süden stammt und im Textilhaus Bodden/Rademacher lernte und anschließend auch arbeitete, ihren Mann im eigenen Schuhhaus. Auch die Jubilarin gehörte etlichen Vereinen an, kegelte gern und engagierte sich in der katholischen Frauengemeinschaft. Das Paar hat zwei Töchter und zwei erwachsene Enkel. „Wir sind überglücklich, dass wir noch beieinander sind und hoffen, dass das noch eine Zeit lang so bleibt“, sagen die Jubilare.